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Wie man in 6 Schritten einen Song schreibt

Wie man in 6 Schritten einen Song schreibt

Eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Songwriting.

Schwirren dir Melodien im Kopf rum? Denkst du nur noch in Takten? Siehst du Lyrics anstelle von Worten?

Es wird Zeit, einen Song zu schreiben!

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“Songwriting ist die höchste Kunst in der Musik. Es gibt keine Platte ohne einen Song.”
– Bruce Roberts. Songwriter & Musiker

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, einen Song zu schreiben. Aber wo fängt man überhaupt an? Und noch viel wichtiger: Wo sollte man aufhören?

Der beste Weg zum perfekten Song liegt darin, die Grundregeln des Songwriting zu kennen – am besten aus dem Effeff!

Diese simple Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Songwriting wird dir das nötige Rüstzeug vermitteln, um loszulegen – und deine Songs zu Ende zu bringen.

Du hast schon eine erste Idee für einen Song? Perfekt: los geht’s mit unserer Anleitung zum perfekten Songwriting.

1. Wie man einen Song beginnt

Bevor du mit dem Schreiben anfängst, solltest du grob definieren, was du eigentlich möchtest. Damit meine ich nicht, dass du eine starre Struktur aufbauen sollst.

Vielmehr solltest du dir Schlüsselfragen stellen, um so von Anfang an einen Leitfaden zu haben, nach dem du dich richten kannst.

Welches Instrument wähle ich?

Selbstverständlich musst du nicht sofort alle Instrumente, die du verwenden willst, festlegen. Als guter Songwriter solltest du mehrere Arten von Instrumenten variieren können. Aber sich schon am Anfang zumindest für ein Hauptinstrument zu entscheiden, ist immer eine gute Idee.

Typischerweise gehören Klavier und Gitarre zum Standardrepertoire des Songwriters. Aber eine Drum Machine, ein VST-Synth oder ein MIDI-Controller können ebenso ein guter Anfang sein.

Fange am besten mit dem Instrument an, mit dem du am besten vertraut bist. Ideen kommen dir leichter, wenn du dich wohlfühlst. Du solltest du dich erst gut mit deinen Lieblingsinstrumenten auskennen und dann einen Song schreiben.

Songwriting-Exercises

Hat der Song Lyrics?

Wenn dein Song Lyrics haben soll, notiere dir zuerst ein paar Ideen. Diese müssen noch keine Songstruktur aufweisen (dazu später mehr).

Ein paar einfache Konzepte helfen dir dabei loszulegen. Ein super Hilfsmittel für Songtexte ist ein Reimwörterbuch. Es mag banal klingen, aber wenn du noch ganz am Anfang stehst, findest du dort schnell Inspiration.

Schreibe deine Texte mit der Instrumentenauswahl im Kopf. Ein Klavier oder eine Gitarre in der Nähe zu haben, kann dir dabei helfen, deine Lyrics besser zu verstehen.

Beim ‘Live-Spielen’ deiner Lyrics werden dir Teile des finalen Songs ganz von alleine zufliegen.

Erste Lyrics werden dich zur Kernidee deines Songs führen. Hast du erst einmal die Grundidee vor Augen (oder Ohren), wird sich alles andere wie von selbst zusammenfügen.

Jede Art von Sprache ist Musik. Gute Lyrics zaubern ein musikalisches Element in das gesprochene Wort.

Schlussendlich gilt: Mach dir keinen allzu großen Kopf darüber, wie man Songs schreibt. Am Ende solltest du dich beim Songswriting vor allem wohlfühlen.

Welches Thema hat mein Song?

Ein Song sollte eine Frage beantworten. Stelle die Frage und beantworte sie mit den Elementen deines Textes.

Füge Frage und Antwort direkt in deine Lyrics ein.

Oder finde darin die Antwort auf eine Frage, die du dir selbst schon immer gestellt hast. Zum Beispiel: “Wie würde es klingen, wenn…” oder “Wie kann man diese Idee/dieses Konzept in Musik umwandeln?”. Das kann ein guter Ausgangspunkt sein.

