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Lo-Fi-Musik: Die Grundlagen, die du brauchst, um einen Lo-Fi-Track zu schreiben

Lo-Fi-Musik: Die Grundlagen, die du brauchst, um einen Lo-Fi-Track zu schreiben

Lo-Fi hat in den letzten Jahre viele unterschiedliche Bedeutungen angenommen.
Der Begriff “Low-Fidelity” bezog sich früher auf die Qualität eines Tonsignals.

Um genauer zu sein, ein Tonsignal mit schlechter Qualität, das normalerweise von einer Kassette produziert wird.
Doch mittlerweile hat der körnige, trillernde Sound von Bandaufnahmen und Kassetten ein komplettes Musikgenre und einen eigenen Produktionsstil hervorgebracht.
Lo-Fi-Musik bezieht sich heutzutage auf einen ausschließlich instrumentalen Stil der Hip-Hop-Produktion, der auf Samples basiert – sowie dessen weitreichende Community aus Beatmaker*innen, Hörer*innen und Live-Streaming-Playlists.
Das Genre hat in den letzten Jahren immens an Beliebtheit gewonnen, insbesondere auf YouTube.
Deshalb kann es gut sein, dass du gerne mehr über dieses neue Genre wissen möchtest. Insbesondere falls du selbst Lo-Fi-Tracks kreieren möchtest.
In diesem Artikel schauen wir uns alles an, was du über Lo-Fi-Musik wissen musst – die Musiktheorie, die dahinter steckt, die unterschiedlichen Produktionsverfahren, mit der sie gemacht wird, und wo du die besten Lo-Fi-Samples herbekommst.

Was ist Lo-Fi-Musik?

Lo-Fi-Musik bezieht sich auf ein Musikgenre, das mit Hilfe von Low-Fidelity-Signalen produziert wird, üblicherweise dem Zischen, Trillern und der Sättigung von Tonbandaufnahmen. Der Großteil der Lo-Fi-Musik zehrt von Einflüssen aus dem Hip-Hop, insbesondere dessen typischen Drum-Mustern.

Lo-Fi vs. Lo-Fi-Musik

Währen sich der Begriff Lo-Fi heutzutage auf ein gesamtes Musikgenre bezieht, hat er sich in der Vergangenheit auf Low-Fidelity-Tonsignale bezogen.
Früher war Lo-Fi kein Kompliment. Tatsächlich arbeiteten die meisten Produzent*innen hart daran, nicht in diese Kategorie zu fallen.
Früher war Lo-Fi kein Kompliment. Tatsächlich arbeiteten die meisten Produzent*innen hart daran, nicht in diese Kategorie zu fallen.
Doch im Zeitalter der DAW und der digitalen Musikproduktion ist eine gewisse Nostalgie bezüglich des trillernden Sounds von Kassetten entstanden.
Heutzutage wenden Lo-Fi-Produzent*innen eine Bandbreite an modernen Produktionsverfahren an, um Samples in Hip-Hop-Tracks zu verwandeln, die den Sound von Autoradios aus den 90ern evozieren.Zurück nach oben ⟰

Wie man Lo-Fi-Musik macht

Lo-Fi-Musik zu machen ist überraschend einfach, auch wenn sie auf der etwas komplexeren Jazz-Theorie basiert.
Das liegt daran, dass sie mit Samples gemacht wird. Du musst nicht unbedingt wissen, wie man bestimmte Akkorde auf dem Klavier oder der Gitarre spielt, wenn du sie einfach sampeln kannst.
Heutzutage wenden Lo-Fi-Produzent*innen eine Bandbreite an modernen Produktionsverfahren an, um Samples in Hip-Hop-Tracks zu verwandeln, die den Sound von Autoradios aus den 90ern evozieren.
So ziemlich jede*r kann mit ein paar Samples und einer kostenlosen DAW wie GarageBand Lo-Fi-Beats machen.
Dann schauen wir uns mal ein paar der grundlegenden Elemente der Lo-Fi-Musik an.https://youtu.be/j919xCF5IZA

1. In einer DAW sampeln

Der erste Schritt besteht darin zu lernen, wie du in deiner DAW sampelst.
Es gibt ein paar Verfahren, die du anwenden kannst, und es gibt haufenweise Artikel auf unserem Blog, die du dir zu diesem Thema durchlesen kannst.
Doch um ganz einfach anzufangen, kannst du entweder ein paar Samples direkt in die Zeitleiste deines DAW-Projekts ziehen, oder das Sample seinen Transienten entsprechend mit Hilfe eines Sample-Plugins zerlegen.
Natürlich brauchst du gute Samples, mit denen du arbeiten kannst – im Folgenden schauen wir uns an, nach welchen Arten von Sounds du Ausschau halten solltest.
 https://youtu.be/SEJ0WN043zY

