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Unschöne Wahrheiten: Mixing ist ein einsamer Job

Unschöne Wahrheiten: Mixing ist ein einsamer Job

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Viele Produzent*innen träumen davon, den lieben langen Tag nichts anderes zu tun, als Musik zu mischen.

Immerhin willst du soviel Zeit wie möglich mit der Sache verbringen, die du am meisten liebst, richtig?

Oft und lange Musik zu mischen ist super, doch es kommen ein paar unerwartete Wahrheiten ans Tageslicht, wenn das Mischen zur Hauptaktivität wird.

Hier kommt meine unschöne Wahrheit des Tages: das Mischen kann eine ziemlich eigenbrötlerische Aktivität sein, bei der man sich dann und wann etwas einsam fühlt.

Das mag dich vielleicht entmutigen, doch die andere Seite dieser Medaille ist, dass es für die psychische Gesundheit wichtig ist, dann und wann Zeit alleine zu verbringen.

Mixing ist eine der produktivsten, zufriedenstellendsten und erfrischendsten Arten, Zeit alleine zu verbringen.

Gruppenmischen

Falls du bereits mit einer Person zusammengearbeitet hast, die nicht mit dem Mixing-Prozess vertraut ist, weißt du vielleicht, wovon ich rede.

Zusammen mit einer anderen Person Musik zu mischen ist nicht immer ideal. Manche Entscheidungen können einem unlogisch vorkommen, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen kann.

Wesentliche Operationen wie die Anwendung eines Hochpassfilters für einen wuchtigen Bass oder das Aufräumen des mittleren Frequenzbereichs können deinen Mitarbeiter*innen seltsam vorkommen – insbesondere wenn alle normalerweise alleine EQen und an ihr eigenes Verfahren gewohnt sind.



Ab einem gewissen Punkt kommen die meisten Ingenieur*innen zu dem Schluss, dass es einfacher ist, alleine zu mischen statt sich ständig von jemandem über die Schulter schauen zu lassen.

Ab einem gewissen Punkt kommen die meisten Ingenieur*innen zu dem Schluss, dass es einfacher ist, alleine zu mischen statt sich ständig von jemandem über die Schulter schauen zu lassen.

Das macht Sinn.

Wenn man alleine ist, verläuft der Mixing-Workflow reibungsloser und man kann sich besser vertiefen.

Es gibt niemanden, die oder der deine Entscheidungen anzweifelt. Der Prozess wird nicht verlangsamt, weil du dir nicht die Zeit nehmen musst, jemandem deine Entscheidungen zu erklären.

Allerdings kannst du so nicht von den Effekten der Zusammenarbeit profitieren – und zwar nicht nur von den offensichtlichen Effekten. Die ungreifbaren Faktoren, die entstehen, wenn man jemanden mit sich im Raum hat, fallen auch weg.

Das heist es gibt niemandem, mit der oder dem man seine Ideen besprechen, Witze machen oder aus der Monotonie ausbrechen kann.

Das mag alles recht negativ klingen, doch mit der richtigen Einstellung kannst du das Alleinsein in einen Vorteil verwandeln.

Alleine arbeiten

Wann hast du das letzte Mal ein paar Stunden alleine verbracht? Wenn du nicht daran gewohnt bist, kann das zunächst etwas komisch sein.

Viele unter uns verbringen unsere Tage in geschäftigen sozialen Situationen. Während manche durch die Energie, die soziale Interaktionen mit sich bringen, aufblühen, sehnen sich andere nach ein wenig Zeit alleine.

Diese “Introvertiert/Extrovertiert”-Eigenschaften werden on- und offline viel diskutiert.

Doch die Unterscheidung ist nicht immer so eindeutig. Nichtsdestotrotz tendieren viele in ihrem sozialen “Stil” merkbar in die eine oder die andere Richtung.

Das sind gute Neuigkeiten für alle introvertierten Produzent*innen da drausen.

Alleine zu mischen kann ein Paradies für all jene darstellen, die Zeit für sich brauchen und ihre soziale Batterie aufladen müssen – eine Praxis, die vorwiegend mit introvertierten Menschen assoziiert wird.