Es klingt vielleicht etwas kitschig, aber gute Songs brauchen Substanz. Das bedeutet Emotionen, Stimmungen, Gefühle. Auch Risiko und Experimentierfreude gehören dazu.

Was bewegt dich selber? Welche Emotionen weckt dein Song in dir? Musik ist viel fesselnder, wenn deine Texte authentisch sind.

Wenn dich deine eigene Musik nichts fühlen lässt, liegt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich gefühlstechnisch auch bei Anderen nichts tut. Daher: Kreiere etwas, das von Herzen kommt.

All deine Tagträume und wandernden Gedanken sind Songs, die darauf warten, geschrieben zu werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Songwriting

Okay, großartig! Nun weißt du ja schon ungefähr, wo es mit deinem Song hingehen soll. Und du weißt ebenso, welche Songwriting-Tools du benutzen wills.

Los geht’s!

2. Erstelle einen groben Entwurf

Zu wissen, wie man Songs schreibt, bedeutet, eine erste ungefähre Vorstellung im Kopf zu haben, auf der man aufbauen kann. Dir fällt spontan gerade nichts ein? Keine Sorge.

Schnapp dir das Instrument deiner Wahl, drücke auf “Aufnahme” und fange an, deinen Song zu entwerfen. Du wirst überrascht sein, wie schnell dir erste Song-Ideen kommen.

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“Bearbeite nicht deinen ersten Gedanken, sondern stelle sicher, dass du ihn immer bei dir hast.”
Bruce Roberts

Du musst keinesfalls schon den kompletten Song im Kopf haben, bevor du mit dem Schreiben anfängst. Mache einfach eine kleine Jam-Session, höre dir alles nochmal an und schaue, ob etwas Brauchbares dabei ist.

Tipp: Schreibe auf keinen Fall von Anfang an komplette Parts. Hast du erst einmal einen Entwurf, kannst du immer noch zurückgehen und gut klingende Passagen aussuchen.

3. Finde deine Song-Idee

Der schwierigste Teil beim Songwriting ist der Anfang. Erste Ideen aus dem Nichts zu Erschaffen, stellt zunächst eine große Herausforderung dar.

Aber das muss so nicht sein. Jeder Song hat ein zentrales Thema. Beginne mit einem Hauptthema und es wird ein Kinderspiel, mit dem Song anzufangen.

Sieh dir noch einmal deine ersten Entwürfe an. Konzentriere dich auf die aussagekräftigsten Bestandteile. Songs entstehen meistens durch zufällige Ideen, auf denen du aufbauen kannst.

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Dein Hauptteil kann alles sein:

  • Eine Strophe
  • Eine Melodie
  • Eine Akkordfolge
  • Ein Drumloop
  • Eine Hookline
  • Ein Refrain
  • Eine Bassline
  • Oder alles, was dir sonst noch beim Schreiben bzw. Spielen hilft.

Sobald du die Song-Idee hast, kommt der Rest von alleine. Der Entwurf eines Hauptthemas ist das Fundament, auf dem du aufbaust.

Also: Entwirf einfach drauf los!

Die Bestandteile eines Songs

Bevor du auf deiner Song-Idee aufbaust, solltest du dir schon über die Bestandteile des Songs im Klaren sein.

Sie sind die Bausteine in deinem Werk.

Du musst keineswegs alle benutzen. Auch der genaue Aufbau bleibt dir überlassen. Dennoch solltest du wissen, welche Song-Parts eigentlich existieren.

Strophe, Refrain und Bridge

Es gibt drei Teile eines Songs: Strophe, Refrain und die sogenannte Bridge (= eine Songvariation oder -überleitung). Sie sind die drei Bausteine des Songwritings.

Im Folgenden beschreiben wir die einzelnen Teile. Nutze sie, um dein nächstes Meisterwerk zu erschaffen.

