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Intervalle: Wie Noten zusammen funktionieren

Intervalle: Wie Noten zusammen funktionieren

Intervalle sind ein wesentlicher Bestandteil der Musiktheorie.

Sie sind die Grundbausteine, mit denen man Akkorde, Akkordfolgen und Melodien konstruiert.

Doch Intervalle sind nicht unbedingt leicht zu verstehen, wenn du dich noch nie mit ihnen beschäftigt hast. Bei einem so fundamentalen Thema kann schon der Anfang etwas verwirrend sein.

Nichtsdestotrotz lohnt es sich, das Thema anzugehen. Zu wissen, was Intervalle sind, wie man sie bestimmt und wie man sie nach Gehör erkennt, liefert dir die Tools, die du brauchst, um mit der Musiktheorie voranzukommen.

In diesem Artikel erkläre ich dir, was Intervalle sind, wie man sie lernt und was sie für deine Musik bewirken können.

Dann legen wir mal los.

Was sind Intervalle in der Musik?

Intervalle in der Musik sind die Distanzen zwischen Musiknoten. Ein Intervall kann sich zwischen zwei Noten befinden, die wie in einem Akkord gleichzeitig gespielt werden, oder zwischen zwei Noten, die nebeneinander in der gleichen Melodie liegen. Intervalle können alle Abstände sein, doch in der westlichen Musik befinden sie sich fast immer zwischen Noten der diatonischen Tonleiter.

Das mag vielleicht kompliziert klingen, bedeutet jedoch lediglich, dass Intervalle die Anzahl an Halbtonschritten zwischen zwei Noten in einem Akkord oder einer Melodie sind.

Warum Intervalle lernen?

Intervalle mögen einem wie ein trockenes, theoretisches Thema erscheinen.

Doch zu verstehen, wie sie funktionieren, ist eine der Grundlagen musikalischer Skills und hilft beim Songwriting, Arrangieren und Improvisieren.

Wenn du dich gut mit Intervallen auskennst, kannst du bessere Akkorde bilden, Akkordfolgen erkennen und sogar Melodien nach Gehör spielen.

Und als ob das noch nicht genug wäre, erfordert zudem so ziemlich jedes musiktheoretisches Konzept eine solide Grundkenntnis von Intervallen.

Tatsächlich ist es so, dass mangelndes Wissen bezüglich Intervalle eines der größten Hindernisse für autodidaktische Musiker*innen ist, wenn es darum geht, Musiktheorie besser zu verstehen.

Jetzt, da du die vielen Vorteile von Intervall-Wissen kennst, kommt hier alles, was du zum Thema Intervalle wissen musst.

Intervallzahlen

Jeder Intervall hat eine Zahl, die dir den Abstand zwischen den beiden Noten verrät.

Die Zahl gibt die Anzahl von Tonleiterschritten an, die die zweite Note von der ersten Note entfernt ist.

Wenn du z.B. weißt, dass die Ausgangsnote die Tonika in einer Dur-Tonleiter ist, dann kannst du ganz einfach die Tonleiterschritte zählen, bis du zur anderen Note des Intervalls gelangst.


Heißer Tipp: Das Zählen der Tonleiterschritte ist einfacher, wenn du die Namen der Noten in der Tonart der Ausgangsnote kennst. Falls du nicht weißt, wie du die Noten in einer Tonart findest, empfehle ich dir unseren Artikel zum Thema Tonleitern und Vorzeichen.

Eigenschaften von Intervallen

Die Eigenschaften von Intervallen sind wie die Eigenschaften von Akkorden, die du vielleicht bereits kennst – Dur, Moll, vermindert und übermäßig.

All diese Eigenschaften sind Resultate der Relation des Intervalls zur Dur-Tonleiter. Zum Beispiel: Der helle, fröhliche Sound der großen Terz ist der gleiche Intervall wie der dritte Tonleiterschritt der Dur-Tonleiter.

