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Audio-Normalisierung: Solltest du deine Tracks normalisieren?

Audio-Normalisierung: Solltest du deine Tracks normalisieren?

Die Audio-Normalisierung ist ein Konzept, auf das neue Produzent*innen relativ häufig stoßen.

Diesen Prozess der Musikproduktion gibt es bereits seit den Anfängen der digitalen Audiobearbeitung, doch ist er nach wie vor relevant?

Es ist nicht immer leicht zu entscheiden, ob man Normalisierung anwenden oder komplett vermeiden sollte – wenn du es nicht richtig anstellst, sorgt das für Probleme im Mix.

In diesem Artikel schauen wir uns an, was Audio-Normalisierung ist, wann man sie anwendet und wann man am besten die Finger von ihr lässt.

Dann legen wir mal los.

Was ist Audio-Normalisierung?

Audio-Normalisierung ist ein Prozess, bei dem der Pegel einer Aufnahme konstant angehoben wird, bis er ein gewissen Ziel bzw. eine Norm erreicht. Dabei wird die gleiche Pegelanhebung über die gesamte Audiodatei hinweg vorgenommen.

Normalisierung wird für gewöhnlich eingesetzt, um den Pegel eines Tracks oder einer Datei bis zu seinem/ihrem Maximum anzuheben.

Das mag kompliziert klingen, bedeutet jedoch lediglich, dass bei der Normalisierung die Lautstärke einer Datei bis zum Maximum (dem lautesten Punkt) angehoben wird.

Normalisierung wird für gewöhnlich eingesetzt, um den Pegel eines Tracks oder einer Datei bis zu seinem/ihrem Maximum anzuheben.

Wann man Audio-Normalisierung einsetzt

Verglichen mit modernen Standards mag die Audio-Normalisierung ein wenig altmodisch erscheinen. Es gibt mittlerweile so viele Wege, wie man den Gain eines Tracks auf weniger invasive Weise anheben kann, warum also Normalisierung benutzen?

Manche Anwendungen stammen noch aus den Anfangszeiten des digitalen Audio.

Damals waren viele Prozesse, die mit dem Dynamikumfang und Signal-Rausch-Verhältnis zu tun hatten, in ihrer Leistung beschränkt.

Die Normalisierung des Audiomaterials half manchmal dabei, die besten Ergebnisse aus primitiven AD/DA-Wandlern herauszukitzeln.

Normalisierung ist nach wie vor eine gängige Funktion auf Hardware-Samplern, die dabei hilft, die Lautstärke unterschiedlicher Samples im Speicher anzugleichen.

In solchen Situationen ist sie praktisch, da der Samples im Speicher anzugleichen.

In solchen Situationen ist sie praktisch, da der Dynamikumfang und das Signal-Rausch-Verhältnis gleich bleiben.

Du kannst die Normalisierungsfunktion deines Samplers beim Bilden von Patches und Presets einsetzen.



Warum man Audio-Normalisierung nicht einsetzen sollte

Normalisierung wird außer beim Sampling nicht wirklich angewendet.

Es mag so erscheinen, als sei sie ein praktisches Mittel, um Tracks auf eine gute Lautstärke zu bringen, doch es gibt diverse Gründe, warum andere Methoden da die bessere Wahl sind.

Es mag so erscheinen, als sei sie ein praktisches Mittel, um Tracks auf eine gute Lautstärke zu bringen, doch es gibt diverse Gründe, warum andere Methoden eine bessere Wahl sind.

1. Normalisierung ist häufig destruktiv

DAWs haben die Musikproduktion dank ihres zerstörungsfreien Workflows revolutioniert.

Was bedeutet das? Denken wir nur an einen Streifen Tonband – um Veränderungen vorzunehmen, musst du ihn mit einem Rasierer zerschneiden!

Und danach kannst du nicht einfach wieder zurück zum Original. Doch in der DAW kannst du schlicht und ergreifend an den Ecken eines Abschnitts ziehen, um die Datei wiederherzustellen.

Leider gibt es jedoch auch im digitalen Bereich Operationen, die destruktiv sind.

Jedes Mal, wenn du eine neue Audiodatei erstellst, verpflichtest du dich den Änderungen, die du vornimmst.

Bei der Normalisierung musst du manchmal eine neue Version deiner Datei erstellen, in der die Änderung des Gains realisiert wird.

Wenn du dies tust und dabei das Original löschst, bleibt dir lediglich die normalisierte Version.

Bevor du zur Normalisierungsfunktion greifst, solltest du dich vergewissern, dass es keine andere Methode gibt, die besser für den Job geeignet ist.

2. Andere Methoden, die besser sind

Moderne DAWs verfügen über diverse Optionen, mit denen man den Pegel eines Audiosignals verändern kann.

Da es sich bei der Normalisierung um eine konstante Veränderung des Gains handelt, funktioniert sie im Grunde wie andere Arten der Pegelanpassung auch.