  • Was ist eine Strophe?

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Die Strophe dient dazu, den Song voranzutreiben. Wenn du dir ein Lied wie eine Geschichte vorstellst, dann ist die Strophe jener Teil, der Spannung und Action erzeugt.

Wie du schon gelernt hast, brauchst du keine Lyrics, um eine Geschichte zu erzählen. Es kann auch eine Akkordfolge oder eine Drum-Sequenz sein. Kombiniere einfach Klänge, bis etwas Interessantes dabei herauskommt.

Jede neue Strophe unterschiedet sich typischerweise von der vorangegangenen Strophe. Die Melodie in deiner Strophe sollte auf den Refrain hinarbeiten, um dann nahtlos in ihn überzugehen.

  •  Was ist ein Refrain?

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Der Refrain ist der Teil eines Songs, der einen Text, eine Idee oder einen Abschnitt zwischen den einzelnen Strophen wiederholt.

Der Refrain folgt fast immer auf eine Strophe. Während Strophen sich in ihrer Struktur unterscheiden können, lebt der Refrain von Wiederholung.

Ein guter Refrain ist einprägsam und mitreißend. Er sollte die Hauptaussage deines Songs beinhalten.

Da die Strophen auf den Refrain hinarbeiten und der Refrain sich mehrfach im Song wiederholt, ist er der Teil mit dem höchsten Wiedererkennungswert.

Daher summst du vermutlich auch meistens den Refrain, wenn du einen Ohrwurm hast.

  • Was ist eine Bridge?

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Die Bridge ist der Teil eines Songs, der sich von allen übrigen Teilen abhebt.

Sie erlaubt es, sich kurz vom eigentlich Kern des Songs zu entfernen. Dafür solltest du eine Melodie oder Akkordfolge auswählen, die sich von den Strophen und dem Refrain abhebt.

Meistens kommt die Bridge zwischen Strophe und Refrain vor. Ist sie vorbei, fängt der Refrain bzw. die Strophe wieder an.

Zuhörer/innen werden sich während der Bridge nach deinem Refrain bzw. der Strophe sehnen. Also gib ihnen, was sie wollen.

Weitere Charakteristika eines Songs

Strophe, Refrain und Bridge sind die Hauptbestandteile deines Songs. Aber es gibt noch ein paar andere Elemente, die du kennen musst, bevor du loslegst:

  • Was ist die Tonart?

Die Tonart bestimmt die Noten, aus denen dein Song besteht. Die Tonika bzw. der Grundton bestimmt die passenden Noten bzw. Tonleiter, die du später benutzen wirst.

Das bedeutet, dass Melodien, Akkorde und auch Basslines durch diese Tonleiter festgelegt werden.

Kenntnisse in elementarer Musiktheorie sind der Schlüssel zum Erfolg, wenn es ums Songwriting geht. Also nimm dir unbedingt die Zeit, um die Grundlagen zu lernen.

  • Was ist eine Melodie?

Eine Melodie ist eine Notensequenz, die das letgebende Element deines Songs bildet. Sie ist quasi der Hauptbestandteil deines Songs. Sie definiert die Grundstimmung im Track.

Je nachdem, in welchem Genre du arbeitest, kann die Melodie verschiedene Formen annehmen. Sie hat allerdings immer Einfluss auf die Tonalität des Songs.

Die Melodie wird oft durch Hintergrundelemente wie z. B. Percussions begleitet. Nicht selten ist es Gesang oder ein Leitinstrument, das die Hauptmelodie begleitet.

  • Was ist ein Hook?

Ein Hook (von engl.: Haken) ist der Teil des Songs, zu dem du unter der Dusche mitsingst. Der Ohrwurm, den du nicht mehr loswirst.

Der Hook kann ein kleiner, melodischer Abschnitt sein, Teil eines Solos, Lyrics aus einer Strophe, eine Hintergrund-Vocal oder ein sonstiger Bestandteil deines Songs. Der Hook macht einen Song eingängig.

