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Abmischung & MasteringAufzeichnung

Hall (Reverb): Wie man den vielseitigen Effekt beim Mischen einsetzt

Hall (Reverb): Wie man den vielseitigen Effekt beim Mischen einsetzt

Was ist Hall? Nun ja, Hall befindet sich ständig um uns herum.

Er entsteht, wenn Schallwellen mit Oberflächen interagieren – harten, weichen, großen, kurzen und allem dazwischen.

Jeder Ton, den wir hören, ist von dem Raum, in dem er gehört wird, beeinflusst. Unsere Ohren sind daran gewöhnt… Ohne diese räumliche Dimension hören sich Töne häufig unnatürlich, dünn, oder hohl an.

Nichtsdestotrotz setzt man, wenn man in einem Studio aufnimmt, spezielle Verfahren und Tools ein, um so viel der externen Akustik wie möglich zu reduzieren, um den puren Klang aufzunehmen.

Das wird gemacht, weil man den Mix so sauber wie möglich haben möchte, um die Möglichkeiten für die Bearbeitung und Optimierung während der Phase des Mischens zu maximieren. Saubere Sounds führen zu einem besseren Mix und ein besserer Mix führt am Ende zu einem besseren Mastering.

Doch da unsere Ohren an Klänge in ihrem räumlichen Umfeld gewohnt sind, wollen wir dann nicht Sounds, die so klingen wie in ihrer natürlichen Umgebung? Gute Frage…

Die einfache Antwort lautet ja! Nachdem du deine Spuren bereinigt, deine Pegel ausbalanciert und deinen Mix zusammengesetzt hast, brauchst du noch diese räumliche Komponente.

Und da kommt Hall ins Spiel.

Warum brauchst du Hall?

Ein tiefes Verständnis von Hall wird dir dabei helfen, besser zu besser zu mischen.

Hall (als Effekt häufig auch Reverb genannt) ist einer der am vielfältigsten anwendbaren Effekte beim Mischen, da er sich sowohl als nützliches als auch kreatives Tool einsetzen lässt. Er liefert diesen ungreifbaren Sinn von Tiefe, Dicke und Faszination, die ZuhörerInnen anzieht und den Mix kohärent werden lässt.

Hall liefert diesen ungreifbaren Sinn von Tiefe, Dicke und Faszination, die ZuhörerInnen anzieht und den Mix kohärent werden lässt.

Hall ist jedoch ein breites Feld, daher gibt es viel zu lernen. In dieser Anleitung zeige ich dir, wie du diesen leistungsstarken Effekt kontrollierst und einsetzt, um den bestmöglichen Mix zu bekommen.

Was ist Hall?

Hall ist der Effekt, der entsteht, wenn Millionen von zerfallenden Schallreflektionen von diversen Oberflächen nach der ursprünglichen Tonquelle gehört werden.

Was macht Hall?

Wenn man sich anschaut, wie Hall funktioniert, kommt man schnell zu höherer Mathematik, was zwar super interessant ist, ich hier aber nicht besprechen will.

Das, was du jetzt wissen musst, ist, was Hall für dich tun kann!

Hall versorgt deinen Mix mit Raum und Tiefe, liefert jedoch auch den ZuhörerInnen wichtige Hinweise bezüglich dessen, wo der Sound stattfindet und in welchem Verhältnis sie sich zu dem Sound befinden.

Hall ermöglicht es dir, ZuhörerInnen in eine Konzerthalle, eine Höhle, eine Kathedrale oder einen intimen Performance-Raum zu befördern.

Außerdem hilft er dabei, natürliche (oder hinzugefügte) Obertöne eines Sounds brillieren zu lassen, und verleiht deinem Mix zusätzliche Wärme und Raum.

Hier ein simpler Loop ohne Hall (Dry-Signal):

Und hier im Vergleich der gleiche Loop mit Hall (Wet-Signal):

 

Wie du hören kannst, kommt der Loop mit Hall insgesamt besser rüber und verfügt über eine bessere Textur als der Loop ohne Hall. Die Synthline ist weicher und fließt besser, und der Mix strahlt insgesamt ein gutes Gefühl von Raum aus. Und all das dank Hall!

Heutzutage bedienen wir uns ausschließlich digitalen Audioeffekten und VSTs, um Sound zu bearbeiten. Doch es ist nach wie vor die klassische Ästhetik des analogen Halls, den unsere digitalen Versionen versuchen zu reproduzieren, daher ist es immens wichtig, analoge und digitale Verfahren zu verstehen!

