Was sind Drum-Breaks? Die 10 besten Breakbeats aller Zeiten

Was sind Drum-Breaks? Die 10 besten Breakbeats aller Zeiten

Drum-Breaks sind ein ganz besonderer Moment in einem Song.

Wenn die Band aussetzt und man plötzlich hört, was die Schlagzeugerin/der Schlagzeuger die ganze Zeit schon gespielt hat, muss man einfach mit den Füßen wippen.

Was als hilfreicher und interessanter Weg angefangen hat, um einen Song einzuleiten oder zum finalen Refrain zurückzukehren, hat den Lauf der Musikgeschichte verändert.

Drum-Breaks haben eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Rap, elektronischer Musik, Drum and Bass und mehr gespielt.

Drum-Breaks haben eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Rap, elektronischer Musik, Drum and Bass und mehr gespielt.

Wenn du Rap oder elektronische Musik machen willst, ist es nützlich zu wissen, welche Drum-Breaks nach wie vor funktionieren und von Produzent*innen verwendet werden.

In diesem Artikel zeige ich dir alles, was du über Drum-Breaks wissen musst, und erkläre den Ursprung einiger der berühmtesten Drum-Breaks.

Was ist ein Drum-Break?

Ein Drum-Break – oder Breakbeat – ist der Teil eines Songs, in dem alle Bandmitglieder bis auf die Schlagzeugerin/der Schlagzeuger zu spielen aufhören. In diesem Abschnitt spielt die Schlagzeugerin/der Schlagzeuger den Haupt-Beat weiter, was jedoch nicht das Gleiche wie ein Solo ist. Der Drum-Break ist dazu da, um den Haupt-Beat, der über den gesamten Song hinweg gespielt wird, zu betonen

Wie Drum-Breaks so wichtig geworden sind

Drum-Breaks sind zum ersten Mal im Motown und der Soulmusik der 60er Jahre aufgetaucht.

Drum-Breaks sind zum ersten Mal im Motown und der Soulmusik der 60er Jahre aufgetaucht.

Man findet sie in vielen berühmte Tracks von Musiker*innen wie Al Green und James Brown.

Der Drum-Break ist ein fester Bestandteil des Soul-Genres, wurde jedoch in den 90ern auch für Rap-Produzent*innen sehr wichtig.

Das liegt daran, dass Drum-Breaks keinen anderen Part außer den Drums enthalten, sodass Produzent*innen sie super einfach sampeln und beschleunigen oder verlangsamen können.

Hip-Hop-Produzent*innen konnten Samples ihrer Wahl auf einen guten Drum-Break legen und so einen komplett neuen Track erschaffen.

Wie du einen Drum-Break in deinem Track benutzt

Drum-Breaks sind inspirierend. Falls dir einer besonders ins Auge bzw. Ohr springt, erfährst du hier, wie du ihn in deinen Track einbaust.

Zuerst musst du dir eine DAW oder einen Sampler zulegen, falls du noch keine*n hast.

Falls du eine DAW benutzt, um deinen Drum-Break zu sampeln, kannst du das Sample einfach in die Zeitleiste deines Tracks oder in ein Sampler-Plugin ziehen.

Es hilft immer, das Original-Tempo des Drum-Breaks zu kennen, sodass du das Raster und die Clock deiner DAW ohne Probleme konfigurieren kannst. Du findest das Tempo entweder online oder mit Hilfe eines Tempo-Finder-Tools.

Ein Drum-Break in einem Hardware-Sampler zu benutzen, ist schon etwas kniffliger.

Zuerst musst du das Tempo deines Tracks festlegen.

Dann musst du den Drum-Break in deinen Sampler laden. Normalerweise musst du dafür das Sample in einer DAW choppen, außer du findest ein Sample des Breaks, das bereits gechoppt ist.

Wenn der Drum-Break in deinem Sampler ist, musst du die Länge und Tonhöhe des Samples anpassen, damit er mit der Anzahl von Schritten deiner Sequenz zusammenpasst.

Passe die Länge und Tonhöhe des Drum-Breaks an, damit er mit der Anzahl von Schritten deiner Sequenz zusammenpasst.

