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7 ungewöhnliche Arten, deine Tracks durch Randomisierung zu verbessern

7 ungewöhnliche Arten, deine Tracks durch Randomisierung zu verbessern

Manchmal sind die besten Sounds diejenigen, die man nicht vorhersieht.

Vorhersehbarkeit ist eine Plage in der Musik. Es ist heutzutage, wenn man sich 50 Songs nacheinander anhört, nicht ungewöhnlich, dass man die Songs irgendwann nicht mehr auseinanderhalten kann.

Sie klingen alle gleich und man kann schon aus der Ferne erkennen, welches Element als nächstes kommt.

Klar, DAW-Software hat es viel einfacher gemacht, in Null-Komma-Nichts einen Track zusammenzubauen. Doch DAWs können zu ziemlich vorhersehbaren Strukturen führen und Songs nach einem recht rigiden und langweiligen Muster gestalten, wenn man nicht vorsichtig ist.

Die beste Art, deine Mixe vor der Falle der Vorhersehbarkeit zu retten, besteht darin, ihnen ein Zufallselement hinzuzufügen.

Unvorhersehbarkeit ist der Grund dafür, dass gute Musik sich von all den anderen eintönigen Tracks, von denen dein Newsfeed nur so überquillt, abhebt.

Einige der hier erwähnten Tipps mögen manchen ProduzentInnen etwas seltsam vorkommen. Doch Musik kann nie zur Hochform auflaufen, wenn man keine Risiken eingeht – man sollte alles mal ausprobiert haben, richtig?

Hier sind 8 Arten, wie du deinem Mix durch Randomisierung das gewisse Etwas verleihen kannst.

Dreh’ den Random-Regler hoch

Computer-Musik mag einem zwar wie die am wenigsten zufällige Sache überhaupt vorkommen, doch es gibt haufenweise interessante Zufallselemente, die du deiner Musik auch in deiner DAW hinzufügen kannst.

Du kannst beispielsweise ein LFO randomisieren, indem du die zufällige Wellenform auswählst. Oder schnapp dir ein paar kostenlose VST-Plugins, die Randomisierungsfunktionen bieten.

Deine DAW bietet super viele zufällige Möglichkeiten, wie du deinen Sound aufpeppen kannst.

Außerdem gibt es viele kleinere Tools, mit denen man Zufallselemente erstellen kann, zum Beispiel den Random7 MIDI Note Generator von Illuminated Sound oder den Chord Randomizer von Autchords.

Indem du bei jedem Schritt deines Workflows das Zufallselement suchst, kannst du deine Tracks organischer und ansprechender gestalten. Nutze daher jede Gelegenheit, um den Zufall ins Boot zu holen.

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Musikalisches Würfelspiel

Der Zufall hat schon seit langem seinen Platz in der Musik – Bach hat ihn sich schon im frühen 18. Jahrhundert zunutze gemacht.

Er hat seine Version der Randomisierung musikalisches Würfelspiel genannt.
Das Verfahren ist simpel: Schreibe 6 verschiedene Musikstücke (eins für jede Seite eines Würfels) und würfel anschließend, um jeweils den nächsten Teil deines Arrangements festzulegen.

Ziemlich basal das Ganze, doch sehr effektiv, wenn man das Arrangement mal dem Zufall überlassen will.

Doch das ist nicht der einzige Vorteil. Es hilft auch prima dabei, kreative Blockaden zu überwinden. Wenn du nicht entscheiden kannst, wie ein bestimmter Teil klingen soll, warum dann nicht den Würfel entscheiden lassen?

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Fehler beibehalten

Alle Fehler sind zufällig, ansonsten wären sie keine Fehler. So etwas wie gewollte Fehler gibt es nicht, richtig?

Fehler können sich als absolute Glückskinder des Zufalls entpuppen. LÖSCHE DAHER NIE DEINE FEHLER!

Das, was einem zunächst wie ein großer Reinfall vorkommt, könnte letzten Endes genau das Element sein, das deinem Song bisher gefehlt hat. Fakt ist, dass viele berühmte Alben Fehler beinhalten, die mit Absicht nicht entfernt wurden.

Alles, was du brauchst, ist ein scharfes Gehör und eine offene Einstellung, was deinen Workflow anbelangt, um eventuell auf ungeahnte Schätze zu stoßen. Hör dir jeden “Fehler” mehrmals an und frage dich: Gibt’s hier etwas, das es sich zu behalten lohnt?

Manchmal schwebt das Element, das deinem Song fehlt, irgendwo in deinem Unterbewusstsein umher. Fehler sind häufig das Unbewusste, das sich seinen Weg an die Oberfläche bahnt. Wenn du deinen Fehlern kein Gehör schenkst, wirst du es nie erschließen.