Hall-Arten und wie man sie beim Mischen einsetzt

Im Folgenden findest du eine Liste gängiger Arten von Hall (Reverb) mit Hörbeispielen. Ich benutze immer das gleiche Beispiel einer Conga-Trommel, um zu zeigen, wie jede einzelne Hall-Art funktioniert:

Hier ein Conga-Sample ohne Hall (dry):

Und jetzt fügen wir einen jeweils anderen Typ von Hall zu unserem Conga-Sample hinzu, um zu hören, wie sich das auswirkt.

Hall:

Hall (Reverb) simuliert die Akustik einer Konzerthalle oder eines anderen großen halligen Raums. Dies ist die klassischste Art des Halls (Reverb). Er eignet sich prima für Klassik und Pop oder andere eher traditionelle Genre.

Du kannst ihn auf einen kompletten Mix oder Bus anwenden, um Spuren zusammenzuhalten oder eine Gruppe von Instrumenten im gleichen klanglichen Raum anzuordnen.

Chamber:

Chamber Reverb simuliert die Akustik eines Echoraums oder physischen Raums, der für Aufnahmen analogen Halls konstruiert ist.

Er kann sehr natürlich klingen und gleichzeitig das Frequenzspektrum eines Mixes ausfüllen. Chamber Reverb funktioniert am besten mit kleinen Ensembles, klassischer Musik und Pop. Er eignet sich jedoch auch für andere Mix-Situationen, vertraue daher deinen Ohren und experimentiere ein wenig.

Vertraue deinen Ohren und experimentiere ein wenig.

Room:

Room Reverb simuliert die Akustik eines mittelgroßen bis großen Raums und bringt mehr Klarheit in deine Tracks.

Room Reverb eignet sich super für Solo-Instrumente, insbesondere Drums, Akustik-Gitarren, Klavier, Streichinstrumente und Vocals.

Alles in allem kannst du mit Room Reverb dafür sorgen, dass einzelne Instrumente im Mix hervorstechen, wodurch er sich für so ziemlich jedes Genre gut eignet.

Live oder Stage:

Live Reverb simuliert die Akustik auf einer Bühne. Er ist eine klassische Wahl für Rock und Pop sowie jeden anderen Mix, der ein gewisses Live-Gefühl haben soll.

Stage oder Live Reverb eignet sich gut für einzelne Instrumente oder dafür, einen kompletten Mix zusammenzuhalten.

Church oder Cathedral:

Cathedral Reverb simuliert die Akustik eines großen, steinernen Raums mit hohen Decken.

Eine fantastische Wahl für Chöre, Streicher-Ensembles, Orgeln, epische Leads und alle anderen Sounds, die du gerne in einem großen, echolastigen Raum erklingen lassen willst.

Federhall:

Federhall simuliert die Akustik eines analogen Geräts für Federhall, das nach wie vor häufig in Gitarrenverstärkern zu finden ist.

Klingt super für Rock, Jazz, Blues und Metal, sowie elektrische Gitarren und Rock-Orgeln. Federhall ist einer der gängigsten Arten von Hall, da er auf vielfältige Weise in vielen Genres eingesetzt werden kann.

Er verleiht Instrumenten dieses metallene “Boing”-Gefühl, das Tracks zum Leben erweckt.

Federhall verleiht Instrumenten dieses metallene “Boing”-Gefühl, das Tracks zum Leben erweckt.

Plate:

Plate Reverb simuliert die Akustik eines analogen Geräts für Plate Reverb. Eine großartige Wahl für Pop, insbesondere für Percussions, Blechblas- und Rohrblattinstrumente, sowie Vocals.

Genau wie Federhall wird Plate Reverb schon seit Jahrzehnten eingesetzt, da er sich auf vielfältige Weise für diverse Mixing-Stile eignet.

Gated Reverb:

Gated Reverb schneidet mit Hilfe eines Noise Gates. die Hallfahnen eines Halleffekts ab. Er war besonders in den 80ern für Rock- und Pop-Balladen beliebt.

Er sorgt für ein unverwechselbares “explosives” Echo und verleiht jedem Sound somit eine starke Betonung. Du kannst ihn für Drums, Bass, Gitarre, Synthesizer und Vocals einsetzen, um diesen speziellen Reverb-Pop zu bekommen.

Faltungshall (Convolution Reverb):

Faltungshall nutzt eine digitale Datei einer Aufnahme in einem echten Raum, um die akustischen Eigenschaften dieses bestimmten Raums zu simulieren.