Bevor du zur Normalisierungsfunktion greifst, solltest du dich vergewissern, dass es keine andere Methode gibt, die besser für den Job geeignet ist. Es gibt nur wenige Situationen, in denen Automation, Clip-Gain oder ein Utility-Plugin deine Probleme mit der Lautstärke nicht beheben können.

Diese Operationen sind zerstörungsfrei und flexibler als die Normalisierung eines gesamten Tracks.

3. Normalisierung kann zu Spitzen zwischen Samples führen

Viele neue Produzent*innen suchen nach dem einfachsten Weg, um ihre Songs laut zu machen. Die Annahme, dass Normalisierung dabei eine wichtige Rolle spielt, ist ein gängiger Irrtum.

Wenn man den Pegel eines gesamten Tracks anheben will, zählt Normalisierung zu den schlechtesten Optionen. Tatsächlich ist es so, dass die Normalisierung eines gesamten Tracks auf 0 dB zum Desaster führt.

Wenn man den Pegel eines gesamten Tracks anheben will, zählt Normalisierung zu den schlechtesten Optionen.

Die Normalisierungsfunktion findet die höchste Spitze in der gesamten Wellenform und hebt sie auf den Zielwert an. Wenn diese Spitze bei 0 dB liegt, können unvorhergesehene Dinge passieren.

Wenn digitales Audiomaterial in analoges Audiomaterial umgewandelt wird, damit es aus deinen Lautsprechern kommen kann, flachen die Filter, die das Signal rekonstruieren, die Kurve zwischen den Samples ab.

Manchmal kann der Bogen zwischen zwei Punkten, die sich nahe am Maximum befinden, dieses überschreiten. Das Ergebnis ist Übersteuerung, das von den Spitzen zwischen den Samples stammt. Sie äußert sich in störender Härte und Verzerrung in deiner Musik.

Gain-Staging – die bessere Wahl

Die korrekte Regulierung der Pegel in deiner DAW nennt sich Gain-Staging.

Dabei wird die Lautstärke eines jeden Elements, das du aufnimmst, überprüft und sichergestellt, dass der gesunde Pegel in deinem Mix nicht überschritten wird.

Im Allgemeinen gilt, dass du die Spitzen deines Tracks bei ungefähr 9-10 dBFS und den Rest der Wellenform bei circa -18 dBFS halten solltest.


Gain-Staging ist besonders für den Master-Bus deiner DAW-Session wichtig. Falls du in deinem Mix ausreichend Headroom gelassen hast, solltest du auch ausreichend Platz auf dem Master-Fader haben, sodass es nirgendwo zu Übersteuerung kommt.

Gain-Staging ist besonders für den Master-Bus deiner DAW-Session wichtig. Falls du in deinem Mix ausreichend Headroom gelassen hast, solltest du auch ausreichend Platz auf dem Master-Fader haben, sodass es nirgendwo zu Übersteuerung kommt.

Dank all des Headrooms, den du hast, kannst du deine Tracks mit Hilfe des Faders oder einer der anderen Methoden, die ich erwähnt habe, lauter machen. So hast du solide Kontrolle über den Pegel, ohne auf Normalisierung zurückgreifen zu müssen.

Deinen Mix mastern

Wenn du diesen Richtlinien fürs Gain-Staging folgst, mag es dich vielleicht überraschen, wie leise dein fertiger exportierter Track im Vergleich zu anderen Tracks auf Streaming-Plattformen klingt.

Das liegt daran, dass fertige Tracks erst gemastert werden müssen, um den adäquaten Pegel für das Streaming auf Plattformen zu erreichen.

Das Mastering hebt die allgemeine Lautstärke eines fertigen Mixes auf genau den richtigen Wert an – keine Spitzen zwischen Samples, kein vergeudeter Headroom.


Im Gegensatz zur Normalisierung hebt das Mastering die Lautstärke dramatisch an, sodass man selbst leise Passagen deutlich hören kann.

Man muss vorsichtige Bearbeitungen vornehmen und braucht viel Erfahrung, um einen guten Master zu bekommen.

Die einfachste Option für gutes Mastering ist, einen Profi zu engagieren, oder durch künstliche Intelligenz betriebenes Online-Mastering.

Richtig einpegeln

Die Normalisierung hat ihren Platz in der Musikproduktion, doch du musst vorsichtig mit ihr umgehen.

Headroom, Gain-Staging und Signalpegel beeinflussen sich gegenseitig. Wenn du diese Beziehungen richtig verstehst, kannst du das Meiste aus deinem Mix und Master herausholen.

Falls du diesen Artikel bis zum Ende durchgelesen hast, verfügst du über die nötigen Grundlagen, um deine Pegel zu verwalten und die richtigen Entscheidungen bezüglich der Normalisierung zu treffen.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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