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5 Strategien, mit denen du kreative Blockaden zu überwindest

5 Strategien, mit denen du kreative Blockaden zu überwindest

Nichts fühlt sich besser an als eine produktive Studio-Session.

Wenn man eine neue Technik lernt, einen Durchbruch hat oder einen Track fertigstellt, sorgt das für Hoffnung, Inspiration und Freude, die tagelang anhält.

Natürlich können diese Momente sehr rar sein und weit auseinander liegen. Kreativität und Produktivität sind flüchtig, und Songs zu schreiben ist nicht immer einfach. Das Ganze ist ein andauernder Kampf, der einem viel Konzentration und Mühe abverlangt.

Doch ein einziger Moment der Klarheit kann Stunden der Frustration wettmachen – es sind jene Momente, die einen zum Weitermachen motivieren.

Doch wie vermehrst du solche guten Momente und verminderst die Frustration? Wie umschiffst du diese nervigen Blockaden, die immer dann auftreten, wenn man sie am wenigsten braucht?

Alles kommt auf die richtige Strategie an. Du solltest deinen eigenen Prozess mit der gleichen Kreativität angehen, mit der du auch deinen einzigartigen Sound erschaffst.

Die folgen 6 Ansätze helfen dir dabei, deinen Schaffensprozess anders anzugehen, kreative Blockaden zu vermeiden und, am wichtigsten, mehr Tracks fertig zu bekommen.

Ansatz Nr. 1: Der optimale Workflow

Blockade: Deine Ideen entwischen dir, weil dein Studio nicht dafür optimiert wurde, sie schnell einzufangen.

Ideen haben eine kurze Lebensdauer. Du kannst deine Ideen nur dann richtig aufnehmen, konservieren und darauf aufbauen, wenn du ein Aufnahmestudio hast, dass dafür geschaffen ist, Ideen so schnell wie möglich einzufangen.

Wenn du erst drei Geräte anschließen, zwei weitere ausstecken, Mehrfachsteckdosen ausgraben und dich durch ein Dickicht an Kabeln wühlen musst, wann immer dich der kreative Geistesblitz trifft, dann stimmt etwas nicht.

Lösung: Überdenke deinen Prozess und dein Setup

Gehe durch alle Abläufe, die du während einer typischen Session durchschreitest, und frage dich, ob es nicht vielleicht einen einfacheren Weg gibt, das Ganze anzugehen.

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Deinen Prozess effizienter zu gestalten, kann so einfach sein, wie deinen Arbeitsplatz neu zu arrangieren.

Falls dein MIDI-Controller den Mittelpunkt deines Workflows darstellt, sollte er auch der Mittelpunkt deines Studios sein.

Wenn du erst drei Geräte anschließen, zwei weitere ausstecken, Mehrfachsteckdosen ausgraben und dich durch ein Dickicht an Kabeln wühlen musst, wann immer dich der kreative Geistesblitz trifft, dann stimmt etwas nicht.

Konstantes Schaffen besteht aus Gewohnheiten. Es ist einfach, stets das zu tun, was du immer tust, und niemals darüber nachdenken zu müssen. Stell dir eine Situation vor, die während der Ideenfindung eines Projekts auftauchen könnte.

Zum Beispiel: Wenn du dir das perfekte Kick- und Bass-Muster vorstellst, frage dich:

  • Wie viele Schritte brauche ich, um es aufzunehmen?
  • Welche dieser Schritte könnte ich eliminieren oder vereinfachen?
  • Habe ich eine Gewohnheit, die zu viel Zeit schluckt und die ich vermeiden könnte?
  • Könnte ich meinen Workflow effizienter und schneller gestalten, indem ich einfach mein Equipment neu arrangiere oder eine Verbindung ersetze?

Werde dir darüber bewusst, wie du dich in deinem Studio bewegst. Falls du deinen Moogerfooger für jeden Track verwendest, sollte er sich nicht außer Reichweite befinden, sondern schnell zur Hand sein.

Indem du deine herkömmlichen Abläufe in Frage stellst, kannst du dafür sorgen, dass du deine Ideen nicht vergisst, nur weil dein Studio nicht optimal aufgestellt ist, um einen effizienten Produktionsablauf zu ermöglichen.

Halte deinen Workflow generell so schlank wie möglich und investiere ein paar Stunden pro Woche in die Optimierung deines Setups.

Ansatz Nr. 2: Zeit

Blockade: Du hast keine Zeit

Alle Musikschaffenden brauchen ZEIT. Doch Tatsache ist, dass die meisten MusikerInnen nicht viel Zeit haben. Die Verantwortung und Aktivitäten des Alltags können die Zeit fürs Studio ziemlich schnell dezimieren.

