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Signal-Rausch-Verhältnis: Wie du übermäßiges Rauschen in deinen Tracks vermeidest

Signal-Rausch-Verhältnis: Wie du übermäßiges Rauschen in deinen Tracks vermeidest

Unsere leistungsstarke, KI-gesteuerte Mastering-Engine hört sich deinen Song an und liefert makellose Musik in Studioqualität, die bereit für die Veröffentlichung ist. Master einen Track mit LANDR.

Um beim Mischen den bestmöglichen Sound zu erzielen, musst du verstehen, wie deine Tools funktionieren.

Das heißt, du musst dich mit Konzepten wie Dynamikumfang, Headroom und Signal-Rausch-Verhältnis auskennen.

Diese Themen mögen sehr technisch erscheinen und es können einem leicht Fehler unterlaufen, die, sofern vernachlässigt, dazu führen können, dass dein Sound sich verschlechtert.

In diesem Artikel schauen wir uns das Signal-Rausch-Verhältnis an und ich erkläre dir, warum es so wichtig ist und wie es sich auf deinen Workflow auswirkt.


Dann legen wir mal los.

Was ist das Signal-Rausch-Verhältnis?

Das Signal-Rausch-Verhältnis beschreibt die Leistung eines Audiosystems in Hinblick auf Rauschen, Qualität des Signals und Klangtreue. Es wird errechnet, indem die Stärke des Audiosignals mit dem Grundniveau des Rauschens im System verglichen wird.

Ein hohes Signal-Rausch-Verhältnis bedeutet, dass die Inhalte deines Sounds im Vergleich zum Rauschen deines Equipments stark und deutlich sind.

Ein niedriges Signal-Rausch-Verhältnis bedeutet, dass das Systemrauschen im Vergleich zu deinem Sound sehr laut ist. Das könnte dazu führen, dass dein Sound undeutlich oder geschwächt klingt bzw. schwer zu hören ist.

Für gutes Equipment wird häufig ein hohes Signal-Rausch-Verhältnis als positives Merkmal aufgeführt.

Das ist zwar wichtig, doch indem du das gesamte Konzept verstehst, erzielst du bessere Ergebnisse für jedes Glied in deiner Kette, von der Aufnahme bis zum finalen Master.

Ein hohes Signal-Rausch-Verhältnis bedeutet, dass die Inhalte deines Sounds im Vergleich zum Rauschen deines Equipments stark und deutlich sind.

Grundrauschen

Sofern du dich ein wenig mit Gain-Staging auskennst, weißt du, dass der nutzbare Bereich eines Audiosystems der Raum zwischen dem Grundrauschen und dem Punkt der Übersteuerung ist.

Falls das gerade etwas zu kompliziert klingt, rate ich dir, dir unseren Leitfaden zum Thema Gain-Staging durchzulesen, um dein Grundwissen aufzufrischen.


Doch kurz gesagt kannst du dir das Grundrauschen als das untere und den Punkt der Übersteuerung als das obere Ende des nutzbaren Bereichs vorstellen.

Doch was genau bedeutet Grundrauschen? Du musst es dir so vorstellen: Kein Audio-Equipment ist perfekt, egal wie teuer es ist.
Jedes Audiosystem produziert eine kleine Menge an Rauschen einfach nur dadurch, dass es eingeschaltet ist.

Es handelt sich um die Menge an Rauschen, die dein Equipment von sich aus produziert – auch wenn es nicht an den Strom angeschlossen ist.

Modernes Equipment verfügt über sehr wenig Grundrauschen, daher sieht man auf ihm häufig Werte für das Grundrauschen, die mehr als 100 dB unter dem Maximum liegen.

Nichtsdestotrotz kann es aus vielerlei Gründen dazu kommen, dass sich das Grundrauschen erhöht und das Signal-Rausch-Verhältnis abgesenkt wird.

Jedes Audiosystem produziert eine kleine Menge an Rauschen einfach nur dadurch, dass es eingeschaltet ist.

Punkt der Übersteuerung und Headroom

Ein gutes Signal-Rausch-Verhältnis bedeutet, dass dein Audiosignal stark genug ist, um deutlich oberhalb des Grundrauschens deines Equipments zu bleiben.

Doch was passiert, wenn es zu weit geht? Der Punkt der Übersteuerung wird erreicht.

Heutiges Musik-Equipment ist so gut, dass die meisten Produzent*innen das Grundrauschen meistens gar nicht wahrnehmen, außer wenn es ein Problem gibt.

Doch der Punkt der Übersteuerung ist schnell erreicht, wenn man nicht vorsichtig ist. Wenn die Pegel deiner DAW-Session zu hoch oder deine Eingaben zu laut sind, kann das schnell zu Signalen führen, die über dem Maximalwert von 0 dBFS liegen.


