Wie du bessere Songtexte schreibst

Wie du bessere Songtexte schreibst

Das Schreiben von Songtexten wird von Songwriter*innen häufig romantisiert.

Manche sind der Ansicht, dass Songs nicht “echt” rüberkommen können, wenn man sein Leben nicht in vollen Zügen lebt, Erinnerungen sammelt und einem die Worte dann in Momenten explosiver Inspiration geradezu zufliegen.

Erfahrene Songwriter*innen sitzen nicht einfach herum und warten auf diese Momente, da sie wissen, dass man extrem viel üben muss, um ein Musikinstrument gut spielen zu können. Das Gleiche gilt für das Schreiben von Songtexten.

Wir haben eine Liste mit Strategien erstellt, die beim Songwriting hilfreich sein können, egal auf welchem Niveau du dich befindest oder welches Genre von Musik du machst.

Wie sich herausstellt, gibt es doch einen Weg, Schreibblockaden zu vermeiden!

1. Führe ein Songtexte-Tagebuch

Falls du bessere Songtexte schreiben willst, besteht der größte Gefallen, den du dir tun kannst, darin, ein Songtexte-Tagebuch zu führen und es immer bei dir zu haben.

Falls du bessere Songtexte schreiben willst, besteht der größte Gefallen, den du dir tun kannst, darin, ein Songtexte-Tagebuch zu führen und es immer bei dir zu haben.

Es hilft manchmal schon, deine banalsten Gedanken in Prosaform aufzuschreiben, um Zeilen zu produzieren, auf die du sonst nie gekommen wärst.

2. Halte alles fest

Seien wir mal ehrlich: Wenn man nicht einfach drauf los schreibt, kann es schnell passieren, dass man lange auf ein leeres Blatt starrt und mit seinem Stift spielt.

lyrics journal

Schreibblockaden sind häufig Folgen von Unsicherheiten, was die eigene Kreativität angeht, und viele Songwriter*innen glauben, sie seien nur eine Phase. Tatsächlich ist es jedoch so, dass sie einen immer weiter nach unten ziehen und außer Kontrolle geraten können.

Wie in den meisten anderen Situationen auch, ist es am besten, sich direkt mit seinen Gefühlen und Ideen auseinanderzusetzen, um sie in etwas Produktives zu verwandeln.

3. Freies Schreiben und Markieren

Freies Schreiben ist eine tolle Übung, mit der man die Kreativität in Gang bringen kann. Freies Schreiben kann Zeilen hervorbringen, die wie das richtige Puzzleteil perfekt in deine Songs passen.

Du kannst dich auf was immer du willst konzentrieren, wenn du auf diese Weise brainstormst – von einem speziellen Erinnerungsstück wie einer Kette bis hin zu einer bestimmten Empfindung wie Melancholie oder Freude.

Meistens hilft die Konzentration auf einen spezifischen Gegenstand oder ein bestimmtes Thema dabei, außergewöhnliche Ideen zu entwickeln. Du kannst diese Übung täglich oder einmal die Woche machen und dir 20-30 Minuten geben, um zu sehen, was dabei herumkommt!

Wenn du fertig bist, liest du einfach durch, was du zu Papier gebracht hast, und markierst die Sätze, die dir am besten gefallen. Diese Sätze sind die Juwelen, die du brauchst, wenn du deinen nächsten Song schreibst.

4. Leg dir ein Reimlexikon zu

Reimlexika können extrem hilfreich sein, wenn du auf der Suche nach Wörtern bist, mit denen du einen Reim in deinem Song vervollständigen kannst.

rhyme dictionary

In solchen Momenten ein Reimlexikon zu benutzen statt zu versuchen, alles alleine zu bewältigen, kann ein paar schöne Überraschungen mit sich bringen!

Schreibblockaden sind häufig Folgen von Unsicherheiten, was die eigene Kreativität angeht.

Es kann manchmal sein, dass das Wort, mit dem du ursprünglich deine Zeile enden lassen wolltest, das jedoch nicht so richtig passt, mit einem besseren Reimwort ersetzen kannst, das deiner Geschichte völlig neue Bedeutung verleiht.

5. Lege die Struktur deines Songs fest, wenn du einen Teil hast, mit dem du arbeiten kannst

Indem du die Struktur deines Songs im Voraus planst, fällt es dir leichter, das große Ganze zu sehen.

Du hast bereits den Text für einen potentiellen Refrain? Denke darüber nach, was vor und nach ihm kommen könnte.

Meinst du es, es wird ein Song mit der Struktur Strophe / Refrain / Strophe / Refrain / Bridge / Refrain? Wie viele Takte kommen jedem Teil in etwa zu? Schreib alles auf und fülle anschließend die Lücken aus.

Du musst nicht alle Entscheidungen auch wirklich durchziehen – dieses Verfahren hilft dir lediglich dabei, deinen Prozess zu strukturieren.

6. Wähle ein Thema, eine Geschichte oder eine bestimmte Szene, auf die du dich konzentrierst

Eine der größten Herausforderungen für Songtexter*innen besteht darin, sich auf ein zusammenhängendes Thema zu konzentrieren.

Eine der größten Herausforderungen für Songtexter*innen besteht darin, sich auf ein zusammenhängendes Thema zu konzentrieren.

Sobald du einen Teil erarbeitet hast, solltest du dir über die zentrale Message Gedanken machen und herausfinden, wie du sie erweitern kannst, statt in den anderen Teilen eine neue Geschichte oder ein neues Thema einzuführen.

