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Wie du dank 5 simpler Hall-Techniken einen besseren Mix bekommst

Wie du dank 5 simpler Hall-Techniken einen besseren Mix bekommst

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Verschaffe deinem Sound den Raum, den er braucht.

Eine Sache haben alle guten Songs gemeinsam. Nein, es ist nicht die Ohrwurm-Melodie oder die perfekten Lyrics.

Es ist etwas Subtileres. Die Geheimzutat verbirgt sich ein paar Schichten unter der Oberfläche. Die eine Sache, die gute Musik vom Rest unterscheidet, ist Raum. Beim Mischen ist das Erschaffen von Raum und Tiefe absolut essentiell. Wie also stellst du das an?

Es gibt verschiedene Wege, doch mit einer der besten ist Hall. Falls du bisher noch nicht mit Hall gearbeitet hast, empfehle ich dir, zunächst unsere Hall-Anleitung durchzulesen, bevor du dich den hier vorgestellten Anwendungen widmest.

Dann lass uns loslegen, sofern du bereit bist, Hall und seine Anwendungen zu erkunden. Hier kommen 5 simple Tipps, wie du Hall effektiv in deinem Mix zum Einsatz bringen kannst.

Bevor du zum Hall greifst

Es gibt ein paar grundlegende Dinge, die wir uns anschauen müssen, bevor wir loslegen.

Stelle dir deinen Sound wie einen hüpfenden Ball vor. Wenn du ihn an eine Wand wirfst, prallt er zurück und schlägt gegen die andere Wand. Jeder Abprall ist sozusagen ein Hall.

Durch den Einsatz von Hall kannst du das Abprallen – oder die Reflexionen – deines Sounds kontrollieren. So kannst du den Raum, in dem sich dein Sound befindet, kreieren.

Hall umgibt uns ständig überall. Warst du jemals in einer Kathedrale? Kathedralen sind ein gutes Beispiel für sehr halligen Raum.

Es gibt unendlich viele Hall-Effekte da draußen. Für welchen du dich entscheidest, hängt ganz davon ab, welche Art von Klangraum du erzeugen willst.

Doch ganz egal, welchen Hall-Effekt du benutzt, diese 5 simplen Techniken helfen dir dabei, den perfekten Raum für deinen Sound zu erschaffen.

1. Platziere alles im selben Raum

Wie stellst du es an, dass all deine Spuren zusammenpassen? Simpel. Platziere sie alle im selben Raum mit einem Hall-Bus.

Indem du ein wenig subtilen Hall als globalen Effekt auf eine Gruppe von Instrumenten anwendest, verleihst du deinen Spuren mehr Kohäsion. So bringst du deinen gesamten Sound zusammen.

Erstelle einen neuen Mix-Kanal in deiner DAW. Dieser ist dein Hall-Bus. Ein Bus erlaubt es dir, mehrere Spuren zu einem einzigen Hall-Prozess zu senden.

Wenn du deinen Bus erstellt hast, kannst du alle Spuren, die du im selben Raum platzieren willst, zu ihm leiten. Füge subtilen Hall hinzu und stelle alles nach deinem Geschmack ein.

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Wenn du deinen Bus erstellt hast, kannst du alle Spuren, die du im selben Raum platzieren willst, zu ihm leiten. Füge subtilen Hall hinzu und stelle alles nach deinem Geschmack ein.

Alle Spuren auf dem Bus kommen einem dann so vor, als würden sie im selben Raum existieren. Häufig wird dieses Hall-Verfahren auf einem Drum-Bus angewendet. Gruppiere deine Drums und füge ihnen Hall hinzu, um deinem Drum-Set ein wenig Tiefe zu verleihen.

Das muss auch nicht jeder einzelne Track sein. Versuch’s damit, zunächst nur einen Hall-Bus für deine Drums oder Vocals zu erstellen, um bestimmte Gruppen von Spuren zusammenzuhalten.

Heißer Tipp: Wenn du Hall auf Instrumente im niedrigeren Frequenzbereich anwendest, kann das dazu führen, dass du deinen Mix überlädtst. Um einen schwammigen Mix zu vermeiden, solltest du aufpassen, an welchen Stellen genau du Hall anwendest.

2. Hallfahnen

Das Decay-Setting deines Hall-Effekts bestimmt, wie lange dein Hall nachhallen wird.

