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Musiktheorie

Generalbass-Bezifferung: Wie man Symbole der Akkord-Umkehrung liest

Generalbass-Bezifferung: Wie man Symbole der Akkord-Umkehrung liest

Es ist nicht einfach, die Symbole in einer Akkordfolge zu lesen, insbesondere wenn diese römische Ziffern beinhalten.

Doch es ist wichtig zu wissen, wie man dieses Format liest, weil man auf diese Weise die Funktion der Akkorde innerhalb eines Songs versteht und es sich dabei um einen wichtigen Aspekt der Musiktheorie handelt.

Simple römische Ziffern sind noch einfach, doch es kann passieren, dass du bei einem dir unbekannten Akkord stecken bleibst, der mit komischen Zahlen versehen ist, die wie eine Bruchrechnung aussehen.

In diesem Fall musst du Akkord-Umkehrungen und Bezifferungen lernen, um weitermachen zu können.

In diesem Artikel erfährst du alles, was du wissen musst, um Akkord-Umkehrungen und die dazugehörigen Bezifferungen zu verstehen.

Was ist die Generalbass-Bezifferung?

Mit Hilfe der Generalbass-Bezifferung werden in der Stufentheorie Akkord-Umkehrungen niedergeschrieben.

Sie sind die kleinen Zahlen unter- oder oberhalb der Akkordsymbole.

Doch einen Moment. Akkord-Umkehrungen? Stufentheorie? In diesem Artikel widmen wir uns Aspekten der Musiktheorie, die wir auf dem LANDR-Blog bisher noch nicht ausführlich besprochen haben.

Frische dein Grundwissen zum Thema Akkorde und Stufentheorie auf, falls du eine bessere Grundlage brauchst, um loszulegen.

Um Bezifferungen zu verstehen, müssen wir uns zuerst Akkord-Umkehrungen anschauen.

Was sind Akkord-Umkehrungen?

Akkord-Umkehrungen sind Akkorde, deren unterster Ton nicht dem Grundton entspricht.

Akkord-Umkehrungen sind Akkorde, deren unterster Ton nicht dem Grundton entspricht.

Und so funktioniert’s: Grundakkorde werden durch Dreiklänge gebildet, die übereinander gestapelt werden.

https://blog.landr.com/wp-content/uploads/2019/09/Figured-Bass-How-to-Read-Chord-Inversion-Symbols-CMajRoot.png

Die Intervalle zwischen dem Grundton und den anderen Tönen legen die Eigenschaften des Akkords fest.

Na dann ist ja alles klar, oder? Noch nicht ganz. Nicht jeder Akkord sieht aus wie ein kompakter Schneemann, bei dem die Noten direkt übereinander gestapelt werden.

Schauen wir uns z.B. einen Akkord an, der folgendermaßen aussieht:

c major triad first inversion

In dieser Schreibweise gibt es nicht nur Dreiklänge und dennoch beinhaltet der Akkord nach wie vor die gleichen individuellen Noten wie ein simpler C-Dur-Dreiklang.

Und wenn du dir die Noten zusammen anhörst, klingen sie auch wie ein C-Dur-Akkord.

Der vorliegende Akkord ist eine Umkehrungen des C-Dur-Akkords. Es handelt sich nach wie vor um C-Dur, doch die Noten sind anders angeordnet.

Wenn du die Noten neu anordnest, kannst du den Akkord wieder als den bekannten Grunddreiklang schreiben.

Umkehrungen sind schlicht und ergreifend Terz-Akkorde, deren Noten in anderer Reihenfolge arrangiert wurden.

Doch das Ändern der Reihenfolge kann sich massiv auf den Klang auswirken.

Wenn Noten in der tiefsten und höchsten Stimme verändert werden, kann das einem Grundakkord eine bestimmte Stimmung verleihen.

Wenn Noten in der tiefsten und höchsten Stimme verändert werden, kann das einem Grundakkord eine bestimmte Stimmung verleihen.

Und diese umgekehrten Voicings eröffnen neue kreative Möglichkeiten für die Stimmführung.

Erste, zweite und dritte Umkehrung

Dreiklänge können auf drei verschiedene Arten geschrieben werden.

Wenn der Akkord mit dem Grundton beginnt, handelt es sich um den bekannten Schneemann, bei dem jede Terz direkt auf die vorhergehende gestapelt wird.