Meistens ist es am besten, den Drum-Break 16 Takte lang zu loopen, doch das kannst du auch auf 32, 48 oder 64 Schritte erweitern, falls das mehr Sinn macht und dein Sampler es erlaubt.

Heißer Tipp: Die meisten Drum-Break-Samples sind nicht lizenzfrei, was heißt, dass du sie nicht legal in einem Song verwenden kannst, ohne die Rechteinhaber*innen in den Credits zu erwähnen und ihnen Tantiemen zu zahlen. Am besten benutzt du ausschließlich Drum-Breaks und Samples von Diensten für lizenzfreie Samples wie LANDR, um zu vermeiden, dass du von Vertreibern aufgrund von Copyright-Problemen geblockt wirst.

Hier sind die 10 besten Drum-Breaks aller Zeiten:

1. The Amen Break

Der “Amen Break” ist wahrscheinlich der berühmteste Drum-Break überhaupt.

Der “Amen Break” ist wahrscheinlich der berühmteste Drum-Break überhaupt.

Er wurde von Gregory Coleman von The Winstons gespielt und war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung lediglich eine wenig beachtete B-Seite, bis Rap-Produzent*innen den Track in den späten 80ern neu entdeckten.

Seitdem wurde der “Amen Break” in über 4000 Songs benutzt und hat Drum and Bass, ein beliebtes Genre elektronischer Musik, inspiriert.

Wenn der Drum-Break bei 1:26 einsetzt, wird dir sofort wie Schuppen von den Augen fallen, in wie vielen Songs er benutzt wurde.

Man findet ihn so ziemlich überall, von “Straight Outta Compton” von NWA bis hin zu “Scary Monsters and Nice Sprites” von Skrillex.



2. Funky Drummer

Der Amen Break ist toll und verdient den ersten Platz auf unserer Liste, doch um ehrlich zu sein, ist Funky Drummer mein persönlicher Favorit.

James Brown wusste, dass er einen guten Drum-Part hatte, als dieser Song geschrieben wurde.

Funky Drummer – gespielt vom legendären Bernard Purdie – ist ein massiver Drum-Break, der in vielen Tracks verwendet wurde.

Funky Drummer – gespielt vom legendären Bernard Purdie – ist ein massiver Drum-Break, der in vielen Tracks verwendet wurde.

Man findet ihn u.a. in “Let Me Ride” von Dr. Dre und “Mathematics” von Mos Def.



3. Apache

“Apache” strotzt nur so vor Momenten, die zum sampeln einladen – vom Breakbeat am Anfang bis hin zum Bongo-Break in der Mitte.

Dieser großartige Soul-Track wurde von hunderten von Produzent*innen benutzt, u.a. für Hill Gangs Hit “Apache”, der als Hommage an den Track gedacht ist.

Doch “Apache” wurde nicht nur im Old-School-Hip-Hop verwendet. Man findet ihn auch in “Heliosphan” von Aphex Twin und modernen Rap-Songs wie “100 Miles and Running” von Logic.

Wenn du einen tanzbaren, energiegeladenen Breakbeat suchst, ist “Apache” genau der richtige Kandidat.

Wenn du einen tanzbaren, energiegeladenen Breakbeat suchst, ist “Apache” genau der richtige Kandidat.



4. Impeach the President

Ein weiteres klassisches Sample, das sich seinen Weg in hunderte von Tracks gebahnt hat, ist “Impeach the President” von den Honey Drippers.

Der Drum-Break mag einem zwar entspannt vorkommen, doch er zeigt wahre Haltung und treibt den Beat voran. Das ist keine Überraschung, wenn man den Kontext und die Message des Songs bedenkt.

Dieser Drum-Break wurde schon viele Male eingesetzt.

Er ist dadurch berühmt geworden, dass er in “Unbelievable” von Notorious B.I.G. zum Einsatz gekommen ist, doch auch heute benutzen Produzent*innen ihn noch, z.B. in “Wet Dreamz” von J. Cole.



5. I’m Glad You’re Mine

Al Green war einer der besten Soul-Songwriter*innen, den die Welt je gesehen hat.