Hier kannst du deine Halleffekte mit einer gewissen DIY-Attitüde angehen – du kannst die Hall-Eigenschaften sämtlicher Räume aufnehmen und sie auf den Track anwenden!

Zum Beispiel: So würde meine Conga in meinem Badezimmer klingen:

Jetzt da du weißt, wie jeder einzelne Hall-Typ klingt, kommen wir dazu, wie man sie einsetzt. Um Hall korrekt einsetzen zu können, muss man zunächst die Hall-Parameter verstehen.

Hier eine Zusammenfassung dessen, was du bei deinen Hall-Effekten einstellen kannst.

Hall-Parameter

Um Hall im Mix korrekt einsetzen zu können, ist es essentiell, zunächst die Hall-Parameter zu verstehen. In den meisten Fällen handelt es sich bei ‘Parametern’ schlicht und ergreifend um Regler.

Auf der folgenden Liste fassen wir einige der gängigsten Hall-Parameter zusammen, sollte dabei ein bestimmter Parameter, den du suchst, nicht vorkommen, schau einfach in der Anleitung nach.

Gängige Hall-Parameter:

Typ (Type)

Art bezieht sich auf die zuvor genannten Arten von digitalem Hall, es gibt jedoch noch viele mehr.

Art (Type) ist häufig auf Multi-Effekt-Prozessoren oder Hall-Effekten zu finden, die verschiedene Arten von Hall in einem Gerät enthalten.

Größe (Size)

Größe (oder Size) gibt an, wie groß der Raum ist, in dem du deinen Sound anhand des Hall-Effekts platzierst, und wird häufig auch Tiefe (depth) oder Raumgröße (room size) genannt. Je größer dieser Parameter, desto länger wird der Hall.

Decay

Decay bezieht sich auf die Zeit, die es dauert, bis die Schallreflektionen deines Signals an Energie verlieren und verklingen, und wird häufig auch als Hall-Zeit (reverb time) oder RT60 bezeichnet.

Um Hall im Mix korrekt einsetzen zu können, ist es essentiell, zunächst die Hall-Parameter zu verstehen.

Pre-Delay

Die Distanz bzw. Zeit zwischen deinem ursprünglichen Sound und den ersten frühen Schallreflexionen.

Frühe Schallreflexionen (Early Reflections)

Die Einstellung für frühe Schallreflexionen legt den Pegel der ersten wahrnehmbaren Reflexionen fest und wird manchmal auch initial reflections oder Prä-Echos (pre-echoes) genannt.

Frühe Reflexionen agieren unabhängig vom Rest des Halls, daher ist es wichtig, zwischen den beiden unterscheiden zu können.

So klingen frühe Reflexionen auf unserem Conga-Loop:

 

Diffusion

Diffusion, auch bekannt als Form (shape), repräsentiert die Komplexität des Raums, in dem der Hall stattfindet.

Komplexere Räume sind Räume, in denen es mehr Oberflächen gibt, von denen der Schall abprallen kann, und daher auch mehr Diffusion. Diffusion kontrolliert zudem die Dichte der Hall-Menge, sodass du einen verwascheneren Effekt oder viele unterscheidbare Echos kreieren kannst.

Mix

Mix, manchmal auch wet/dry mix, kontrolliert, wieviel des Effektsignals (Signal mit Hall) in das trockene Signal (ohne Hall) gemischt wird.

Der Mix-Parameter ist insofern wichtig, da Halleffekte im Side-Chain-Modus gepatcht werden.

Wie du Hall einsetzt, um deinen Mix aufleben zu lassen

Es gibt ein paar feste Regeln in Hinblick auf den Gebrauch von Halleffekten, doch die Ausführung ist letzten Endes dir überlassen und hängt von dem ab, was dein Mix braucht. Eine gute Faustregel, wenn es um Hall geht, ist immer: weniger ist mehr.

Mit zu viel Hall wird dein Mix matschig und verworren, insbesondere durch den Verlust an Kontrast im unteren Frequenzbereich.

Eine gute Faustregel, wenn es um Hall geht, ist immer: weniger ist mehr.

Heißer Tipp: Nimm niemals mit Hall auf, sondern füge ihn immer erst später hinzu. Hall zu entfernen ist ein kniffliger Prozess, wohingegen man immer Hall hinzufügen kann.

Solltest du jemals Hall aus einer Aufnahme entfernen müssen, empfehle ich dir für den Anfang unsere Anleitung für Noise Gates.

