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Wie du einen Referenz-Track auswählst, um deinen Mix zu verbessern

Wie du einen Referenz-Track auswählst, um deinen Mix zu verbessern

Keine Mixing-Umgebung ist perfekt.

Selbst wenn der Raum, in dem du mischst, schallgedämpft ist, und du großartige Monitore un Kopfhörer hast, beinhaltet die finale Phase des Mixing-Prozesses häufig viel Spekulation.

Um gute Ergebnisse zu bekommen, musst du wissen, wo etwaige Schwierigkeiten liegen und wie du sie überwindest.

Referenz-Tracks helfen dir dabei, ein wenig Perspektive zu gewinnen. Sie sind unheimlich nützliche Tools, die dir dabei helfen, deinen Mix objektiv zu bewerten.

Doch was genau sind Referenz-Tracks? Welche solltest du benutzen und wie genau arbeitet man mit ihnen?

In diesem Artikel erkläre ich dir, was Referenz-Tracks sind und wie du die richtigen auswählst. Außerdem zeige ich dir ein paar meiner Leiblings-Referenz-Tracks für verschiedene Mixing-Situationen.

Dann legen wir mal los.

Was sind Referenz-Tracks?

Referenz-Tracks sind Aufnahmen, die über bestimmte erwünschte klangliche Merkmale verfügen, mit deren Hilfe Ingenieur*innen die Mixe bewerten, an denen sie arbeiten. Viele professionelle Ingenieur*innen haben Referenz-Tracks, auf die sie immer wieder zurückgreifen, um ihre Arbeit ihrer Vision des finalen Mixes näher zu bringen.

Indem du deinen Mix immer wieder mit einem Referenz-Mix vergleichst, kannst du die Veränderungen, die du vornehmen musst, um ein besseres Endprodukt zu bekommen, besser bewerten.

Indem du deinen Mix immer wieder mit einem Referenz-Mix vergleichst, kannst du die Veränderungen, die du vornehmen musst, um ein besseres Endprodukt zu bekommen, besser bewerten.

Wie man Referenz-Tracks benutzt

Es ist leicht, sich in seinem Mix zu verlieren, wobei einem schnell die Idee abhanden kommt, in welche Richtung man eigentlich gehen will. Dieser Zustand lässt sich vermeiden, wenn man seinen Mix mit einem passenden Referenz-Track vergleicht.

Alles, was du tun musst, um einen Referenz-Track zu benutzen, ist, ihn in deine Mixing-Session zu ziehen und zwischen den beiden Tracks hin- und herzuschalten.

Im Laufe der Zeit bekommst du eine Idee dafür, welche die wichtigen Merkmale sind, die du dir anhören musst, um deinen eigenen Sound zu bewerten. Du wirst sehen, wie unfassbar nützlich dieses Verfahren ist.


Vielleicht stellst du fest, dass du das obere Mittelfeld zu stark geboostet hast, oder dass dein Bass-Synthesizer zu laut ist. Vielleicht hörst du heraus, dass deine Vocals nicht ganz so viel Hall brauchen oder die Drums zu komprimiert sind.

Es kann gut sein, dass du diese Probleme nicht bemerkt hättest, wenn du diesen zusätzlichen Schritt des Mix-Referencings nicht gemacht hättest.

Der Einsatz von Referenz-Tracks ist super einfach, sofern du ein paar grundlegende Regeln im Hinterkopf behältst:

  • Passe die Lautstärke des Referenz-Tracks so genau wie möglich der deines eigenen Tracks an.
  • Schalte direkt zwischen den beiden Tracks hin und her, und zwar im “Solo-in-place”-Modus, falls möglich.
  • Hör dir die wichtigsten Merkmale deines Mixes und des Referenz-Tracks so kritisch wie möglich an.

Für tiefgreifender Infos zum Thema Mix-Referencing empfehle ich dir unseren Leitfaden.

Wie man den richtigen Referenz-Track auswählt

Das Schöne an Referenz-Tracks ist, dass du so ziemlich jedes Audiomaterial benutzen kannst, so lange es zu deinem Workflow passt und als guter Vergleich herhält.

Das Schöne an Referenz-Tracks ist, dass du so ziemlich jedes Audiomaterial benutzen kannst, so lange es zu deinem Workflow passt und als guter Vergleich herhält.

Generell solltest du einen Referenz-Track auswählen, der die Qualitäten, die du dir für deinen eigenen Mix wünschst, am besten zur Schau stellt.

Das Ganze liegt komplett in deiner Hand, daher besteht die beste Herangehensweise an die Auswahl des richtigen Referenz-Tracks darin, zu experimentieren und deinen Ohren zu folgen.

Beginne mit einem Track, den du liebst, und höre dir aufmerksam seine Produktionsqualitäten an. Wenn du dir einen Song kritisch anhörst, stellst du bald fest, welche Sounds du bevorzugst und wie du sie in deinem eigenen Mix erkennst.