Intervalle, die nicht “groß” oder “klein” sind – wie z.B. die Quarte und die Quinte -, sind “rein”, wenn sie den gleichen Abstand zur Ausgangsnote haben wie in der Dur-Tonleiter.

Daher kannst du dir die Dur-Tonleiter wie die Schablone für die Grund- bzw. diatonischen Intervalle vorstellen.

Hier ist die C-Dur-Tonleiter ausgeschrieben mit allen Intervallen und ihren jeweiligen Eigenschaften:

https://blog.landr.com/wp-content/uploads/2020/09/Diatonic-Intervals.gif

 Bisher haben wir nur über diatonische Intervalle geredet, also jene Intervalle, die man in der Dur-Tonleiter findet.

Für die restlichen Intervalle kannst du jeden diatonischen Akkord um einen Halbtonschritt vermindern oder erhöhen, um so die restlichen Tasten der Klaviatur zu bekommen.

Wenn du z.B. die zweite Note in der großen Terz um einen Halbtonschritt verminderst, bekommst du eine kleine Terz – die gleiche Note wie der dritte Tonleiterschritt der Moll-Tonleiter.


Diesem Muster folgend sind hier alle Intervalle, die du in einer Oktave mit den 12 Noten bilden kannst:

music intervals chart

Harmonische Intervalle

Harmonische Intervalle sind Intervalle, die gleichzeitig in einem Akkord erklingen. Wenn du dich mit harmonischen Intervallen auskennst, kann dir das dabei helfen, Akkorde nach Gehör zu identifizieren und zu analysieren, wie sie gebildet werden.

Du kennst dich wahrscheinlich mit harmonischen Intervallen aus, falls du jemals schon Akkorde wie Dreiklänge oder Septakkorde Note für Note gebildet hast.

Hier ist ein C-Dur-Dreiklang mit seinen Intervallen:

https://blog.landr.com/wp-content/uploads/2020/09/Intervals_C-Major2.jpg

Melodische Intervalle

Melodische Intervalle sind die Abstände zwischen nebeneinander liegenden Noten.

Diese Intervalle verfügen über eine Richtung sowie eine Zahl und Eigenschaft.

Wenn die Melodie von der Ausgangsnote aus aufsteigt, wird die Richtung einfach dem Namen des Intervalls beigefügt – eine große Terz aufwärts.

Wenn die Melodie absteigt, wird auf die gleiche Weise verfahren – eine reine Quarte abwärts.

Wenn du jeden neuen Intervall in einer Melodie dem Gehör nach erkennst, kannst du ihn spielen oder schreiben, ohne die Noten lesen zu müssen.

Auch wenn du dir Melodien gut einprägen kannst – indem du die melodischen Intervalle lernst, kannst du sie auf dein Instrument und deine DAW übertragen.

Doch melodische Intervalle helfen nicht nur mit einer einzelnen Melodie.

Der Grundton eines jeden Akkords in einer Akkordfolge ist durch einen melodischen Intervall von seinem Nachbarn getrennt.

Der Grundton eines jeden Akkords in einer Akkordfolge ist durch einen melodischen Intervall von seinem Nachbarn getrennt.

Wenn du den Unterschied zwischen nebeneinanderliegenden Grundtönen von Akkorden erkennst, kannst du die Akkordfolgen nach Gehör lernen!

Wie du Intervalle erkennst

Am nützlichsten ist es, wenn man Intervalle erkennen kann – nach Gehör, auf dem Papier oder in der Pianorolle der DAW.

Das braucht ein wenig Übung, doch mit Mühe kann jede*r lernen.

Du kannst üben, indem du verschiedene Intervalle mit einem Klavier-VSTspielst und dich so daran gewöhnst, wie sie klingen.

Sobald du ein Gefühl für sie bekommen hast, kannst du mit einem Online-Gehör-Trainer üben, um noch besser zu werden.

Doch selbst erfahrene Musiker*innen wenden einen überraschenden Trick an, um sich die Klänge der verschiedenen Intervalle einzuprägen.