Gute Songwriter/innen haben immer Ideen für einen guten Hook! Beim Konzipieren des Songs solltest du immer den Hook im Ohr haben.

Du arbeitest an der ersten Strophe? Es sollte auch einen Hook geben! Du arbeitest am Refrain? Denk an den Hook!

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“Großartige Songs sind immer auch Hooks. Die Strophe ist ein Hook, die Bridge ist ein Hook, der Hook ist ein Hook.” – Bruce Roberts

4. Lege die Songstruktur fest

Nachdem du nun die Hauptaussage deines Songs hast und mit den Bestandteilen eines Songs vertraut bist, sollten wir einen Schritt weitergehen.

Die fundamentale Idee deines Songs ist der Teil, auf dem der Rest aufbaut. Im nächsten Abschnitt lernst du, wie du die grobe Idee in einen strukturierten Track verwandelst.

Die Art deines Songs definiert die Songstruktur.

Wenn du zum Beispiel einen Pop-Song schreibst, wird sich die Struktur leicht von der eines EDM-Tracks unterscheiden.

Es gibt drei grundlegende Strukturen, die sich auf fast alle Arten der zeitgenössischen Popmusik anwenden lassen:

Songstruktur

Es gibt unzählige Möglichkeiten, einen Song zu arrangieren. Wie du ihn aufbaust, bleibt dir überlassen. Aber es gibt typische Songstrukturen, mit denen du am Anfang arbeiten solltest.

Die häufigsten Songstrukturen:

Common-Song-Structures

Die beste Songstruktur zum Einstieg

Die wichtigsten Teile, mit denen man beginnen sollte, sind Strophe und Refrain. Sei dir über beide Teile im Klaren, bevor du zu weiteren Elementen übergehst.

Sobald du fertig bist, ist es an der Zeit, den Rest des Songs auszufüllen. Das ergibt eine Struktur, die einfach, klar und sehr hilfreich für Narrativ und Spannungsaufbau ist.

Deine Zuhörer/innen werden nach mehr verlangen. Sie werden auf eine Reise geführt und der Song bleibt ihnen im Ohr.

Und so sieht das aus:

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Ziemlich einfach, oder?

Diese Struktur gibt es überall in der Musikgeschichte. Und weißt du warum? Weil sie funktioniert!

Du denkst sicher: “Wenn alle Songs diese Struktur haben, ist das doch langweilig!” Aber tatsächlich lässt diese Struktur sehr viel Raum, um kreativ zu werden.

Es gibt unzählige Sounds, die sich in diese Struktur einfügen lassen. Also experimentier einfach drauf los, um dich daran zu gewöhnen.

Die Struktur von EDM-Songs

Die Strukturen von EDM-Songs unterscheiden sich ein wenig von der oben genannten. Es gibt aber nur ein paar Änderungen.

So machen es EDM-Produzenten:

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Diese Abschnitte arbeiten sogar ohne Lyrics. Ein Refrain braucht keine Vocals. Verwende einfach einen mitreißenden Synth-Lead.

EDM bietet unendlich viele Möglichkeiten, um mit der klassischen Songstruktur zu arbeiten.

Vielleicht hat dein Track eine treibende Bassline, die unverändert durch den ganzen Song bestehen bleibt. Die oberen Teile verschieben und verändern sich dabei jedoch.

Oder die Leitmelodie bleibt gleich, aber die Percussions bilden eine Strophe, einen Refrain etc. Letztendlich bleibt es komplett dir überlassen, wie du alles aufbaust.

5. Auf Song-Ideen aufbauen

Da du nun alle Teile eines Songs und seine Gesamtstruktur kennst, sollten wir mit dem Schreiben loslegen.

Auf dem ersten Entwurf für deinen Song aufzubauen, heißt, andere passende Teile hinzuzufügen.

Dein erster Entwurf ist schon ein eingängiger Hook? Dann solltest du dir überlegen, wo er am besten hineinpasst. Du könntest ihn im Refrain einfügen oder in die Bridge.