Alleine zu mischen kann ein Paradies für all jene darstellen, die Zeit für sich brauchen und ihre soziale Batterie aufladen müssen – eine Praxis, die vorwiegend mit introvertierten Menschen assoziiert wird.

Die Vorteile des Alleinseins

Egal, welche Art von Persönlichkeit du hast, es kann mental und künstlerisch hilfreich sein, dir bewusst Zeit für dich selbst zu nehmen.

Es ist nachgewiesen, dass regelmäßige Perioden der … Konzentration und Produktivität erhöhen, da Ablenkungen und Unterbrechungen minimiert werden.

Sie verhelfen dir zur Klarsicht, die du brauchst, um deine beste Arbeit abzuliefern.

Bei der Inspiration geht es darum, die richtigen Konditionen für die Kreativität zu schaffen. Die gedankliche Tiefe, die du erreichst, wenn du Zeit alleine im Studio verbringst, trägt wesentlich dazu bei.

Außerdem kann es, um seine eigene Stimme zu finden, manchmal nötig sein, tief in sich hineinzuschauen. Die authentischste Weise, dies zu bewerkstelligen, besteht in ehrlicher Selbstreflexion, abseits des Einflusses der anderen.

Es mag zwar kontraintuitiv klingen, doch die Arbeit alleine kann auch Vorteile für die Zusammenarbeit mit sich bringen.

Viele wenden sich an Mitarbeiter*innen, um eine frische Sichtweise auf ihre Arbeit zu bekommen.

Da sie zu sehr in ihrer eigenen Perspektive gefangen sind, kann das dazu führen, dass die Frische irgendwann fehlt.

Wie man sich daran gewöhnt

Falls du das Gefühl hast, du erträgst längere Perioden alleine nicht, musst du eventuell daran arbeiten, dich damit anzufreunden.

Hier sind meine besten Strategien, um deine Zeit alleine beim Mischen in einen produktiven Prozess zu verwandeln, auf den du dich freust:

1. Klein anfangen

Du musst dich nicht gleich jeden Tag in eine epische, acht Stunden lange Mixing-Session schmeißen. Das ist sogar eher eine schlechte Idee.

Am Anfang braucht es ein wenig Übung, bis man an den Punkt gelangt, an dem es sich so anfühlt, dass man seine Zeit alleine effektiv nutzt.

Am Anfang braucht es ein wenig Übung, bis man an den Punkt gelangt, an dem es sich so anfühlt, dass man seine Zeit alleine effektiv nutzt.

Fange mit überschaubaren Zeitabschnitten wie 1-2 Stunden an, und arbeite dich von dort aus weiter vor.

2. Realistische Ziele beim Zeitmanagement setzen

Wenn du alleine arbeitest, gibt es niemanden, die oder der dich kontrolliert.

Das heißt, du musst dich selbst zur Produktivität disziplinieren. Das ist wahrscheinlich das größte Problem, wenn man alleine arbeitet.

Das erreicht man am besten, indem man sich realistische Ziele setzt.

Setze dir wann immer möglich Zeitlimits und Erwartungen für individuelle Aufgaben und belohne dich während der Pausen, wenn du sie eingehalten hast.

3. Nicht komplett isolieren

Du musst aus mehreren Gründen Pausen beim Mischen einlegen.

Wenn du dich mit einer Pause belohnst, solltest du Abwechslung in die Sache bringen.

Gehe spazieren, besorge dir einen Snack oder mache etwas in der Öffentlichkeit – all das versorgt dich mit ausreichend sozialer Energie, sodass du dich wieder erfrischt an deine Arbeit setzen kannst.

Solo unterwegs

Es führt kein Weg daran vorbei: das Mischen ist eine einsame Aktivität.

Doch mit der richtigen Einstellung kannst du das Mischen alleine zu einem gesunden Bestandteil deines Lebens machen.

Mit diesen Tipps kannst du deine Mixing-Session dazu nutzen, auf gesunde und funktionale Weise Zeit mit dir alleine zu verbringen.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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