Den ‘Wusch’-Sound, den dein Hall erzeugt, nennt man eine Hallfahne.

Je länger dein Decay, desto länger auch deine Hallfahnen. Über die Decay-Einstellungen kannst du die gesamte Tiefe deines Mixes anpassen.

Heißer Tipp: Hallfahnen werden in der Mastering-Phase häufig verstärkt. Warte nicht bis zum Schluss, sondern versichere dich frühzeitig, dass du es mit deinen Hall-Effekten nicht übertreibst.Master deinen Track frühzeitig und überprüfe so anhand von Mix Referencing deine Einstellungen. Lass dich, was deinen Hall angeht, von deinem Master leiten, sodass du am Ende nichts mehr reparieren musst.

Längere Hallfahnen eignen sich häufig für Musik, die sich langsam entfaltet. Kürzere Hallfahnen funktionieren besser mit einem schnelleren Sound, der sich rapide entwickelt.

 

Manchmal braucht man auch gar keine Hallfahnen. Die ersten Nachhalle eines Sounds nennt man ‘frühe Reflexionen’.

Abhängig davon, welche Art von Musik du machst, brauchst du manchmal auch nur die frühen Reflexionen.

3. Wieviel Hall ist zu viel Hall?

Experimentiere mit der Länge deiner Hallfahnen, um unterschiedliche Räume zu erschaffen. Doch achte darauf, wie sie mit dem restlichen Mix interagieren.

Wenn du es übertreibst, kann das zu einem platten und schwammigen Mix führen.

Versuche, einen guten Pegel für deine Hall-Effekte zu finden. Hall ist dazu gedacht, deinem Mix eine subtile Schicht hinzuzufügen. Falls er zu präsent ist, wird dein Mix schnell von den Refexionen überschwemmt.

Nimm folgendes als Faustregel: Drehe deinen Hall-Regler hoch, bis der Hall offensichtlich wahrnehmbar ist, und drehe ihn dann leicht runter.

Doch die Person, die mischt, hat immer das letzte Wort. Finde für jedes Element im Mix heraus, was funktioniert.

4. Könntest du mir bitte den Hall reichen?

Die meisten Hall-Anwendungen müssen knackig, klar und strahlend klingen. Der beste Weg, einen guten Hall-Sound für deine Sounds in den höheren Frequenzen zu finden, besteht darin, noch vor dem Hall einen Hochpass-Filter einzusetzen.

Dadurch stellst du sicher, dass keine der Informationen im Bereich der niedrigeren Frequenzen in den Bereich der höheren Frequenzen (Snare oder Becken zum Beispiel) reflektiert.

Dein Mix kann schnell trübe werden, wenn du nicht zuerst die unnötigen niedrigen Frequenzen beseitigst. Manche Hall-Effekte haben sogar einen eingebauten Hochpass-Filter.

Experimentiere mit dem Wert, ab dem abgeschnitten wird, und finde genau den richtigen Punkt für deinen Hall.

5. Mit deinen Hall-Effekten experimentieren

Hall ist ein vielfältig einsetzbares Tool beim Mischen. Und das ist noch untertrieben. Du kannst unendlich viel damit anstellen. Probiere daher einfach alles aus.

Das Panning von Hall ist ein guter Ausgangspunkt. Schiebe dein Hall-Return weg vom Zentrum. Dadurch verleihst du deinem Mix Bewegung und Tiefe.

Du kannst auch verschiedene Raumgrößen und Hall-Arten ausprobieren. Zum Beispiel: Platziere deine Drums in einem kleinen Raum, um sie so richtig knackig klingen zu lassen, und platziere dann deine Gitarren in einem großen Raum, um einen Kontrast zum Raum der Drums zu bilden.

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Mache dich mit deinen Hall-Tools vertraut und gehe stets bis an ihre Grenzen, egal was du machst. Hall bietet unendlich viele Möglichkeiten.

Besserer Hall liefert einen besseren Mix

Hall ist eines der wichtigsten Tools im Mixing-Werkzeugkasten.

Um einen amateurhaft klingenden Mix in einen einen professionellen Mix zu verwandeln, ist es absolut essentiell zu wissen, wie und wann man Hall einsetzt.

Setze diese Tipps in deinem nächsten Mix um mache volleren, reichhaltigeren Sound zu einem festen Bestandteil deines Mixing-Prozesses.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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