Oberhalb dieses Wertes werden die Wellenformen abrupt abgeschnitten. Dieses Phänomen nennt sich Übersteuerung und produziert harsche, ziemlich ätzend klingende Verzerrung.

Guter Headroom bedeutet, dass man im optimalen Bereich oberhalb des Grundrauschens und unterhalb des Punktes der Übersteuerung bleibt.

Dynamikumfang

Das Grundrauschen und der Punkt der Übersteuerung sind die Extreme und der Dynamikumfang ist der komplette nutzbare Bereich zwischen diesen Extremen.

Guter Headroom ist wichtig, doch jedes Signal in deinem System pendelt nach oben und nach unten.

Das heißt, dass das Signal zwar im Allgemeinen im korrekten Bereich beherbergt ist, doch dass es an bestimmten Punkten höher oder tiefer geht.

Damit meine ich Momente wie ein Fade-Out am Ende, bei dem Sounds allmählich ausklingen, bis sie gar nicht mehr zu hören sind.

Große Unterschiede in der Lautstärke können so dramatisch sein, weil die Systeme, über die wir uns heutzutage Musik anhören, einen so beeindruckenden Dynamikumfang haben.

Dabei handelt es sich um einen weiteren Wert, mit dem Hersteller gerne angeben, um die Qualität ihres Equipments zur Schau zu stellen.

Doch der Dynamikumfang ist ein weiteres Element der Gleichung, wenn es ums Signal-Rausch-Verhältnis geht.

Zum Beispiel hat älteres analoges Equipment häufig ein höheres Signal-Rausch-Verhältnis und einen niedrigeren Punkt der Übersteuerung. Das heißt, dass der Dynamikumfang allgemein größer und der Bereich für guten Headroom kleiner ist.

Warum das Signal-Rausch-Verhältnis wichtig ist

Jedes Glied in deiner Aufnahme-Kette hat Einfluss auf dein finales Produkt. Jedes Stück Equipment verfügt über sein eigenes Grundrauschen sowie seine Leistungsproblemen.

Doch auch wie du dein Equipment benutzt, ist wichtig. Wo kommen die Klänge in deiner Musik her?

Falls du Klänge über ein Mikrofon aufnimmst oder eine DI-Box benutzt, um Hardwear-Equipment direkt aufzunehmen, kann es sein, dass dieses Equipment zusätzliches Rauschen beisteuert.

Und selbst wenn du nur Sample-Packs und VST-Instrumente verwendest, kann es passieren, dass du, sofern du nicht vorsichtig bist, aus Versehen das Gesamtrauschen in deiner Quelle erhöhst.

Du willst auf keinen Fall die perfekte Aufnahme oder einen tollen Mix mit exzessivem Rauschen zerstören, das hätte verhindert werden können.

Wie du ein gutes Signal-Rausch-Verhältnis beibehältst

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Bei so vielen Elementen, die man im Auge behalten muss, mag es einem nahezu unmöglich erscheinen, das Rauschen über die gesamte Signalkette hinweg zu verwalten.

Zum Glück lassen sich die Konzepte des Headrooms und Grundrauschens auf so ziemlich jedes Audiosystem übertragen. Sofern du verstanden hast, wie sie funktionieren, lassen sich schwerwiegende Probleme leicht vermeiden.

Am besten peilst du stets die gute Mitte zwischen dem Grundrauschen und dem Punkt der Übersteuerung an, egal um welche Art von Equipment es sich handelt.

Das heißt, dass du Ausschau nach Eigenrauschen, korrektes Gain-Staging einsetzen und an jedem Punkt des Prozesses ausreichend Headroom lassen musst.

Sofern du diesen Regeln Folge leistest und hochwertiges Equipment benutzt, gibt es keinen Grund für exzessives Rauschen in deinen Tracks oder Mixes.

Ich fasse zusammen:

  • Grundrauschen ist die Menge an Rauschen, die dein Equipment von sich aus produziert
  • Der Punkt der Übersteuerung ist der Pegel, oberhalb dessen das Signal verzerrt
  • Der Dynamikumfang ist der nutzbare Bereich zwischen Rauschen und Übersteuerung
  • Gesunder Headroom bedeutet, dass du ausreichend Platz lässt, sodass dein Signal zu beiden Enden hin Platzt hat
  • Das Signal-Rausch-Verhältnis ist das Verhältnis zwischen Systemrauschen und Stärke des Audiosignals

Ein gutes Verhältnis

“Signal-Rausch-Verhältnis” klingt wie ein abstrakter, wissenschaftlicher Begriff, doch es hat reale Konsequenzen für den Sound deines Mixes.

Es ist Teil der Merkmale eines Audiosystems, die alle Produzent*innen verstehen sollten.

Falls du es bis ans Ende dieses Artikels geschafft hast, verfügst du über ein solides Grundwissen bezüglich der Zusammenhänge zwischen Grundrauschen, Punkt der Übersteuerung, Dynamikumfang und Headroom.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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