2. Hip-Hop-Drum-Loops

Lo-Fi-Musik basiert auf Hip-Hop. Sie klaut so ziemlich den gesamten Stil der Drum-Produktion, die man im Hip-Hop der 90er und frühen 00er Jahre findet.
Hip-hop-Loops mit knackigen Snares, knalligen Kicks und zischenden Hi-Hats sind Eckpfeiler des Genres.
Doch du solltest dich nicht ausschließlich auf Snares, Kicks und Hi-Hats konzentrieren.
Es gibt haufenweise Lo-Fi-Musik, die Samples von Flaschen, Töpfen, PfannenStöcken und so ziemlich allen anderen seltsamen Percussion-Sounds benutzt.
Es gibt haufenweise Lo-Fi-Musik, die Samples von Flaschen, Töpfen, Pfannen, Stöcken und so ziemlich allen anderen seltsamen Percussion-Sounds benutzt.
Lo-Fi bietet sich für Samples von aufgenommenen Live-Percussion-Elementen an, selbst wenn manche Sub-Genres wie Lo-Fi-Trap eher elektronisch produzierte Samples benutzen.
Live aufgenommene Samples sind beliebter, da sie leichter zu manipulieren und in den Lo-Fi-Bereich herunterzubrechen sind, und weil aufgenommene Drums jazziger klingen.
Wo wir schon beim Jazz sind…

Lo-Fi-Akkordfolgen

Lo-Fi-Akkordfolgen sind meistens einfach simplifizierte Jazz-Akkordfolgen.
Es gibt viele Lo-Fi-Produzent*innen, die jazzige Zwei-fünf-eins-Akkordfolgen mit komplizierten Sept- und None-Voicings in ihren Lo-Fi-Tracks benutzen.
Wir haben bereits Artikel zum Thema Akkordfolgen geschrieben, inklusive Jazz-Akkorden. Nimm dir ein bisschen Zeit, um dein Musiktheorie-Wissen aufzufrischen, falls du einen wirklich guten Lo-Fi-Track schreiben willst.
Selbst wenn du nicht Gitarre oder Klavier spielst, hilft dir die Musiktheorie dabei zu wissen, wonach du Ausschau halten musst, wenn du nach den richtigen Jazz-Samples suchst.https://youtu.be/i5gLDeLZpJs

Lo-Fi-Instrumente

Wenn du einen Lo-Fi-Track schreibst, solltest du wie ein*e Jazz-Komponist*in denken.
Lo-Fi-Musik überschneidet sich in vielen Bereichen mit Jazz – verfügt jedoch über viel mehr Loops. Dementsprechend solltest du dich mit den Instrumenten, die im Jazz häufig benutzt werden, vertraut machen.
Der Großteil der Jazz-Musik baut auf einem rhythmischen Abschnitt auf, der aus Drums, Kontrabass und Klavier besteht. Diese Instrumente sollten dementsprechend auf jeden Fall Teil deines Lo-Fi-Arrangements sein.
Natürlich kannst du immer auch ein bisschen mehr Farbe mit Hilfe von Saxophone, Trimpete, Gitarre, Posaune, Harfe etc. hinzufügen… hör dir einfach ein paar Jazz-Klassiker, um dich mit dem Jazz vertraut zu machen.https://www.youtube.com/watch?v=IRIGikXo7UQZurück nach oben ⟰
https://youtu.be/QVaO0Fz_FII

Gängige Lo-Fi-Produktionsverfahren

Ok, jetzt kommen wir zum spaßigen Teil.
Das Produktionsverfahren ist das, was das Genre im Grunde definiert.
Das Produktionsverfahren ist das, was das Genre im Grunde definiert.
Hier sind vier grundlegende Produktionsverfahren, die alle Lo-Fi-Produzent*innen anwenden.

Bandsättigung

Bandsättigung ist der Effekt, der dem Lo-Fi-Genre seine zentralen klanglichen Merkmale verpasst.
Daher solltest du dich darüber schlau machen, wie Bandmaschinen funktionieren.
Doch hier in aller Kürze: Bandsättigung ist der Effekt, aufgrund dessen Bandmaschinen heute noch so beliebt sind. Er tritt auf, wenn du dem Tonband mehr und mehr Audiomaterial hinzufügst.
Bandsättigung entsteht durch die physischen Beschränkungen des Kassettenbandes.
Wenn du mehr und mehr Audiomaterial auf Band aufnimmst, kommt es zu subtiler Verzerrung, Kompression, Phasing, kleinen Irregularitäten in der Tonhöhe, einem Abfall der hohen und tiefen Frequenzen sowie allgemeinen Veränderungen in der Wiedergabe über das gesamte Frequenzspektrum hinweg, was einen “gesättigten” Effekt erzeugt.
Im Grunde ist Bandsättigung der dünne, trillernde Sound, den man mit Lo-Fi assoziiert.
Natürlich brauchst du keine Bandmaschine, um den Bandsättigungseffekt zu bekommen. Es gibt haufenweise Bandsättigungs-Plugins, die den Effekt einer Bandmaschine effektiv nachbilden.https://youtu.be/xpOOb_m8VsU