Die erste Umkehrung beginnt beim ersten Intervall über dem Grundton.

Die zweite Umkehrung beginnt beim zweiten Intervall über dem Grundton.

Septakkorde, die über einen zusätzlichen Ton verfügen, kann man nochmals umkehren.

Die dritte Umkehrung beginnt bei der obersten Note des Schneemanns, der Septime des Akkords.

cmaj7 all inversions

Grundbass-Bezifferung

Jetzt da wir uns die Grundlagen der Umkehrung angeschaut haben, wollen wir uns den komischen Zahlen widmen.

Sie sehen aus wie Brüche, sind es jedoch nicht.

Stattdessen gibt die Grundbass-Bezifferung an, um welche Umkehrung es sich handelt. Das Ganze kann etwas verwirrend sein.

c major first inversion

Erinnern wir uns an den Grunddreiklang. In der ersten Umkehrung sieht er folgendermaßen aus:

Im Folgenden schauen wir uns die Intervalle in der Akkord-Umkehrung im Verhältnis zur Bassstimme – der tiefsten Note im Akkord – an.

Die Note direkt darüber (die Quinte des Akkords) liegt eine Terz über der Bassstimme. Und die höchste Note (der Grundton) liegt eine Sext über der Bassstimme.

Das sind die Zahlen, die unterhalb der Akkord-Umkehrungen auftauchen. Die Grundbass-Bezifferung zeigt die echten Intervalle in Bezug auf die Bassstimme des Akkords an.

Die Grundbass-Bezifferung zeigt die echten Intervalle in Bezug auf die Bassstimme des Akkords an.

In der Praxis musst du nicht jeden einzelnen Intervall anzeigen, um die Umkehrung zu veranschaulichen. In korrekten Grundbass-Bezifferungen werden Grundintervalle im Allgemeinen weggelassen, um die Symbole verständlicher zu machen.

Hier ist eine Liste der Umkehrungen, Intervalle und Bezifferungen, die sie veranschaulichen.

triad inversions figured bass

 

seventh chord inversions figured bass

 

Umkehrungen mit Bezifferungen in der Praxis

Die Theorie funktioniert gut auf dem Papier, doch sie hilft wenig, sofern du sie nicht in der Praxis anwendest.

Ich nehme ein Beispiel aus unserem Artikel zum Thema gefühlvolle Akkordfolgen.

Manche Leser*innen waren verwirrt von der absteigenden Moll-Folge, die in “While My Guitar Gently Weeps” von den Beatles vorkommt.

Dann zerlege ich sie hier mal:

https://blog.landr.com/wp-content/uploads/2019/08/Emotional-Chord-Progressions_Schema-4-i-V42_IV6-VI-i.jpg

Diese Akkordfolge enthält zwei Umkehrungen. Der zweite Akkord im Zyklus ist mit der Bezifferung 4 2 versehen.

Ein Blick auf die Tabelle verrät dir, dass es sich dementsprechend um einen Septakkord in der dritten Umkehrung handelt.

Dies kannst du im Akkord-Symbol darunter sehen. Der Schrägstrich zeigt an, dass G (die Septime von Amin7) in der niedrigsten Stimme des Akkords gespielt werden muss.

Der nächste Akkord ist mit der Bezifferung 6 versehen. Das bedeutet, dass es sich hier um die erste Umkehrung handelt. Und auch hier gibt der Schrägstrich an, dass die Terz des D-Dur-Akkords in der tiefsten Stimme gespielt werden muss.

Und das ist auch schon alles, was du wissen musst, um Umkehrungen auf einer Akkordtabelle lesen zu können!

Heißer Tipp: Durch die Akkord-Umkehrungen konserviert diese Akkordfolge auf schlaue Art eine sanfte, schrittweise Abwärtsbewegung in der Bassstimme. Das ist die Kraft der Umkehrungen – und schlicht und ergreifend gute Stimmführung!

Bezeichnend beziffert

Akkord-Umkehrungen und Grundbass-Bezifferungen sind in der Stufentheorie unumgänglich.

Mit diesen zentralen Konzepten in deinem Arsenal eröffnen sich dir viele harmonische Möglichkeiten, die es zu entdecken gilt.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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