Er hatte eine tolle Band, die ihm beim Schreiben seiner Tracks unterstützt hat, daher ist es keine Überraschung, dass viele seiner Songs weiterleben, indem sie von anderen Produzent*innen gesampelt werden.

“I’m Glad You’re Mine” ist ein besonders berühmter Cut, da er in mehreren Tracks von Notorious B.I.G. verwendet wurde.
Der Sound der überkreuzt gespielten Schlagstöcke hebt diesen Drum-Break von anderen Breaks ab – er liefert eine andere Klangtextur und eine gewisse “schlagkräftige” Qualität.

Der Sound der überkreuzt gespielten Schlagstöcke hebt diesen Drum-Break von anderen Breaks ab.



6. Take Me to the Mardi Gras

Dieses Sample, in dem ein paar interessante perkussive Elemente vorkommen, erkennt man sofort als das Sample, das in “Peter Piper” von Run DMC benutzt wurde.

Die tonhöhenveränderten Agogo-Glocken, die immer wieder durchkommen, machen diesen Drum-Break besonders interessant.

Ein tolles Beispiel dafür, wie ein Drum-Break einen gesamten Track inspirieren kann.



7. Synthetic Substitution

Ein weiteres bekanntes Sample, das in hunderten von Tracks verwendet wurde, ist “Synthetic Substitution” von Melvin Bliss.

Das Zusammenspiel aus dem schlagkräftigen Drum-Groove und dem Vintage-Sound ist es, was diesen Drum-Break charakterisiert und zu vielen “körnig” klingenden Tracks geführt hat.

Man findet ihn z.B. als Haupt-Beat in “Bring Da’ Ruckus” von Wu-Tang Clan und “Clubbed to Death” von Rob Dougan.



8. Funky Mule

“Funky Mule” ist ein häufig übersehener Drum-Break, der jeden Track, in dem er verwendet wird, mit heftig Funk und Durchschlagskraft versorgt.

Viele Elektro-Produzent*innen schätzen dieses Sample aufgrund seiner rhythmischen Qualitäten. Es funktioniert besonders gut für elektronische Genres wie Jungle und Drum and Bass.

Man findet es zum Beispiel in “Soul Surfing” von Fatboy Slim und es wird häufig von Jungle-Produzent*innen wie Photek oder Goldie benutzt.



9. Squib Cakes

Ein weiterer, weniger bekannter Drum-Break, den Elektro- und Rap-Prodzent*innen sehr schätzen, ist “Squib Cakes” von Tower of Power.

Dieses massive, extrem groovige Sample passt perfekt zu Jungle- und Hip-Hop-Stilen.

Dieses massive, extrem groovige Sample passt perfekt zu Jungle- und Hip-Hop-Stilen.

Squarepusher verwendet es ihn seinem Track “Fat Controller” – hörst du, wie der funky Groove perfekt in einen Drum-and-Bass-Kontext passt und dennoch massiven Funk mit sich bringt?

In Cypress Hills “Checkmate” kannst du dir anhören, wie der Drum-Break in einem Hip-Hop-Kontext funktioniert.



10. UFO

“UFO” von ESG ist ein tolles Beispiel dafür, wie ein Drum-Break mit einem melodischen Sample kombiniert werden kann, um etwas extrem Interessantes zu erschaffen.

In “UFO” hört man einen dissonanten, brummenden Streicher-Teil, der über den Drum-Break gelegt ist.

Produzent*innen wie J Dilla haben mit der Tonhöhe des Samples herumgespielt und so einen komplett neuen Track – im Falle von J Dilla “Geek Down” – erschaffen.

Notorious B.I.G. hat das gleiche Konzept für seinen Hit “Party and Bullshit” angewendet.



Ausbrechen

Es gibt so viele berühmte Drum-Breaks, dass das Thema nicht immer einfach zu behandeln ist.

Diese Liste ist ein guter Ausgangspunkt, doch mit einer kurzen Recherche im Netz kannst du noch viele weitere inspirierende Breaks finden.

Der Spaß geht so richtig los, wenn du dann deine eigenen Songs mit den Breaks machst.

Also ran an den Speck: wähle ein paar Breaks aus, die du in deiner DAW oder deinem Sampler choppst, und dann daraus dein eigenes Ding machst!