Letzten Endes liegt der Schlüssel darin, den richtigen Punkt für genau die Art von Hall zu finden, die für deinen Track am besten geeignet ist: Hall verleiht deinen Tracks die Wärme, Tiefe und den immersiven Charakter, die deinem Mix im Handumdrehen professionelle Qualität und Kohärenz verleihen.

Und so richtet man einen Halleffekt in 8 simplen Schritten ein:

Wie man einen Halleffekt in 8 Schritten benutzt

1: Patche im Side-Chain-Modus

Erstelle eine separate Return-Spur und patche deinen Hall inline auf diese Spur. Nutze die Sends dieser Spur, auf denen du den Hall haben willst, um das trockene Signal ohne Effekt zu der Spur zu schicken, in die der Hall inline gepatcht ist.

Jetzt solltest du den Hall hören. Falls du eine Auffrischung in Sachen Send und Return brauchst, empfehle ich dir die Anleitung zu Sends und Returns unserer englischsprachigen KollegInnen.

2: Wähle deinen Hall-Typ

Falls dein spezifischer Halleffekt Presets hat, solltest du alle ausprobieren – das könnte eins, keins oder mehrere sein. So verschaffst du dir ein Gefühl für deren jeweilige Charakteristika.

Frage dich: Wo ist der ideale Raum, in dem ich meinen Sound haben möchte?

Wähle den Typ, der am besten den generellen Bedürfnissen deines Mixes oder individueller Instrumente entspricht. Frage dich: Wo ist der ideale Raum, in dem ich meinen Sound haben möchte? Welche zusätzliche Qualität hilft dabei, dieses Instrument/diesen Mix passender zu machen?

Mein Halleffekt von Ableton hat keine Presets, daher stelle ich die Parameter wie gewohnt manuell ein. Ich werde meiner Conga-Trommel ein wenig Hall hinzufügen, um sie fetter zu machen und ihr ein Gefühl von Räumlichkeit zu verleihen.

3: Stelle die Größe (Size) ein

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Anhand des Größen-Parameters (oder Size-Parameters) kannst du die Größe des Raums einstellen, in dem die ZuhörerInnen deinen Sound wahrnehmen sollen.

Je größer die Größe, desto länger dauert es, bis der Hall auftritt – umgekehrt für eine kleiner Größe.

Je größer die Größe, desto länger dauert es, bis der Hall auftritt.

Die Größe beeinflusst auch das Stereobild – größere Räume liefern normalerweise ein breiteres Stereobild. Dementsprechend ermöglicht der Größen-Parameter es dir, von längerem, sich starker ausbreitend klingendem Hall zu kürzeren, intimeren und engeren Reflektionen zu wechseln.

Wichtig ist, deinen Größen-Parameter im Verhältnis zum Decay (Echo) (s. Schritt 6) einzustellen, du solltest dich daher darauf einstellen, mit diesen zwei Schritten etwas herumzuspielen.

4: Stelle den Decay (Echo) ein

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Decay (Echo) ist der wichtigste Aspekt deines Halls, da er die Zeit festlegt, die dein Hall braucht, um zu verklingen.

So ziemlich alle Probleme in Hinsicht auf Hall und matschige Mixe rühren von einer zu langen Einstellung des Decay her. Wenn der Hall zu lang ist, vermischen sich alle Iterationen und man kann den einen Sound nicht mehr vom anderen unterscheiden – an diesem Punkt weißt du, dass du es mit dem Hall übertrieben hast.

Wie bereits zuvor erwähnt, wird Decay normalerweise in Relation zur Größe (Size) eingestellt: größere Räume haben für gewöhnlich längere Decays (Echos), dementsprechend stellt man normalerweise eine große Größe mit langem Decay und eine kleine Größe mit kurzem Decay ein.

Die meisten Presets übernehmen das von alleine. Doch indem du die beiden Parameter individuell und unabhängig voneinander einstellst, kannst du ein paar coole Effekte erzeugen. Scheue dich daher nicht davor, dich Konventionen zu widersetzen.

Stelle die Decay-Zeit umgekehrt zu der Menge deines mit Hall versehenen Signals, das du deinem Mix hinzufügen willst, ein.

Hall-Arten mit kürzerem Decay können lauter sein, da sie nicht lange nachklingen und somit den Mix matschig machen. Hall-Arten mit längerem Decay sollten hingegen leiser eingestellt werden, da sich dein Mix sonst schnell so anhören kann, als würde er im Grand Canyon erklingen.

