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Gesangsaufnahmen bearbeiten: Die perfekte Gesangsspur in deiner DAW

Gesangsaufnahmen bearbeiten: Die perfekte Gesangsspur in deiner DAW

Das Bearbeiten von Gesangsaufnahmen ist ein wichtiger Schritt in der Musikproduktion, der direkt vor demMischen kommt.

Eine gute Bearbeitung ist unumgänglich für einen guten Sound. Mit diesem Prozess werden alle Probleme, unter der eine rohe Gesangsspur eventuell leidet, behoben, sodass sie im Mix laut im Vordergrund stehen kann.

Doch das Bearbeiten von Gesangsspuren kann frustrierend sein. Es braucht viel Zeit und es gibt haufenweise winzige Details, die man beachten muss.

Nichtsdestotrotz muss das Ganze nicht so angsteinflößend sein. Das Bearbeiten von Gesangsaufnahmen ist einfach, solange man die grundlegenden Konzepte, die dahinter stecken, versteht.

In diesem Artikel erfährst du alles, was du wissen musst, um Gesangsaufnahmen korrekt zu bearbeiten.

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1. Erstelle eine Comp-Spur, um eine Version deiner Gesangsspur zu erstellen

Vielleicht denkst du, dass die Profis die perfekte Gesangsaufnahme gleich beim ersten Versuch bekommen.

Das ist zwar nicht unmöglich, doch es ist viel wahrscheinlicher, dass der fertige Gesang, den du auf einem Release hörst, das Ergebnis von sorgfältigem Comping ist.

Comping bedeutet, dass man mehrere Versionen aufnimmt und diese dann zusammenschneidet, um die besen Momente zu finden.


Es ist ein wichtiges Verfahren, wenn man mit Gesang arbeitet.

Comping funktioniert in jeder DAW anders, doch die Grundlagen sind immer die gleichen.

Hier sind die Grundlagen des Comping:

  • Nimm jede Version mit Hilfe deines Versionen-Ordners, Comp-Spuren oder Playlist-Funktionen deiner DAW auf die gleiche Spur auf.
  • Hör dir jede Version aufmerksam an und markiere die besten Momente.
  • Füge die besten Momente der Hauptversion hinzu, um die Comp-Spur zu erstellen.

2. Passe das Timing dem Groove an

Gesangspuren im Studio aufzunehmen, kann anstrengend sein.

Viele Sänger*innen verbringen viele Stunden in der Gesangskabine, um unterschiedliche Versionen aufzunehmen.

Bei so viel Material gibt es durchaus viel Variation. Wenn Sänger*innen sich auf die Tonhöhe und und Leistung konzentrieren, vergessen sie dabei manchmal das Timing.

Das heißt, dass du vielleicht ein paar Veränderungen vornehmen musst, wenn du die Gesangsspur bearbeitest.

Nutze das Verschiebe-Tool deiner DAW, um die Stücke deiner Gesangsaufnahme in kleinen Schritten zu verschieben.

Manchmal ist das Verschieben um wenige Millisekunden schon ausreichend, um eine Phrase so in den Song einzufügen, dass es sich natürlich anhört

Manchmal ist das Verschieben um wenige Millisekunden schon ausreichend, um eine Phrase so in den Song einzufügen, dass es sich natürlich anhört.

Doch sei vorsichtig, dass du es nicht übertreibst – du willst auf keinen Fall aus Versehen die einzigartige Ausdrucksweise der Sängerin/des Sängers zerstören, indem du jedes einzelne Wort ans Raster heftest.

3. Überprüfe deine Bearbeitungen und erstelle Fades

Nach dem Comping hast du eine Spur mit dutzenden von Schnitten, wo du die Momente aus anderen Versionen eingefügt hast.

Das heißt, du musst dafür sorgen, dass jeder Schnittpunkt sauber ist und kein Knacken, Klicken oder andere störende Artefakte enthält.

Hör dir deine Comp-Spur alleine an und achte besonders auf die Abschnitte, wo du unterschiedliche Stücke eingefügt hast.

Versichere dich, dass du nicht das Atmen der Sängerin/des Sängers oder Laute zwischen den Phrasen unterbrichst.