Falls du einen Ausgangspunkt brauchst, sind hier ein paar Qualitäten/Merkmale, nach denen du Ausschau halten kannst, wenn du dabei bist, einen Referenz-Track auszuwählen:

  • Ein ähnliches oder verwandtes Genre
  • Gut umgesetzte Mixing-Merkmale (tolles Top-End, gutes Stereobild)
  • Signifikante individuelle Instrumente (tolle Vocals, ein super Drum-Sound)

Andere Arten des Mix-Referencings

Referenz-Tracks werden für gewöhnlich in einer DAW-Session zum direkten Vergleich eingesetzt.

Doch das moderne Mix-Referencing entwickelt sich stetig weiter. Es gibt mittlerweile mehr Arten als jemals zuvor, um Referenzmaterial in deinen Workflow einzubauen.

Für richtiges Referencing benötigt man eine präzise Anpassung der Pegel. Das heißt, es ist nicht immer möglich, Mixe, an denen du noch arbeitest, mit einen fertigen Master außerhalb deiner DAW zu vergleichen.

Für richtiges Referencing benötigt man eine präzise Anpassung der Pegel.

Und da kommt umgehendes, durch künstliche Intelligenz betriebenes Mastering ins Spiel. Ein mit LANDR gemasterter Track kommt nah genug an den Pegel einer fertigen Aufnahme heran, um einen guten Vergleich zu ermöglichen.

Das heißt, du kannst deinen Mix überall vergleichen – im Auto, auf deiner Stereoanlage zu Hause, über Kopfhörer im Bus. Und da sind genau die Informationen, die du brauchst, um die richtigen Entscheidungen für deinen Mix zu treffen.

Falls du deinen Mix bearbeiten musst, kannst du ihn einfach danach noch einmal mastern – ohne Wartezeit oder zusätzliche Kosten.

Meine Lieblings-Referenz-Tracks

Jede*r muss die passenden Referenz-Tracks für sich selbst finden und das Ganze kann eine sehr persönliche Wahl sein.

Um dir ein wenig Starthilfe zu geben, habe ich ein paar Referenz-Tracks zusammengestellt, die ich bereits verwendet habe – zusammen mit einer Erklärung, was ich an ihnen so toll finde.

1. Lonesome Tears — Beck


Das Album Sea Change von Beck aus dem Jahr 2002 wurde von Nigel Godrich produziert und im legendären Ocean Way Recording aufgenommen.

Der Mix beinhaltet eine große Bandbreite an Frequenzen, von tiefem Sub-Bass bis hin zu sanften und luftigen Höhen.

Der geräumige Streicher-Sound verleiht einem eine gute Idee für das ultrabreiten Spektrum.

Manchmal benutze ich diesen Track, um den allgemeinen Frequenzumfang eines Mixes, an dem ich arbeite, einzuschätzen.

2. Strawberry Swing — Coldplay


Viva la Vida von Coldplay ist ein klanglich sehr vielfältiges Pop-Album mit netten Ambient-Texturen. Es beinhaltet Produktionen von Brian Eno und Elektro-Musiker Jon Hopkins.
Es ist ein super Beispiel für die “Brauerisierung” – den kompressionslastigen Stil, der von Spitzenklasse-Tontechniker Michael Brauer auf den Plan gerufen wurde.

Es kommt einem so vor, als stünden alle Elemente gleichzeitig im Vordergrund, fast so als würde man ein HDR-Foto betrachten.

Dieser Referenz-Track kann dir ein Gefühl dafür liefern, wie meisterlich angewandte Kompression klingen kann.

3. Out on the Weekend — Neil Young


Am anderen Ende des Spektrums befindet sich Harvest von Neil Young, das für seinen klaren und natürlichen Sound berühmt ist.

Der Ingenieur Elliot Mazer hat behauptet, dass beim Mischen weder Kompression noch Limiting eingesetzt wurden.

Dadurch eignet der Track sich besonders, wenn man sich natürliche Transienten sowie Attack und Decay von Akustik-Instrumenten anhören will.

4. Inside Out — Spoon



They Want My Soul von Spoon wurde von Dave Friedman in seinen Tarbox Road Studios gemischt.
Fridmans Stil ist für seine intensive Sättigung bekannt, die schon fast an Verzerrung grenzt.

Auf “Inside Out” findet man gewagt geschichtete E-Drums und Samples mit aggressiver Sättigung, von denen man irgendwie nicht genug bekommt.

Manchmal benutze ich diesen Track, um zu beurteilen, ob ich zu viel harmonische Verzerrung hinzugefügt habe oder irgendwelche gesättigten Töne zu schrill klingen.

Referenz-Material

Das Integrieren von Referenz-Tracks in deinen Workflow ist Teil deines Reifungsprozesses als Produzent*in und hilft dir dabei, deine Kompetenzen zu erweitern.

Egal in welchem Genre oder Stil du arbeitest, es gibt immer einen Referenz-Track, den du heranziehen kannst, um deinen Mix in die richtige Richtung zu lenken.

Jetzt da du mehr über Referenz-Tracks weißt und auf dem Schirm hast, wie du den richtigen für deinen Mix auswählst, kannst du dich wieder an deine DAW setzen und dem perfekten Mix hinterherjagen.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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