Hall-Arten mit längerem Decay sollten leiser eingestellt werden, da sich dein Mix sonst schnell so anhören kann, als würde er im grand Canyon erklingen.

Heißer Tipp: Wenn dein Arrangement eher voll ist, solltest du Hall-Arten mit kürzerem Decay auf einzelnen Instrumenten verwenden, um deren jeweilige Qualitäten scharf und deutlich zu halten.

5: Stelle dein Pre-Delay ein

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Pre-Delay sorgt für ein wenig Platz zwischen deinem trockenen und deinem bearbeiteten Signal.

Eine kürzere Pre-Delay-Zeit liefert dir wenig bis keine Zeit zwischen trockenem und bearbeitetem Signal, wodurch ein kleiner Raum simuliert wird, sie kann deinen Hall jedoch etwas undeutlicher machen.

Sei vorsichtig: Echos können Rhythmus, Tempo und Groove eines Musikstücks beeinträchtigen.

Mittelgrose Pre-Delays verzögern deinen Hall leicht. Sie simulieren einen größeren Raum und sorgen dafür, dass das trockene und das bearbeitete Signal getrennt gehalten werden, sodass nichts undeutlich wird.

6: Stelle den Pegel deiner frühen Reflektionen ein

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Frühe Reflektionen (oben als der gelbe Kreis im Spin-Bereich dargestellt), tendieren dazu, sich eher wie Echos als normaler Hall anzuhören, daher solltest du sie auch dementsprechend behandeln – solltest du einen Echo- oder Verdopplungseffekt erzeugen wollen, eignen sich laute frühe Reflektionen prima dafür.

Sei jedoch vorsichtig: Echos können Rhythmus, Tempo und Groove eines Musikstücks beeinträchtigen. Halte dich an eine niedrigere Lautstärke, damit alles besser zusammenfließen kann.

7: Stelle dein Diffusionslevel ein

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Anhand von Diffusion kannst du deinem Hall Textur hinzufügen oder aus ihm entfernen. Im obigen Beispiel findet man das Diffusionslevel im Bereich Diffusionsnetzwerk (diffusion network) des Halls-Effekts.

Hall verleiht deinem Mix eine Seele.

Niedrigere Diffusionslevel simulieren eine grundlegende Form mit ungehinderten, flachen, reflektierenden Oberflächen (wie z.B. eine leere Garage).

Niedrigere Level kreieren einen klaren, hellen, weniger kolorierten Sound. Diffusion kann zudem die Decay-Zeit des Halls beeinflussen, sodass du dadurch eine weitere Möglichkeit bekommst, deine Hallfahnen zu glätten.

Heißer Tipp: Stelle die Diffusion hoch ein, um metallenes Klirren aus deinen Percussions zu entfernen.

8: Stelle deinen Mix-Pegel ein

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Dein Mix-Pegel (wet/dry) ist alles in allem der wichtigste Parameter.

Er legt fest, wie dein Hall mit den anderen Elementen in deinem Mix interagiert und wie viel deines Effekts du in deine Session zurückgespeist.

Adjustiere den Mix-Pegel (wet/dry), um ein wenig mehr oder weniger Hall hinzuzufügen, bis es perfekt zu deinem Mix passt. Lass dich in Hinsicht auf die Menge des bearbeiteten Signals, das du hinzufügst, stets von deinem Mix leiten.

Heißer Tipp: Hallfahnen fallen häufig nach dem Mastering stärker auf, daher solltest du deinen Track immer mal wieder per Mix Referencing abgleichen, um deine Hallfahnen zu überprüfen.

Da dein Hall-Effekt im Side-Chain-Modus gepatcht ist, können mehrere verschiedene Instrumente unterschiedliche Mengen an trockenem Signal an dein Hall-Return senden.

Und hier ist es wieder in den Mix integriert!

 

Die Vollendung

Hall verleiht deinem Mix eine Seele. Er befördert deinen Sound aus einem Vakuum in die echte Welt.

Gerne wird mit dem Hall übertrieben, doch mit dem Wissen, das dir jetzt zur Verfügung steht, kannst du Hall dazu einsetzen, deine Fans in deine Mixe zu holen und die klangliche Geschichte zu erzählen, die du vom ersten Tag im Studio an vor Augen hattest.

Schlussendlich geht es bei der Anwendung von Hall immer darum, was für dich am besten klingt. Vertraue daher deinen Ohren!

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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