Sobald diese Punkte sauber sind, kannst du jeden Clip in deiner Gesangsspur mit Hilfe des Fade-Dialogs deiner DAW mit kurzen (5-10ms) Fades versehen.

Diese kurzen Fades sorgen dafür, dass die sauberen Bearbeitungsstellen komplett unsichtbar werden.

4. Kümmere dich um die Atemgeräusche der Sängerin/des Sängers

Singen ist eine physische Aktivität, die einem viel abverlangt.

Wenn du eine*n Sänger*in mit einem Kondensatormikro nahe aufnimmst, hört man ihre/seine Anstrengungen.


Das größte Problem dabei ist die Atmung der Sängerin/des Sängers.

Atemgeräusche sind wichtig, weil sie dafür sorgen, dass der Gesang natürlich klingt. Sie können, sofern sie gut gemischt werden, sogar die Dramatik einer Aufnahme steigern.

Doch zu viele Atemgeräusche können störend wirken, insbesondere wenn die Kompression und das EQing, die du beim Mischen einsetzt, sie noch lauter machen. Das Problem kann sich beim Mastering sogar noch verschlimmern, sofern der Gesang im Vordergrund des Mixes steht.

Beim Bearbeiten von Gesang isolieren Ingenieur*innen normalerweise die Atemgeräusche in einer Spur und machen sie leiser, sodass sie keine Überhand nehmen.

Ein guter Ausgangspunkt besteht darin, die Atemgeräusche um etwa 6dB leiser zu machen, doch du kannst sie noch leiser machen, falls nötig.

4. Konsolidiere die Gesangsspuren

Sobald du mit dem Comping, Shifting, Slicing und Fading fertig bist, ist es wahrscheinlich eine gute Idee, alles etwas zu organisieren.

Falls du mit deiner Arbeit bisher zufrieden bist, kannst du die derzeitige Version “drucken”, indem du eine neue Audiodatei erstellst, die deine Veränderungen festhält.

Je nach DAW kann diese Operation “Konsolidieren” (consolidate) oder “Exportieren” (bounce) heißen.

Durch das Konsolidieren wird dein Workflow geschmeidiger, wenn du dich ans Mischen machst, doch du hast nicht mehr länger dieselbe Flexibilität wie vorher.

Um das zu beheben, kannst du die bearbeitete Version in einer kopierten Spur oder als eine weitere Version im Comp-Ordner speichern.

So kannst du immer wieder auf die Rohfassung zugreifen, falls du Veränderungen vornehmen musst.

5. Behebe Fehler, falls nötig, mit Tonhöhenkorrektur

Auch bei einer sauberen Comp-Spur kann es nach wie vor Probleme mit der Tonhöhe geben.

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Das kann passieren, wenn die Sängerin/der Sänger Probleme hatte oder du dich für eine Version mit einer besseren Leistung statt für eine saubere, weniger stimmungsvolle Alternative entschieden hast.

Zum Glück gibt es haufenweise Tools, die dir dabei helfen können, eine wackelige Aufnahme zu retten oder eine bereits solide Aufnahme noch zu verbessern.

Plugins für die Tonhöhenkorrektur sind manchmal etwas umstritten, doch du musst sie nicht einsetzten, um einen roboterhaften Effekt zu bekommen.

Sanfte Tonhöhenkorrektur in ausschließlich den problematischsten Bereichen kann Wunder bewirken.

Vergiss dabei jedoch nie, dass leichte Abweichungen in der Tonhöhe für Stil und Natürlichkeit wichtig sind.

Wenn du jede Note abflachst, ist der Gesang am Ende leblos und etwas unheimlich.

Du magst überrascht sein, wie wenig du bei der Tonhöhenkorrektur tun musst.

Veredelter Gesang

Das Bearbeiten von Gesangsaufnahmen mag einem wie eine langweilige, sehr technische Aufgabe vorkommen. Doch sie ist unumgänglich, wenn du einen polierten professionellen Sound willst, der im Mix ganz vorne stehen kann.

Und es gibt haufenweise kreativen Freiraum, um bei der Bearbeitung deinem Sound deinen eigenen Stempel aufzudrücken.

Falls du es bis ans Ende dieses Artikels geschafft hast, hast du jetzt ein solides Fundament für die erfolgreiche Bearbeitung deiner Gesangsaufnahmen.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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