Es gibt ein paar gängige Melodien, die man sich leicht merken kann und die bestimmte Intervalle prominent zur Schau stellen.

Da gibt es eine große Auswahl, daher findest du vielleicht andere, die du bevorzugst, doch hier sind ein paar Lieder, die du benutzen kannst, um dir Intervalle einzuprägen:

1. Kleine Sekunde — Der Titelsong von Jaws


Dieser klassische Horrorfilm-Soundtrack erzeugt Spannung mit Hilfe des kleinstmöglichen Intervalls – der kleinen Sekunde.

2. Große Sekunde — Happy Birthday

Wer hat diesen Song nicht mindestens schon einmal in ihrem/seinem Leben gesungen? Jede*r kennt ihn und der erste Intervall in der Melodie ist eine große Sekunde – auf- und abwärts!

3. Kleine Terz — Seven Nation Army



Das einprägsame Oktaven-Riff, das zur Sporthymne wurde, beinhaltet eine schöne kleine Terz auf- und abwärts an erster Stelle des Musters.

4. Große Terz — Ob-la-di Ob-la-da


Paul McCartneys fröhliche und unsinnige Single von The White Album weist eine große Terz aufwärts im Refrain auf.

5. Reine Quarte — Harry Potter/Star Wars



Der legendäre Filmkomponist John Williams hat die reine Quarte als das melodische Verbindungsglied in einigen seiner berühmtesten Musikstücke benutzt.

Sie ist z.B. der erste Intervall in der Melodie von “Hedwig’s Theme” aus Harry Potter sowie dem “Force Theme” aus Star Wars.

6. Übermäßige Quarte/Verminderte Quinte — The Simpsons



Die kultige Intro-Musik von den Simpsons ist eines der besten Beispiele, wie man diesen weniger häufigen Intervall erkennen kann. Sobald du ihn hörst, erkennst du ihn.

7. Reine Quinte — Scarborough Fair

Simon and Garfunkels sinnierende Version dieses traditionellen Songs weist als ersten Intervall der Melodie eine starke reine Quinte auf. Zufällig ist sie auch noch ein gutes Beispiel für den dorischen Modus.



8. Kleine Sexte — In My Life



Die Gitarrenfigur, die diesen Klassiker von John Lennon eröffnet, enthält eine deutlich wahrnehmbare kleine Sexte aufwärts. Und trotzdem klingt der Akkord “fröhlich”, weil es sich um eine Umkehrung des Dur-Dreiklangs handelt.

9. Große Sexte — Take The ‘A’ Train


Die Hauptmelodie dieses Jazz-Klassikers beinhaltet direkt am Anfang eine starke große Sexte aufwärts.

10. Kleine Septime — Josie


Das harmonisierte Riff im Intro von Steely Dans Josie beinhaltet eine deutliche kleine Septime abwärts.

11. Große Septime — Take on Me



Ahas Hit aus den 80ern beinhaltet eine einprägsame große Septime abwärts in der Refrain-Melodie – und hat eines der besten Musikvideos aller Zeiten hervorgebracht.

12. Oktave — Somewhere Over the Rainbow



Eine Oktave mag einfach erscheinen, doch diesen Intervall auf Kommando zu singen, ohne dabei einen Song als Referenz zu haben, ist gar nicht so einfach.

Zum Glück enthält der altbekannte Song “Somewhere Over the Rainbow” einen einprägsamen Oktavsprung in der ersten Phrase.

Intervall-Training

Intervalle sind so wichtig für die Grundlagen der Musiktheorie, dass man sich gar nicht genug mit ihnen beschäftigen kann.

Doch falls du es bis ans Ende dieses Artikels geschafft hast, sieht es mit deinem Intervall-Wissen schon gar nicht so schlecht aus.

Jetzt da du die Grundlagen von Intervallen kennst, kannst du dich noch tiefer in die Musiktheorie einarbeiten.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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