LANDR BLOG

Musiktheorie

Molltonleitern: Wie man traurige Musik schreibt

Molltonleitern: Wie man traurige Musik schreibt

Dur- und Molltonleitern stellen die Grundlage für Melodien in der westlichen Musik dar. Diese fundamentalen Muster erzeugen bei den Hörer*innen grundlegende Emotionen.

Durtonleitern werden für gewöhnlich mit Fröhlichkeit assoziiert, wohingegen Molltonleitern typischerweise ein Gefühl von Traurigkeit und Melancholie hervorrufen.

Die düstere Stimmung, die Molltonleitern häufig erzeugen, hat einen starken Effekt auf die Hörer*innen. Du musst lernen, wie du sie schreibst und einsetzt, falls du diese unverwechselbare Atmosphäre in deinen Songs erzeugen willst.

Doch Molltonleitern sind komplizierter als ihre fröhlicheren Gegenstücke. Es gibt unterschiedliche Versionen und es bedarf ein bisschen mehr Arbeit, die Tonart zu finden.

In diesem Artikel erkläre ich alles, was du über Molltonleitern wissen musst und wie du sie in deiner Musik einsetzt.

Was ist eine Molltonleiter?

Die Molltonleiter wird in der westlichen Musik typischerweise mit traurigen Emotionen assoziiert. Es gibt drei Variationen: die natürliche Molltonleiter (auch Äolischer Modus genannt), die melodische Molltonleiter und die harmonische Molltonleiter. Jede wird anders eingesetzt, doch alle drei Tonleitern beinhalten die kleine Terz im dritten Tonleiterschritt.

Das mag kompliziert klingen, doch keine Sorge. Ich gehe alle drei Variationen der Molltonleiter durch und erkläre, woher sie kommen und wie sie eingesetzt werden.

Die natürliche Molltonleiter

Die natürliche Molltonleiter ist die simpelste Form der Molltonleiter.

Sie basiert auf dem folgenden Ganzton-Halbton-Muster: Ganzton-Halbton-Ganzton-Ganzton-Halbton-Ganzton-Ganzton. Dieses Muster kann visualisiert werden, indem man die Tonleiterschritte der Durtonleiter, die verändert werden müssen, aufschreibt.

Sie wird als natürliche Molltonleiter bezeichnet, weil sie die parallele Molltonart zur Durtonart mit den gleichen Vorzeichen ist.

Jede Durtonart hat die gleichen Vorzeichen wie ihre parallele Molltonleiter.

Jede Durtonart hat die gleichen Vorzeichen wie ihre parallele Molltonleiter.

Die parallele Molltonart ist die siebenstufige Tonleiter, die auf dem sechsten Tonleiterschritt der Durtonleiter beginnt und endet.

Zum Beispiel: Die parallele Molltonart zu C-Dur ist a-Moll. Beide haben keine Vorzeichen.

Wenn du die Noten dieser Tonarten mit den entsprechenden Vorzeichen der Reihe nach spielst, erhältst du die natürliche a-Molltonleiter.

Diese Beziehung ist der Grund dafür, dass die natürliche Molltonleiter manchmal auch Äolischer Modus genannt wird.

Er folgt dem gleichen Muster, das die Kirchentonarten von jedem Tonleiterschritt der Durtonleiter aus generiert – doch das ist ein Thema für einen anderen Artikel!

c natural minor diagram

Die harmonische Molltonleiter

Die natürliche Molltonleiter verfügt über einen tollen melancholischen Sound, doch es gibt ein Problem, wenn man sie in harmonischen Akkordfolgen verwenden will: Ihr fehlt ein Leitton.

In der Durtonart sind es der Halbtonschritt zwischen dem dritten und vierten sowie dem siebten und achten Ton der Tonleiter, die dem Dominantseptakkord seine harmonische Kraft verleihen.

Diese Töne wollen sich auf natürliche Weise nach oben oder unten zum Tonika-Akkord bewegen, um die Spannung einer musikalischen Phrase aufzulösen.

Nichtsdestotrotz bekommst du keinen Dominantseptakkord, wenn du einen Akkord mit vier Noten auf dem fünften Tonleiterschritt der natürlichen Molltonleiter bildest.

Um dies zu tun, musst du den siebten Tonleiterschritt der natürlichen Molltonleiter um einen Halbtonschritt erhöhen.