Enthält dein grober Entwurf schon perfekte Zeilen für deine Lyrics? Such dir aus, wo du sie am besten unterbringst. Eventuell in der zweite Strophe?

Eigentlich ist es ganz egal, wohin du deine erste Idee steckst. Sobald du dich entschieden hast, wird es dir leichter fallen, auf ihr aufzubauen.

Zum Beispiel ist es einfacher, zum Refrain zu gelangen, wenn du deine Hauptidee schon in die Strophe einbaust. Jeder Teil ist ein weitere Schritt zum nächsten.

Also kritzel einfach drauf los!

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6. Einen Song fertigstellen

Nun sind also alle Song-Ideen an ihrem Platz. Du hast alle Teile, die du brauchst, und du hast eine Struktur gefunden. Großartig!

An diesem Punkt gibt es unendlich viele Möglichkeiten, wie du zum Ziel gelangen kannst. Genau darin liegt die Magie beim Songwriting: Es gibt nicht den ‘perfekten’ Weg zu deinem Song.

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“Man kann nicht sagen ‘Wie schreibt man einen Song?’ Es passiert einfach. Jeder hat dafür seinen eigenen Prozess.”
– Bruce Roberts

Wenn es ums Songwriting geht, hat Bruce Roberts einfach Recht. Der beste Songwriting-Prozess ist DEIN EIGENER.

Du kannst diesen Weg aber nur finden, wenn du dir die Zeit nimmst, dich hinsetzt und deinen Song zusammenbaust. Hoffentlich lässt sich deine Studiotür abschließen!

Lade dir die essentielle Songwriting-Checkliste herunter und versichere dich, dass dein Song alles hat, was er für den Erfolg benötigt.

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Sicher wird es nicht immer einfach sein. Manchmal fliegt dir ein Song einfach so zu. Manchmal braucht es etwas Geduld.

Solltest du eine Blockade haben, gibt es zahlreiche Songwriting-Tipps, die dir dabei helfen, aus dem Tal herauszukommen.

Songwriting-Übungen

Diese einfachen Übungen werden dir dabei helfen, Schreibblockaden zu überwinden, Ideen zu generieren und dich inspirieren zu lassen.

  • Kopieren und anschließend dein eigenes Ding daraus machen.

Zeitlose Songs überdauern aus gutem Grund. Die beste Art, Songs zu schreiben, heißt oftmals, bei den Klassikern abzuschauen.

“Gute Songs bleiben immer wandelbar in Bedeutung und Gestalt.”
– Diane Warren

Hör dir deinen Lieblingssong an und frage dich: Warum mag ich ihn so besonders? Wie ist er arrangiert? Welche Bestandteile gibt es? Summe die Melodie oder besser: spiel sie!

Sobald du dies verstanden hast, schaffe deine eigene Melodie, die für dich passt. Wenn von der Crème de la crème ausgehst, stehen die Chancen nicht schlecht, dass du am Ende Gold in der Hand hältst.

Zuhören steigert deine Schaffenskraft. Die besten Songwriter/innen hören sich auch Musik anderer Musiker/innen an, bevor sie den Stift in die Hand nehmen.

So wie Tom Waits. Er hört sich zwei verschiedene Radiosender gleichzeitig an und sucht nach interessanten Überschneidungen.

Oder Bob Dylan. Vor dem Schreiben eines Songs meditiert er und hört sich dabei ein Lied an, das ihn inspiriert.

Denke daran: Es gibt einen Unterschied zwischen Inspiration und Diebstahl. Hol dir die nötige Inspiration, aber mache daraus dein eigenes Ding.
Hör dir also die großen Musiker/innen ganz genau an und du wirst unzählige Ideen bekommen, um loszulegen.

  • Nutze den Erzählbogen

Erinnerst du dich an die Schulzeit, als du alle Teile eines Dramas wie “steigende Handlung” oder “Höhepunkt” lernen musstest?