Sidechaining

Das nächste Produktionsverfahren, das in Zusammenhang mit Lo-Fi-Musik ständig auftaucht, ist Sidechaining.
Du kannst dir einen unserer älteren Artikel, zu diesem Thema durchlesen, doch der klangliche Effekt ist leicht zu erklären.
Nächstes Mal, wenn du dir eine Lo-Fi-Playlist anhörst, achte auf einen bestimmten pulsierenden rhythmischen Effekt, der dafür sorgt, dass jedes Mal, wenn die Kick-Drum geschlagen wird, die Lautstärke des gesamte Tracks abfällt – das ist das Sidechaining.
Das ist genau das, was die Sidechain-Kompression tut – jedes Mal, wenn ein bestimmter Sound (meistens die Kick) erklingt, fällt der gesamte Track ab, damit die Kicks besser zu hören sind, wodurch der Track ein zusätzliches rhythmisches Element bekommt.
Wenn du diesem Tutorial folgst, erfährst du, wie du in deiner DAW einen Sidechain-Effekt einrichtest.https://youtu.be/Mqt-mml9VSM

DAW-Swing

Im Gegensatz zu Rock oder elektronischer Musik folgt Lo-Fi – wie der Jazz auch – keinem strengen rhythmischen Raster.
Stattdessen werden Noten lose und versetzt gespielt.
Im Jazz wird dieses rhythmische Feeling Swing genannt.
Doch Lo-Fi-Musik folgt keinem exakten Swing, sondern Rhythmen werden “in den Lücken” gespielt – d.h. der Beat ist weder komplett “gerade” noch komplett “versetzt”.
Die Beatmaking-Legende J Dilla war ein Pionier dieses Effekts – er lernte, wie er mit seinem MPC Noten außerhalb des rhythmischen Rasters spielen konnte, um ein rhythmisches Feeling zu erzeugen, das MPC-Swing genannt wird.
Später, mit der Ankunft der DAWs, wurde der Begriff in DAW-Swing umgewandelt.
In deiner DAW kannst du genau das Swing-Feeling kreieren, das du haben willst, egal ob es sich dabei um ein klassisches MPC-Swing-Muster oder dein eigenes Swing-Muster handelt.
Das Hinzufügen von DAW-Swing in deiner DAW ist einfach und wir haben uns dem Thema bereits in anderen Artikeln eingehend gewidmet.https://youtu.be/C0eyDO30wXg

Lo-Fi-Audioeffekte und Lo-Fi-VSTs

In der Lo-Fi-Musik werden haufenweise Audioeffekte eingesetzt, darunter Phaser, Hall, Pitch-Bending, Chorus, Delay und viele mehr.
Indem du dich damit vertraut machst, was genau diese Audioeffekte anstellen, kannst du deine Produktionsfähigkeiten sowie deine Tracks verbessern.
Wir haben bereits diverse Artikel veröffentlicht, die erklären, wie man Audioeffekte einsetzt – lies sie dir durch und experimentiere mit ein paar Reglern.
Und natürlich gibt es auch viele Lo-Fi-VST-Plugins, mit deren Hilfe du deinen Sound verfeinern kannst.

Wie man Lo-Fi-Samples findet

Du solltest vorsichtig sein, wenn du auf der Jagd nach Samples für deine Lo-Fi-Tracks bist.
Das Urheberrecht im Bereich des Samplings ist nach wie vor eine Grauzone und es kann passieren, dass deine Tracks von den Streaming-Plattformen entfernt werden, wenn dir die entsprechenden Sample-Lizenzen für deine Tracks fehlen.
Am besten suchst du auf lizenzfreien Sample-Marketplaces wie LANDR Samples, deren Samples du nach dem Download ohne Probleme in deinen eigenen Tracks benutzen kannst.

Es gibt immens viele Lo-Fi-Sample-Packs, die es zu entdecken gilt.
Ich garantiere dir, dass du dort ein paar tolle Samples findest, insbesondere weil diese Sample-Packs so formatiert sind, dass sie in der DAW einfach arrangiert, zerlegt und bearbeitet werden können.
https://youtu.be/ZdcGbohvfSg
https://www.youtube.com/watch?v=aKJlp8syKmwZurück nach oben ⟰

Lo-Fi-Musik für die Ewigkeit

Lo-Fi ist ein Musiktrend, der so schnell nirgendwohin geht.
Eine einfache Suche auf YouTube fördert immens viele Playlists zutage, auf denen deine Tracks auftauchen könnten.
Es gibt eine riesige Community von Lo-Fi-Musik-Liebhaber*innen. Wenn du dich dazu berufen fühlst, ein paar Lo-Fi-Tracks zu schreiben, kannst du dich dementsprechend auf Unterstützung freuen.
Es wird Zeit, einen Lo-Fi-Beat zu machen, zu dem man mächtig entspannen kann!
Get out there and make a lo-fi beat to chill out to!Zurück nach oben ⟰