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Musiktheorie

Songstruktur: Wie man einen Song organisiert

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Hast du dich jemals gefragt, wie du einen Song strukturierst?

Es gibt unfassbar viele Möglichkeiten, Akkordfolgen, Melodien und Rhythmen zu kombinieren, um eine zusammenhängende Struktur zu formen.

Und obwohl es keine spezifischen Regeln für das Strukturieren von Songs gibt, kann es manchmal hilfreich sein, beim Songwriting einer Formel zu folgen.

In diesem Leitfaden schauen wir uns beliebte Songstrukturen an und analysieren, wie jeder Teil eines Songs in eine Formel passt.

Am Ende kennst du jede Art von Songstruktur und weißt, wie du Intro, Strophen, Refrain, Pre-Chorus, Bridge und Outro arrangierst.

5 Arten von Songstrukturen

Songs können auf unterschiedliche Art und Weise strukturiert werden.

Abgesehen von ein paar Ausnahmen werden die unterschiedlichen Teile der meisten Songstrukturen durch die Buchstaben A und B dargestellt.

Häufig sieht man auch die Buchstaben S, R und B für Strophe, Refrain und Bridge.

Wir schauen uns hier die fünf zentralen Songstrukturen an, die man in der Musik findet:

  1. AABA
  2. SRSR
  3. SRSRBR
  4. Head-Solo-Head
  5. Linear oder durchkomponiert

 
Dann legen wir mal los!

1. AABA

Falls du dir jemals einen klassischen Jazz-Track angehört hast, kennst du dieses Format wahrscheinlich.

Viele legendäre Komponist*innen wie Duke Ellington haben diese Songstruktur in ihrem frühen Songwriting eingesetzt.

Im AABA-Format dauert jeder Teil genau acht Takte.

Alle A-Teile folgen einer ähnlichen Akkordprogression.

Der B-Teil folgt dann einer anderen Akkordprogression, zum Beispiel eine Dur- oder Mollterz nach oben erhöht.

Häufig wird im B-Teil eine 2-5-1-Akkordfolge benutzt, um zum finalen A-Teil zurückzukehren.

Natürlich musst du diesem 8-Takte-Muster nicht strikt folgen.

Du kannst zum Beispiel den B-Teil um 8 Takte erweitern, um die Zuhörer*innen zu überraschen.

Du kannst zum Beispiel den B-Teil um 8 Takte erweitern, um die Zuhörer*innen zu überraschen.

AABA ist ein Format, das du z.B. in Betracht ziehen kannst, wenn du Musik ohne Lyrics schreiben willst, insbesondere im Jazz.

Ein gutes Beispiel ist Take the A Train von Duke Ellington.



2. SRSR

Wenn Strophe und Refrain in der Songstruktur-Notation vorkommen, beinhaltet der Song Lyrics.

SRSR ist eine sehr simple Songstruktur, in der zwei Refrain- und zwei Strophen-Teile vorkommen.

SRSR ist eine sehr simple Songstruktur, in der zwei Refrain- und zwei Strophen-Teile vorkommen.

Wir kümmern uns um die Details von Strophe und Refrain später.

Im Moment reicht es aus zu wissen, dass in einem SRSR-Song die Refrain-Teile gleich und die Strophen textlich unterschiedlich sind.

Smells Like Teen Spirit von Nirvana folgt einem klaren SRSR-Muster, außer dass der Song in einer dritten Wiederholung von Strophe und Refrain endet.

Der Song beinhaltet außerdem den berühmten Pre-Chorus-Teil, in dem Cobain das Wort Hello wiederholt.



3. SRSRBR

Der einzige Unterschied zwischen SRSR und SRSRBR ist die Bridge zwischen dem zweiten und dritten Refrain.

In dieser Songstruktur wird ein zusätzlicher Teil eingesetzt, um den Song zum dritten Refrain zurückzuführen und eine womöglich repetitive dritte Strophe zu entfernen.

In vielen Tracks findet man auch die SRSRBS-Struktur, in der der Song statt mit dem Refrain mit einer zusätzlichen Strophe endet.

In Weezers Track Say it Ain’t So hört man deutlich die Bridge vor dem dritten und letzten Refrain.



4. Head-Solo-Head

Diese Form findet man sehr häufig in Genres, die Improvisation benutzen, insbesondere in der Jazzmusik.

Head-Solo-Head findet man sehr häufig in Genres, die Improvisation benutzen, insbesondere in der Jazzmusik.

Für gewöhnlich beinhaltet der Head-Teil eine wiedererkennbare Melodie aus einem Jazz-Standard, den die Band zusammen spielt.

Die Melodie im Head-Teil folgt einer Akkordprogression, die später im Solo-Teil benutzt wird.

Der Solo-Teil kann sich für sehr lange Zeit wiederholen – normalerweise so lange, dass jede*r Musiker*in ein Solo spielen kann.

Solo-Teile im Jazz gipfeln häufig in einem bombastischen Schlagzeug-Solo oder einer “Trading-Fours”-Phase, in der die Schlagzeugerin oder der Schlagzeuger vier Takte lang improvisiert und dann ein*e andere*r Musiker*in vier Takte lang improvisiert.

Giant Steps von John Coltrane folgt dieser Songstruktur.



5. Linear (durchkomponiert)

Musik muss keiner sich wiederholenden Struktur folgen.

Tatsächlich gibt es haufenweise tolle Musik, die überhaupt keiner Struktur folgt.

Musik muss keiner sich wiederholenden Struktur folgen. Tatsächlich gibt es haufenweise tolle Musik, die überhaupt keiner Struktur folgt.

Diese Art von Songstruktur kann als linear oder durchkomponiert bezeichnet werden.

Diese Struktur findet man in vielen klassischen, Ambient-, Elektro- und Experimental-Musikstücken.