7. Lass den Refrain oder Hook die Arbeit verrichten

Es gibt viele Gründe dafür, dass der Refrain wiederholt wird, und zwar meistens Wort für Wort. Er ist die Zusammenfassung oder das Fazit der Geschichte und der zentralen Message, die im Song ausgedrückt wird.

Selbst wenn du mehr sagen willst – fasse dich lieber kurz und knackig.

Vergiss nicht, dass die Zeilen, die in einem Song wiederholt werden, die einprägsamsten sein sollten. In den meisten Fällen reichen sogar zwei oder drei Zeilen, die wiederholt werden, aus.

Hier ist ein Beispiel, in dem Selena Gomez dieses Verfahren im Refrain ihrer neuen Single Lose You To Love Me anwendet. Der Titel des Songs ist so prägnant und gut durchdacht, dass er seinen Platz an der Sonne verdient.

Wenn man sich den Song als Ganzes anhört, findet man sowohl in den Strophen als auch in der Bridge Hinweise darauf, was sich zwischen den beiden Liebhaber*innen abgespielt hat. Und der Refrain betont das Thema des Songs, ohne sich dabei zu sehr aus dem Fenster zu lehnen.

8. Male mit deinen Worten Bilder

Literarische Kunstgriffe wie Gleichnisse, Metaphern und Analogien sind nicht nur etwas für Barden und Märchenerzähler*innen.

Manchmal kommt es vor, dass du das, was du ausdrücken möchtest, in ein paar Zeilen zusammenfassen kannst und dann nicht mehr weißt, wie du weitermachen sollst.

Falls du über eine Erinnerung schreibst, kannst du Metaphorik benutzen, um ihre Details zu erklaren. Geht es um einen warmen Tag am Strand? Erzähle deinen Zuhörer*innen, wie das Meer an besagtem Tag gerochen oder wie sich das warme Sonnenlicht auf deiner Haut angefühlt hat.

kacey musgraves

Falls du es gerne abstrakt magst, kannst du deine Gefühle auch eindringlich anhand von Analogien und Metaphern beschreiben.

Ein bisschen Inspiration gefällig? Schau dir zum Beispiel Sias Zusammenarbeit mit David Guetta “Titanium” an. Der Titel stammt aus dem Refrain, in dessen Zentrum eine sehr außergewöhnliche und symbolträchtige Metapher steht: “I am titanium.”

Du kannst dich aber z.B. auch hier und da auf eine bekannte fiktionale Figur beziehen und dann deinen Song um diese Figur herum bauen, wie Rihanna in “Consideration”.

Sie eröffnet den Song mit den Zeilen “I came fluttering in from Neverland / Time can never stop me, no, no, no, no”, und bezieht sich dabei auf Peter Pan von J. M. Barrie. Sie geht sogar einen Schritt weiter und stellt diese Anspielung neben die Zeile “Why you ain’t ever let me grow?”

9. Mach dein eigenes Ding

Indem du ein oder zwei Zeilen schreibst, die deine einzigartige Lebensgeschichte hervorheben, verleihst du deinen Songs nicht nur mehr Tiefe, sondern hebst sie auf ein Level, an das niemand herankommt.

In “Slow Burn” singt Kacey Musgraves “Grandma cried when I pierced my nose” und niemand sonst kann eine solche Zeile schreiben, weil sie Teil ihrer ganz persönlichen Lebensgeschichte ist.


Wenn du diese Schnipsel gut in deine Songs zu integrieren weißt, können sie zu den faszinierendsten und wertvollsten Teilen deiner Songs werden.

10. Achte auf die Anzahl der Silben

Es kann sein, dass sich in deinem Kopf viele gute Ideen zusammenbrauen, du jedoch lieber Prosa schreibst und es dir schwer fällt, sie in eine Songstruktur einzupassen.

Falls das bei dir der Fall ist, kann es sein, dass die Silbenanzahl genau die Einschränkung ist, die du brauchst, um Zeilen zu schreiben, die “singbarer” sind.

Du solltest mehr wie ein*e Songtexter*in als wie ein*e Schriftseller*in denken.

Das heißt natürlich nicht, dass alle Zeilen deines Songs die gleiche Anzahl von Silben enthalten müssen; es heißt lediglich, dass du einem formelhaften Ansatz folgen kannst.

Wenn du dir beispielsweise “Consideration” von Rihanna anhörst, wirst du feststellen, dass man den Text des Refrains auf folgende Formel runterbrechen kann:

Refrain (8 Takte)

Zeile 1: 8 Silben
Zeile 2: 7 Silben
Zeile 3: 8 Silben
Zeile 4: 7 Silben

Falls du dich dazu entscheidest, eine ähnliche Strategie anzuwenden, solltest du nicht vergessen, dass du die Formel immer dann durchbrechen kannst, wenn es sich richtig anfühlt.

Dieses Verfahren ist lediglich eine weitere Strategie, mit der man Lücken sowie das Blatt Papier füllen kann, statt stundenlang auf eine Leere Seite zu starren.

Selbst wenn sich schlussendlich manche Zeilen lediglich als Platzhalter herausstellen sollten, lohnt sich dieses Verfahren alleine schon deshalb, weil es dir dabei hilft, mehr wie ein*e Songtexter*in statt wie ein*e Schriftsteller*in zu denken.

Scheue dich nicht davor, aus deiner Routine auszubrechen

Selbst wenn du ein paar Strategien zur Hand hast, auf die du dich stets verlassen kannst – wenn du dich nicht selbst herausforderst, ist das Risiko hoch, dass du dich wiederholst.

Das Auffrischen der eigenen Perspektive kann dabei helfen, sich eine vollkommen neue Quelle der Kreativität zu erschließen, von der du nicht mal wusstest, dass sie existiert.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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