Schmeiß daher hier und da ein paar Fehler in die Runde und du wirst bald feststellen, dass es so etwas wie Fehler nicht gibt – ein Fakt, der deine Produktionen um Längen verbessern wird.

Die Welt einfangen

Wenn du nicht gerade magische Fähigkeiten hast und die Zukunft vorhersehen oder anderer Leute Gedanken kontrollieren kannst, dann gibt es nichts Zufälligeres als die Welt um dich herum.

Field Recordings eignen sich prima dazu, deinen Tracks eine nette Schicht an Zufall hinzuzufügen.

Niemand kann vorhersagen, wie es sich anhören wird, wenn der Wind durch die Blätter eines Baumes weht, oder wenn sich das Wasser eines Flusses an Gesteinsbrocken bricht, oder welches Gezwitscher der Spatz in deinem Garten als nächstes von sich geben wird.

Mit Field Recordings kannst du die Zufälligkeit deiner Umgebung einfangen und direkt in deine Tracks einbauen.

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So machst du nicht nur deine Tracks, sondern auch die Welt um dich herum interessanter.

Wenn du erstmal deine Umgebung als potentielle Field Recordings wahrnimmst, wirst du Welt auf völlig neue Art wahrnehmen. Nimm daher immer wenn möglich das fragile Chaos deiner Umgebung auf und baue es in deine Tracks ein, um einen interessanteren Sound zu bekommen.

Nicht reparieren, auch wenn es kaputt ist

Elektrogeräte gehen kaputt. Ein Gerät, das 10, 20 oder sogar 30 Jahre alt ist, bekommt irgendwann zwangsläufig seine Schwachstellen.

Doch gerade das ist so toll an analogem Equipment: Jedes Gerät nutzt sich auf seine ganz eigene Weise ab. Die besten Sounds entstehen manchmal, wenn wir hören, dass etwas nicht mehr ganz rund läuft.

“Immer dann, wenn du mit analogem Equipment arbeitest, wird jeder Ton stets unterschiedlich klingen. Du kannst immer und immer wieder ein C spielen, doch jedes Mal wird es anders und nuancierter klingen.” – Octave One

Nur weil dein Equipment nicht perfekt klingt, heißt das noch lange nicht, dass es repariert werden muss. Erkunde die Macken deines maroden Equipments und genieße die Zufälligkeit und den Charakter, den deine Tracks dadurch erhalten.

Dein Equipment ist einzigartig – mache dir daher den Zerfall zu nutzen, um deinen Tracks das besondere Etwas zu verleihen.

Nutze einen Zufallszahlengenerator

An vielen Stellen während des Produktionsworkflows kommen Zahlen ins Spiel. Man muss immer irgendwo einen Zahlenwert wählen. Warum das Ganze nicht dem Zufall überlassen?

Ein Zufallszahlengenerator hilft dir bei der Entscheidung. Du kannst die Nummern auf so ziemlich alles anwenden: einen Attack-Anteil, den Wet-Dry-Wert, den Ton einer Tonleiter – alles komplett dir überlassen.

Du kannst sogar deinen Instrumenten Nummern zuordnen und dann den Zufallszahlengenerator nutzen, um deine Tools auszuwählen.

Das sorgt nicht nur fur ein Zufallselement in deinem Workflow, sondern hilft dir auch dabei, aus deinen normalen Gewohnheiten auszubrechen – etwas, das wir alle von Zeit zu Zeit gut gebrauchen können…

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Probier’s mal ohne Quantisierung

Das Quantisieren stellt im Grunde eine Karte für deine Musik dar. So wird dein Signal in ein Raster eingeordnet und weist es auf der Grundlage deiner Einstellungen einem bestimmten Platz zu. Das heist, es macht dein Signal vorhersehbar.

Versteh’ mich nicht falsch, Quantisierung ist ein wichtiges Tool für die Produktion und ist in vielerlei Hinsicht super hilfreich. Doch indem du sie ab und zu ausschaltest, verleihst du deinen Tracks den organischen Touch, der ihnen sonst gerne mal fehlt.

Kleine Nuancen, was das Timing anbelangt, und natürlicher Swing sorgen dafür, dass Musik ansprechender für die Ohren ist, und zwar auf bewusster als auch unbewusster Ebene.

Klinke daher deine Aufnahmen dann und wann aus dem Raster aus und schau dir an, welch zufällige Magie daraus entsteht – ganz ohne die Hilfe einer quantisierten Karte.

Im Notfall für den Zufall

Lasse ein wenig Chaos in deinen Workflow einfließen. So werden deine Tracks ansprechender, kreativer und interessanter.

Außerdem kann dir ein wenig Zufälligkeit dabei helfen, die eine oder andere kreative Blockade zu überwinden.

Überlasse daher hier und da die Dinge dem Zufall und mache in deinem Mix Platz für das Unbekannte.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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