Die so entstehende Tonleiter wird als harmonische Molltonleiter bezeichnet, weil sie die wesentlichen Zutaten von V7 in Moll enthält – was eine Tonleiter braucht, um als Harmonie zu funktionieren.

Die harmonische Molltonleiter folgt folgendem Muster: Ganzton-Halbton-Ganzton-Ganzton-Halbton-Ganzton-Halbton-Ganzton

c harmonic minor diagram

Die melodische Molltonleiter

Die melodische Molltonleiter behebt die harmonischen Probleme der natürlichen Molltonleiter, hat jedoch ihre eigenen Probleme.

In der harmonischen Molltonleiter besteht der Intervall zwischen dem sechsten und siebten Tonleiterschritt aus einem Ganzton plus einem Halbton. Das liegt an der erhöhten Note für den Dominantseptakkord.

Leider kann dieser erhöhte zweite Tonleiterschritt für Melodien oder Voice-Leads etwas komisch sein.

Die melodische Molltonleiter löst dieses problem auf außergewöhnliche Art und Weise.

In der melodischen Molltonleiter werden der sechste und siebte Tonleiterschritt erhöht, wenn eine Phrase aufsteigt.

In der melodischen Molltonleiter werden der sechste und siebte Tonleiterschritt erhöht, wenn eine Phrase aufsteigt.

In der melodischen Molltonleiter werden der sechste und siebte Tonleiterschritt erhöht, wenn eine Phrase aufsteigt.

Wenn eine Phrase absteigt, wird der siebte Tonleiterschritt in der natürlichen Molltonleiter vermindert.

Dieses Schema konserviert den glatten melodischen Übergang zwischen Noten, ohne bizarre Sprünge.

Heißer Tipp: Im Jazz beinhaltet die melodische Molltonleiter immer den erhöhten sechsten und siebten Tonleiterschritt – egal ob aufsteigend oder absteigend.

c melodic minor diagram

Moll-Modi

Es gibt mehrere Modi, die ebenfalls über die kleine Terz an der dritten Tonleiterstufe verfügen und die es zu erwähnen gilt, wenn es um sorgenvolle und melancholische Sounds geht.

Ich habe bereits den Äolischen Modus erwähnt, doch ich will nochmals betonen, dass dieser simple Moll-Modus deinen Songs einen interessanten melodischen und harmonischen Charakter verleihen kann.

Der Moll-V-Akkord, der entsteht, wenn man einen Akkord vom fünften Tonleiterschritt eines Äolischen Modus aus bildet, wird häufig in Rock und Pop benutzt:

Die melodische Molltonleiter ist außerdem eng mit dem dorischen Modus, der über einen erhöhten sechsten Tonleiterschritt verfügt, verwandt. Der dorische Modus ist sogar noch häufiger in der Popmusik, was mit haufenweise Beispielen durch die Musikgeschichte hinweg belegt werden kann.

Der dorische Modus ist sogar noch häufiger in der Popmusik, was mit haufenweise Beispielen durch die Musikgeschichte hinweg belegt werden kann.

Und auch der phrygische Modus hat an der dritten Tonleiterstufe eine kleine Terz. Er klingt jedoch noch dunkler und sinnierender aufgrund seiner verminderten zweiten Tonleiterstufe.



Mit Moll-Klängen kann man viel machen!

Moll-ig warm

Moll ist unumgänglich, wenn du Songs schreiben willst, die traurige Emotionen bei deinen Hörer*innen hervorrufen.

Molltonleitern mögen einem zunächst kompliziert erscheinen, doch wenn man versteht, wie sie funktionieren und wie man sie einsetzt, ist das alles kein Problem.

Nutze diesen Leitfaden zum Thema Molltonleitern, um die dunklere Seite von Akkorden und Tonleitern zu erkunden.

Unlimited mastering &amp; distribution, 1200 royalty-free samples, 30+ plugins and more! <a href="https://join.landr.com/landr-studio/?utm_campaign=acquisition_platform_en_us_studio-generic-new-blog-ad&amp;utm_medium=organic_post&amp;utm_source=blog&amp;utm_content=left-hand-generic-ad&amp;utm_term=general">Get everything LANDR has to offer with LANDR Studio.</a>

Unlimited mastering & distribution, 1200 royalty-free samples, 30+ plugins and more! Get everything LANDR has to offer with LANDR Studio.

Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

Verpasse keinen Post aus dem LANDR Blog

Neueste Beiträge