Manchmal kommt es einem so vor, als hätte man überhaupt keine Zeit, an neuen Tracks zu arbeiten. Wie beseitigt man das Problem?

Lösung: Plane deine Studio-Sessions und hole das Meiste aus der Zeit heraus, die du hast.

Am besten machst du zunächst das Meiste aus der Zeit, die du überhaupt hast. Halte dir soviel Zeit wie möglich für die Musik frei und halte dich an deinen Zeitplan.

Selbst wenn dein Studio dein Schlafzimmer ist, solltest du dir dennoch dezidiert Zeit zum Musikmachen nehmen. Das hat mehrere Vorteile:

  1. Du weißt, wann deine Studiozeit eingeplant ist, daher kannst du dir schon vorher darüber Gedanken machen und somit das Meiste aus deiner Session herausholen.
  2. Eingeplante Studiozeit hilft dabei, Ablenkungen zu vermeiden, die auftauchen können, wenn du keine dezidierte Studiozeit einplanst.
  3. Eine Session mit einem vorher festgelegten Endpunkt ermöglicht es dir, deine Session in Blöcke einzuteilen (z.B. jammen, aufnehmen, arrangieren, mischen, mastern)
  4. Indem du dir einen Endpunkt für deine Session setzt, hilft dir das dabei, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Zeit schluckende Abschweifungen oder Versteifungen auf einen einzigen Sound zu vermeiden.

Heißer Tipp: Plane deine Studio-Session jeden Tag oder jede Woche zur selben Zeit ein.

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Routine hilft bei der Produktivität. Sobald das Arbeiten an deiner Musik zur Routine wird, wird auch das Fertigstellen eines Tracks bald zur Routine.

Du solltest nicht erst an Musik arbeiten, wenn du all deine anderen Aufgaben erledigt hast, sondern das Musikmachen zu einer deiner Aufgaben machen.

Ansatz Nr. 3: Erzahle eine Geschichte

Blockade: Du versteifst dich auf Kleinigkeiten in deinem Track, was dich daran hindert, einen kompletten Track fertig zu bekommen.

Songs sind Teile, die als ein Ganzes zusammenarbeiten. Der Schlüssel zu einem guten Track besteht darin, jeden einzelnen Teil so gut wie möglich klingen zu lassen. Doch es ist wenig produktiv, sich auf einen Teil zu versteifen.

Schnell sind eine und dann zwei Stunden vorbei, ohne dass auch nur ein Abschnitt des Songs fertig ist. Das ist uns allen schon mal passiert. Du kommst einfach nicht richtig weiter und deine Session wird ziemlich schnell ziemlich dröge.

Die Lösung: Teile deine Session in Abschnitte ein und nimm dir für jeden von ihnen eine bestimmte Menge an Zeit.

Die beste Art, einen gewissen Tunnelblick zu vermeiden, besteht darin, dir eine bestimmte Menge an Zeit für jede einzelne Aufgabe, die du während einer Session erledigen willst, zu geben.

Teile dir deine Session in handhabbare Abschnitte ein und halte dich daran, egal was passiert.

Versuche, deine Session als eine sich entwickelnde Geschichte zu betrachten. Ein/e gute/r AutorIn brabbelt nicht über hunderte von Seiten hinweg über die gleiche Sache. In einer Geschichte passiert dauern etwas, sodass die Aufmerksamkeit der LeserInnen aufrecht erhalten wird.

Auf die gleiche Weise sollte deine Session deine Aufmerksam aufrecht erhalten. Wenn du dich zu lange auf einen Abschnitt konzentrierst, wird dein Track (oder deine Geschichte) ziemlich schnell langweilig.

Sagen wir, deine Session ist 2 Stunden lang, dann teile dir die Zeit folgendermaßen auf:

  • 30 Minuten fürs Jammen
  • 30 Minuten für die Aufnahme
  • Eine Stunde für die Bearbeitung und das Arrangieren

Sieh jeden Teil als das Element einer Geschichte an.

Doch das funktioniert nur, wenn du es schaffst, den nächsten Teil anzugehen, auch wenn der vorherige Teil noch nicht ‘perfekt’ ist. Dadurch kannst du vermeiden, dass du dich zu lange auf ausschließlich einen Teil fokussierst oder immer weiter an etwas herumschraubst, statt zu komponieren.

Die Musikproduktion ist ein organischer Prozess und bedarf eines gewissen Flusses und Narrativs, um deine Aufmerksam aufrecht zu erhalten und dich dauerhaft zu stimulieren. Teile also deine Sessions auf und verpasse deiner kreativen Zeit ein wenig Momentum.

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Heißer Tipp: Nutze eine Workflow-App, um den Überblick über deine Session zu behalten. 30/30 und My Minutes sind gute kostenlose Apps, bei denen man loslegen kann.

