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Gehörbildung: Theorie-Tipps für den besseren Umgang mit Samples

Gehörbildung: Theorie-Tipps für den besseren Umgang mit Samples

Musik, die auf Samples basiert, mag einem so weit entrückt von traditioneller Musiktheorie erscheinen, wie nur möglich.

Doch indem du die Grundlagen der Theorie verstehst, kannst du bessere Musik machen, egal welche Tools du dabei benutzt.

Die Theorie ist nicht immer einfach, doch der Aufwand ist es wert, insbesondere wenn du die Theorie in deinem Samples-Workflow anwendest.

Hier sind fünf Tipps für die Gehörbildung, die dir dabei helfen, Samples besser zu benutzen.

1. Achte auf die richtige Tonart

Das ist das gängigste Problem, das Produzent*innen haben, wenn es darum geht, Samples mit Obertongehalt in ihre Tracks zu integrieren.

Je nach deiner vorangegangenen Erfahrung mit Musiktheorie kann das zunächst knifflig sein, und du musst auf jeden Fall deine Ohren einsetzen.

Am Anfang musst du zunächst die Tonart deines eigenen Tracks identifizieren. Falls du beim Songwriting viel improvisierst, kann es gut sein, dass du die Tonart deines Songs aus dem Stegreif nicht kennst.

Hier kommt ein hilfreicher Tipp: Ein Song beginnt meistens mit der Tonika. Das heißt, dass der erste Akkord deines Songs dir meistens direkt seine Tonart verrät.

Ein Song beginnt meistens mit der Tonika.

Doch um auf Nummer sicher zu gehen, musst du auf die harmonischen Progressionen achten. Versuche, das “harmonische Zuhause” des Songs zu identifizieren – der Akkord, der sich am stabilsten und natürlichsten anhört.

Ziehe dann die Stufentheorie heran, um dich zu versichern. Das eindeutigste Zeichen, das eine Tonart bestätigt, ist die Bewegung von einem Dominantakkord zum Tonika-Akkord, wo die Phrase pausiert.

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Halte Ausschau nach den V-Is!

Wenn du die Tonart deines Tracks bestimmt hast, musst du herausfinden, in welcher Beziehung das Sample zu ihr steht.

Und da kommt Gehörbildung ins Spiel! Falls dein Sample aus einer einzigen Note besteht, musst du die Intervall-Beziehung zwischen dem Sample und der Tonika der Tonart deines Songs finden.

Falls du mehr Übung beim Identifizieren von Intervall-Beziehungen brauchst, empfehle ich dir unsere Übersicht über Apps für die Gehörbildung, mit denen du deine Kompetenzen erweitern kannst.

Dann kannst du die Transpositions-Funktion deines Samplers benutzen, um dein Sample zu einer Note in der Tonart deines Tracks zu transponieren.

2. Versuche es mir Paralleltonarten

Paralleltonarten sind parallele Dur- und Moll-Tonarten mit dem gleichen Grundton.

Paralleltonarten sind parallele Dur- und Moll-Tonarten mit dem gleichen Grundton.

Jede Dur-Tonart verfügt über eine parallele Moll-Tonart und jede Moll-Tonart über eine parallele Dur-Tonart.

Das heißt, dass eine melodische Notensequenz immer in mindestens zwei Tonarten funktioniert.

Selbst wenn dein Sample eine Dur-Melodie aufweist, könnte es in der parallelen Moll-Tonart noch interessanter sein – und umgekehrt.

Um die parallele Moll-Tonart einer Dur-Tonart zu finden, schau dir einfach die Tonleiter mit den gleichen Vorzeichen an, die auf der dritten Tonleiterstufe beginnt und endet.

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Und dann gibt es noch Modi. Falls du dazu bereit bist, die Dur-Tonart zu verlassen, kannst du Formeln verwandter Tonarten nutzen, um deine gesampelten Melodien in unterschiedliche Modi zu verschieben.

Zum Beispiel: Eine Melodie in C-Dur, die den Leitton (H) enthalt, der über einen F-Grundton gespielt wird, ist eigentlich F lydisch.

3. Kenne die Qualitäten deiner diatonischen Akkorde

Nur weil ein Sample einen Dur- oder Moll-Akkord enthält, heißt das nicht, dass du dich darauf beschränken musst, einen Tonika-Akkord in einer einzigen Tonart (und seinen Parallel-Tonarten) zu benutzen.

Dur- und Moll-Akkorde haben beide ihren Platz innerhalb einer Tonart. Sie nennen sich diatonische Akkorde.

Diatonische Akkorde sind Akkorde, die von jedem Schritt der Tonleiter aus gebildet werden und lediglich Noten aus der Tonart enthalten.

Diatonische Akkorde sind Akkorde, die von jedem Schritt der Tonleiter aus gebildet werden und lediglich Noten aus der Tonart enthalten.

Hier ist eine praktische Tabelle, die dir dabei hilft, dir die Ordnung der Akkord-Qualitäten in der Dur-Tonart zu merken:

diatonic chords major scale

Wenn man sich die Tabelle anschaut, fällt auf, dass jede Tonart drei Dur- und drei Moll-Akkorde hat. Egal in welcher Tonart du dich befindest, du hast für beide immer drei Optionen, wenn du deine Samples transponieren willst.

4. Bilde Progressionen mit Parallelakkorden

Wenn du mit einem Sample arbeitest, das einen Akkord enthält, kann es sein, dass du dich etwas eingeschränkt fühlst.

Da du die Beziehungen zwischen den Noten innerhalb des Samples nicht verändern kannst, musst du mit dem arbeiten, was du hast.

Doch das heißt nicht, dass es unmöglich ist, komplette Progressionen anhand eines einzigen harmonischen Samples zu bilden.

Parallele Transposition kann ein interessantes Akkord-Verfahren an sich darstellen.

Parallele Transposition kann ein interessantes Akkord-Verfahren an sich darstellen.

Tatsächlich gibt es viele Beispiele für klassische Songs, die mit Parallel-Akkorden gebildet wurden.

Dieses Verfahren ist ein tolles Beispiel dafür, wie Beschränkungen manchmal für noch mehr Kreativität sorgen können!

5. Experimentiere mit Rhythmen

Bisher habe ich viel von Harmonik geredet, doch es gibt mindestens genauso viel Theorie zum Thema Rhythmus.

Es braucht nicht viel, um gesampelte Rhythmen perfekt in Blöcke einzuteilen. Lege den Start- und Endpunkt von Percussion-Grooves fest, um zu sehen, wie toll sie zusammen passen können.

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Es kann sogar sein, dass diese alternierenden rhythmischen Betonungen Polyrhythmen produzieren, die stumpfen Loops eine interessante Note verpassen können.

Durchtrainierte Ohren

Die Gehörbildung ist eine der wichtigsten Komponente der Musiktheorie.

Die Skills, die du bei der Gehörbildung entwickelst, sind in jeder musikalischen Situation nützlich, selbst bei der Arbeit mit Samples.

Greife auf die hier vorgestellten Tipps zurück, wenn du das nächste Mal Schwierigkeiten mit Samples und Musiktheorie hast.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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