Vielleicht hast auch nicht aufgepasst, weil du dir lieber Mini-Discs angehört hast.

Was ich eigentlich sagen will: Jede Art von Song ist auch eine Geschichte. Wendest du den Erzählbogen auf deinen Song an, macht es ihn für die Zuhörer/innen interessanter.

Nutze jeden Teil des Songs, um Spannung aufzubauen bis zum Höhepunkt. Hebe einzelne Teile hervor, an denen das Interesse der Hörer/innen haften bleibt.

So sieht der Erzählbogen aus:

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Auf einen gewöhnlichen Song angewendet würde der Erzählbogen wie folgt aussehen:

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  • Aktives Zuhören

Eine weitere Methode besteht darin herauszufinden, wie dein Lieblingssong funktioniert. Dafür musst du aktives Zuhören lernen.

Schnapp dir Stift und Papier. Zeichne ein Diagramm für einen Song, der dir gefällt. Identifiziere nun alle Bestandteile des Songs, die ich dir in diesem Text bereits vorgestellt habe (Strophe, Refrain, Bridge etc.).

Das wird dir dabei helfen, die Struktur deines Lieblingssongs auf eine sichtbare Weise darzustellen.

Tipp: Ich selber schneide manchmal einzelne Teile des Songs in meiner DAW zu, wenn ich wirklich verstehen will, wie ein bestimmter Song genau funktioniert.

So visualisierst du nicht nur jeden einzelnen Teil, sondern anhand der Wellenkurven in deiner DAW auch die unterschiedlichen Dynamikumfänge.

Danach ordne ich den einzelnen Parts unterschiedliche Farben zu, um sie unterscheiden zu können. Wenn sich der Cursor durch den Song bewegt, höre und sehe ich genau, wo welcher Teil in den nächsten übergeht.

Hast du die einzelnen Parts erst einmal identifiziert, wird es viel einfacher, sie dir zu eigen zu machen.

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  • Sieh deinen Song als ein Teil des Ganzen

Wenn man einen Song schreibt, kommt es leicht vor, dass man sich in Einzelteilen verliert.

Natürlich sollte man sich auf jeden einzelnenTeil eingehenden konzentrieren. Aber vergiss niemals, das große Ganze im Blick zu behalten. Nutze die bereits geschriebenen Teile als Hilfe, sobald du eine kreative Blockade verspürst.

Die einzelnen Teile deines Songs sollten sich auf natürliche Weise verbinden. Jeder Teil muss dabei in Hinblick auf den Kontext an den nächsten anknüpfen. Wenn du dich aber zu sehr an einem einzelnen Teil festbeißt, kann das Gesamtgefüge auseinanderfallen.

Bedenke: Du schreibst keinen Refrain, eine einzelne Strophe oder eine Melodie. Du schreibst einen Song! Jedes Element muss sich passgenau einfügen, damit es am Ende gut klingt.

Erstelle einzelne Abschnitte also mit anderen Teilen im Hinterkopf. So wird sich alles wie Perlen an einer Perlenkette aneinanderfügen.

  • Finde deinen Songwriting-Partner

Denke an Jimmy Page und Robert Plant, John Lennon und Paul McCartney, Mick Jagger und Keith Richards. Die Liste lässt sich endlos fortführen…

Viele Hits wurden von Teams geschrieben.

Suche dir einen Mitstreiter! Vielleicht geht es dir ähnlich, aber ich selber könnte mir das kreative Schaffen in völliger Isolation nur schwer vorstellen.

Co-Produzent/innen sind wichtig, um deine kreativen Ideen auf den Prüfstand zu stellen. Zwei oder mehr Leute bedeuten auch mehr kreativen Input. Und schnellere Fortschritte bei der Arbeit.

Wenn du schon als Songwriter/in aktiv warst, werden Mitwirkende für frischen Wind sorgen, indem sie neue Klänge, Ansätze und Ideen einbringen. Also arbeite mit Anderen zusammen und verdopple deinen Output!