Zodiac Shit von Flying Lotus ist ein Beispiel für einen Song, der nicht wirklich einer Struktur folgt.



Wir stellen vor… dein Song!

Jetzt da wir uns die fünf gängigsten Songstrukturen angeschaut haben, können wir uns den individuellen Teilen eines Songs zuwenden.

Die meisten Songs beginnen mit einem Intro, in dem ein Instrument statt eine Vocal vorkommt.

Falls du einen Pop-Song schreibst, solltest du relativ schnell zum Punkt kommen.

Du solltest deine Zuhörer*innen nicht aufgrund eines zu ausgedehnten Intros verlieren.

Falls dein Song jedoch keiner Pop-Formel folgen muss, eignet sich das Intro prima dazu, den Ton für den Rest deines Tracks anzugeben.

Die Strophe schreiben

In der Strophe wird das Narrativ bzw. die Geschichte hinter deinen Lyrics entwickelt.

In der Strophe wird das Narrativ bzw. die Geschichte hinter deinen Lyrics entwickelt.

In einem Song muss es um etwas gehen und die erste Strophe eignet sich prima als Einleitung in das Thema.

Es bleibt dir überlassen, ob deine Verse sich reimen oder nicht, doch sie sollten zumindest einem rhythmischen Metrum folgen, das den Song vorantreibt.

Eine Strophe ist für gewöhnlich etwa acht Takte lang.

Wärme dein Publikum auf mit dem Pre-Chorus

Dein Publikum wartet gespannt auf den Refrain.

Er ist immerhin der wichtigste und einprägsamste Teil eines Tracks.

Du kannst mit dieser Erwartung mit Hilfe eines Pre-Chorus’ spielen.

Du kannst mit dieser Erwartung mit Hilfe eines Pre-Chorus’ spielen.

Ein Pre-Chorus kann lediglich zwei Takte lang, aber auch so lang wie deine Strophe sein – das liegt ganz bei dir.

Ein wiedererkennbares Build-up oder Break-down im Pre-Chorus kann ausreichen, um die Neugier deiner Zuhörer*innen auf den Refrain zu wecken.

Der Refrain ist das Zentrum deines Songs

Der Refrain ist der Teil deines Songs, an den die Leute sich erinnern sollten.

Da er nach jeder Strophe wiederholt wird, sollte er der Schwerpunkt deines Songs sein.

Die Lyricssollten die zentrale Message deines Songs auf simple und einprägsame Weise vermitteln.

Herkömmlicherweise war der Refrain zum Mitsingen gedacht. Im Englischen wird dieser Umstand deutlich durch die Ähnlichkeit der Wörter “choir” (Chor) und “chorus” (Refrain).

Damit dein Refrain einprägsam ist, brauchst du einen guten Vocal-Hook.

Der Refrain ist der Teil deines Songs, an den die Leute sich erinnern sollten.

Eine einprägsame Zeile von Wörtern, mit der Leute sich identifizieren können, zusammen mit einer Melodie, zu der Leute mitsingen können, ist ein guter Ausgangspunkt für einen Vocal-Hook.

Die Bridge schlägt eine Brücke

Es ist nicht immer einfach zu wissen, wann und wie man eine Bridge einsetzt.

Doch im Allgemeinen kommt eine Bridge gegen Ende eines Songs, zwischen den letzten beiden Refrains, zum Einsatz.

Oder manchmal vor der letzten Strophe, falls es drei Strophen gibt.

Woraus genau die Bridge bestehen soll, ist eine weitere Frage – da gibt es unendlich viele Möglichkeiten.

Manche Musiker*innen benutzen die Bridge, um auf einen finalen, triumphalen Refrain hinzufügen.

Andere wiederum dekonstruieren und rekonstruieren den Song komplett in der Bridge.

Es bleibt dir überlassen, wie du deine Bridge einsetzt, du solltest nur nicht vergessen, dass ihr Ziel darin besteht, den Song zum Refrain zurückzuführen.

Es bleibt dir überlassen, wie du deine Bridge einsetzt, du solltest nur nicht vergessen, dass ihr Ziel darin besteht, den Song zum Refrain zurückzuführen.

Im Wesentlichen sollte deine Bridge die Zuhörer*innen musikalisch voranbringen.

Mit dem Outro enden

Das Ende eines Songs kann knifflig sein.

Du könntest den Song einfach mit einem Studio-Jam auslaufen lassen, auf einem großen Akkord enden, den Song abrupt abschneiden oder den Beat komplett verändern.

Wie du deinen Track enden lässt, ist dir überlassen, doch es ist ziemlich wichtig, das Ende eines Songs einprägsam zu gestalten, da es das Letzte ist, was die Zuhörer*innen hören werden.

Und vergiss nicht, darauf zu achten, dass das Outro die textlichen und musikalischen Aspekte deines Tracks abschließend zusammenfasst.

Textlich willst du eventuell die Geschichte, die in deinem Song erzählt wird, zu Ende bringen, falls das nicht bereits in der letzten Strophe oder im finalen Refrain erledigt wird.

Musikalisch kannst du den Eindruck eines Abschlusses entstehen lassen oder, je nach der Anordnung der Tracks auf deinem Album, den Track so beenden, dass er schön zum nächsten Track überleitet.

Die Songstruktur ist da, um gebrochen zu werden

So nützlich bestimmte Strukturen für die Organisation deines Songwritings auch sein mögen – du solltest nie das Gefühl haben, dass das, was du schreibst, einer strikten Formel folgen muss.

Du hast die kreative Lizenz, von traditionellen Songstrukturen abzuweichen, wann immer du dich danach fühlst.

Deine Songwriting-Formel ist nur dann gut, wenn du stolz bist auf den Track, den du geschrieben hast.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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