Ansatz Nr. 3: Erst zuhören

Blockade: Deiner Session fehlt es an einer bestimmten Richtung und es fällt dir schwer, dich zu konzentrieren. Es ist anstrengend, wenn man dauernd versucht, Ideen aus dem Nichts hervorzuzaubern.

Es ist super, schon ein paar Ideen zu haben, wenn man ins Studio kommt, doch es kann ziemlich schwer sein, sie zu Papier zu bringen und auszubauen, wenn du dich hinsetzt und sofort mit der Arbeit loslegst.

Die Lösung: Beginne deine Session, indem du einfach nur zuhörst, um dich in die richtige Stimmung fürs Produzieren zu versetzen.

Jedes Mal, wenn du das Studio betritts, braucht dein Gehör eine kleine Reinigung. Das meiste Zuhören, das wir den Tag über betreiben, ist passiv, doch wenn du das Studio betrittst, wechselt in den Modus des aktiven Zuhörens.

Das Gehirn braucht ein wenig Zeit für diesen Übergang. Beginne deine Session mit ein wenig reflexivem Zuhören. Konzentriere dich auf deine Atmung und entspanne dich, so weit es geht. Versuche, so viel des alltäglichen Lärms wie möglich zu vergessen.

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Falls es einen Song gibt, der dich besonders inspiriert, solltest du ihn dir über deine Kopfhörer oder Monitore als Ganzes anhören. Widerstehe dem Verlangen, bestimmte Teile, Progressionen oder Verfahren herauszupicken. Hör einfach nur zu.

Jedes Mal, wenn du das Studio betritts, braucht dein Gehör eine kleine Reinigung.

Schnapp dir einen Rauschgenerator und nimm dir fünf Minuten, um die Stimmung zu finden, die du zum Musikmachen brauchst. Programme wie Noisli helfen dir dabei, deine Produktivität zu verbessern und deinen Kopf in den Schaffensmodus zu versetzen.

Nimm dir am Anfang deiner Session fünf Minuten, um dich in deinem Arbeitsplatz zu platzieren.

Dadurch kannst du dich von Anfang an besser konzentrieren und der Wechsel in den Modus des aktiven Zuhörens, den du für deine beste Arbeit brauchst, fällt dir leichter.

Ansatz Nr. 4: Bei Null anfangen

Blockade: Anzufangen ist nicht schwer, doch das Fertigstellen von Tracks ist unmöglich. Du hast haufenweise unfertige Projekte, von denen du nicht weißt, ob du sie jemals fertig bekommen wirst.

Ideen zu bekommen ist dank all der kreativen Tools, die es mittlerweile gibt, nicht allzu schwer, doch unendliche Möglichkeiten bringen leider Unentschlossenheit und exzessives Bearbeiten mit sich.

Die Lösung: Beginne bei jeder Session stets von Null. Wenn du einen Track nicht fertig bekommst, vergiss ihn und lege in der nächsten Session wieder von vorne los.

Das mag zwar recht drastisch klingen, doch tatsächlich wenden viele ProducerInnen diese Taktik an. Ein Live-Element in den Produktionsprozess einzubringen, wirkt sich super auf die Produktivität aus. Gunnar Haslam beschreibt seine Herangehensweise an den täglichen Neustart folgendermaßen:

Wenn dir das, was du am Ende einer Session hast, nicht gefällt, dann vergiss es einfach. Dein Equipment ist morgen wieder für eine neue Session bereit.

So umschiffst du die Tiefen der ‘Perfektion’ und stellst sicher, dass du dich nicht in den Details verlierst.

Außerdem sorgt ein Live-Element für einen organischeren Sound, bei dem Fehler sich in Gold verwandeln können.

So umschiffst du die Tiefen der ‘Perfektion’ und stellst sicher, dass du dich nicht in den Details verlierst.

Du wirst sehen: Du bekommst mehr Tracks in kürzerer Zeit fertig als du jemals für möglich gehalten hättest. Manchmal ist es das Beste, was einem passieren kann, wenn man bei Null anfängt.

Mehr Tracks, schneller und besser

Wenn sich das Produzieren gut anfühlt, macht man es gerne so oft wie möglich. Daher solltest du alles in deiner Macht Stehende tun, um jene Aha-Momente, die sich beim Musikmachen einstellen, zu wiederholen.

Doch du musst dich natürlich nicht an die hier vorgeschlagenen Ansätze halten, sondern solltest versuchen, denjenigen zu finden, der für dich am besten funktioniert.

Denn fertig zu sein ist einfach das beste Gefühl der Welt. Danach kannst du dich an den nächsten Track machen.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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