  • Denke aus der Sicht des Zuhörers

Du willst herausfinden, ob dein Song etwas taugt: Spiele ihn vor!

Während des kreativen Prozesses verliert man sich leicht in den Einzelteilen. Oder in Arrangements und Diagrammen.

Prüfe deinen Song regelmäßig und mache Hörproben. Spiele den Part, an dem du nicht weiterkommst, einfach häufig. Die Wiederholung wird deinen Geist anregen. It wants progression and wants to fill in the pattern organically. So play what you’ve got as much as you can while you’re writing.

Dein Gehirn wird in Erwartung auf den nächsten Part versetzt. Die Synapsen wollen Fortschritt und werden automatisch die fehlenden Lücken füllen. Also spiele alles was du hast, so oft wie es geht. Die Stolpersteine auf deinem Weg werden sich ganz von alleine auflösen.

Ein Song ist niemals genug!

Nun da du das komplette Rüstzeug zum Songwriting hast, musst du nur noch Folgendes tun:

Schreibe Millionen von Songs! Um ein guter Songwriter zu werden, musst du nicht viel tun, einfach nur: schreiben, schreiben, schreiben!

“Bleib einfach dran! Nur so wirst du gut! Irgendwann wirst und bleibst du großartig.” – Diane Warren. Gewinnerin eines Grammy Awards und mehrfach mit Platin ausgezeichnet.

Als Grundregel gilt: Habe immer einen Song in der Mache. Am besten sogar 3 oder mehr.

Wenn es ums Dazulernen geht, heißt es: “Viel hilft viel.” Lerne auch zu Scheitern, genauso wie du lernen wirst, Erfolg zu haben. Lerne zu erkennen, wann du nein und wann du ja sagen solltest.

Mit den vorgestellten Tools ist alles möglich. Dein nächster großer Hit ist nicht weit entfernt. Es gilt wie immer im Leben:

“Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!”

Songwriting-Tools

The Method Behind The Music – Einführung in die Grundlagen der Musiktheorie und ein kompaktes Musikhandbuch.

Autochords – Bietet Hilfestellung beim Finden von Akkorden und Akkordfolgen.

Uberchord – Lern-App zum Gitarrespielen. Hilft dir, Akkorde zu lernen, und bietet sogar Echtzeit-Feedback.

Multi Track Song Recorder - Ein genialer Vierspur-Recorder zum Songwriting. Halte deine Ideen überall fest oder nutze ihn zum Songwriting im Studio.

Evernote – Diese Notizbuch-App ist sehr gut für das Festhalten und Sammeln von Ideen geeignet. Egal wo du gerade bist. Du weißt nie, wann du eine kreative Eingebung hast. So bist du immer vorbereitet.

SoundCloud – SoundCloud ist genau der richtige Ort, um Songentwurfe privat oder offentlich zu sharen und sich so Feedback einzuholen. Du kannst sogar einzelne Parts der Wellenform direkt kommentieren.

Rhyme Zone – Kostenloses Reimwörterbuch für deine lyrische Erweckung!

Hum - Hum ist ein Aufnahmegerät und ein Tool zur Notentranskription in einem. Organisiere deine Ideen nach Tonart oder Stimmung. Es kostet 2.99$, aber die Investition lohnt sich!

Lyricsmith – Lyricsmith ist eine Gratis-App für Songwriter und beinhaltet ein Reimwörterbuch sowie einen Organizer, mit dessen Hilfe du alle deine Lyrics per Suchfunktion finden kannst.

Chordbot Lite – Chordbot lässt dich Akkorde und Akkordfolgen erstellen, arrangieren und testen. Das Tool gibt es gratis!

Infinite Jukebox – Sehen heißt wissen! Dieses Toll zur Songvisualisierung zeigt dir, aus welchen Parts sich ein Song zusammensetzt. Füge deinen eigenen Song ein oder finde heraus, wie sich dein Lieblingssong zusammensetzt.