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Unschöne Wahrheiten: Ein guter Mix ist viel Arbeit

Unschöne Wahrheiten: Ein guter Mix ist viel Arbeit

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Willkommen zu Unschöne Wahrheiten, der LANDR Blog-Serie, in der wir uns den harten Realitäten der Musikproduktion widmen. Die folgenden Ratschläge willst du vielleicht nicht unbedingt hören – doch sie werden deine Produktions-Skills bereichern.

Manchmal läuft es so richtig rund in deiner Session und das Musikmachen fühlt sich fast schon mühelos an. Leider ist das nicht immer der Fall.

Wir wollen, dass das Mischen einfach und zufriedenstellend ist, und vor allem Spaß macht – und manchmal ist das auch so! Doch alle professionellen Mixing-Ingenieur*innen können dir bestätigen, dass sie den Großteil ihrer Zeit damit verbringen, schwierige Aufgaben und Herausforderungen zu bewältigen.

Kommen wir gleich zur unschönen Wahrheit von heute: ein guter Mix ist harte Arbeit.

Das heißt nicht, dass es keine Möglichkeiten gibt, dir das Leben beim Mischen einfacher zu machen. Doch falls du nicht bereit bist, die entsprechende Arbeit zu leisten, werden die Ergebnisse nie so gut sein, wie sie es sein könnten.

Das soll dich nicht entmutigen.

Das Gute an dieser unschönen Wahrheit ist, dass du den Sound deiner Tracks massiv verbessern kannst, wenn du hart arbeitest.

Und so stellst du das an.

Achte auf die Details

Es mag lästig sein, doch es lohnt sich immer, ein wenig Zeit auf die Feinheiten zu verwenden.

Es mag lästig sein, doch es lohnt sich immer, ein wenig Zeit auf die Feinheiten zu verwenden.

Damit meine ich grundlegende Aufgaben wie das Zusammenfassen deiner Vocals zu einer “perfekten” Spur, das Überprüfen von Edits, das Fine-Tuning der Automation und das Erstellen einer guten Gain-Struktur.

Das sind nicht unbedingt Mixing-Aufgaben im engeren Sinne, doch sie machen einen Unterschied im Mix.

1. Aufräumen

Schlechte Bearbeitungen oder schlecht zusammengefügte Spuren können eine ansonsten tolle Vocal-Performance beeinträchtigen.

Du musst dich überschüssigem Rauschen, sowie Klicks, Pops und alle anderen Artefakten aus dem Aufnahmeprozess widmen, damit die grundlegenden Spuren so gut klingen wie möglich.

Das Schlimmste daran? Operationen, die sich auf den Dynamikumfang auswirken, verstärken fast immer die negativen Effekte dieser Artefakte.

Das heißt, dass du jedes Mal, wenn du Kompression oder Limiting anwendest, das Grundrauschen in deinem Rohmaterial verstärkst. Falls es exzessives Rauschen gibt, hört man das dann auf jeden Fall – insbesondere nach dem Mastering.

Jede einzelne Spur in deiner Session fürs Mischen auf Hochglanz zu bringen, ist zwar viel Arbeit, lohnt sich jedoch.

Jede einzelne Spur in deiner Session fürs Mischen auf Hochglanz zu bringen, ist zwar viel Arbeit, lohnt sich jedoch.

Dieses bisschen zusätzliche Arbeit macht einen großen Unterschied!

2. Automation

Automation ist ein ähnlicher Knackpunkt. Individuell dutzende Breakpoints um ein oder zwei dB zu adjustieren, ist ziemlich mühsam.

Doch es macht einen Unterschied. Ein Kompressor kann deine Pegel nur bis zu einem bestimmten Punkt ausgleichen, danach ist er überfordert.


Du kannst bessere Ergebnisse von deinen Plugins bekommen, indem du die Pegel besonders dynamischer Quellen automatisierst.

Du solltest nicht die Gelegenheit verpassen, mehr aus deinem Mix rauszuholen, nur weil das Ganze Zeit kostet.

3. Gain Staging

Im Eifer des Gefechts kann es schnell passieren, dass man die Gain-Struktur aus dem Auge verliert.

Sobald die Insert-Ketten länger und komplexer werden, vergisst man schnell, die Meter zu überprüfen und den Gain entsprechend anzupassen.

Doch zu hohe Pegel auf dem Mix-Bus können fatale Auswirkungen haben. Fehlender Headroom ist einer der gängigsten Mixing-Fehler, den wir hier bei LANDR immer wieder sehen.


Wenn du dir nicht die Zeit nimmst, deine Gain-Struktur immer mal wieder zu überprüfen, kann das Anpassen der Pegel am Ende des Prozesses die Art und Weise, wie deine Plugins miteinander agieren, – und damit deinen gesamten Mix – verändern.

Gib dein Bestes, um den Headroom während des Mixing-Prozesses stets im Auge zu behalten.

Gib dein Bestes, um den Headroom während des Mixing-Prozesses stets im Auge zu behalten.

Vorbeugen ist besser als heilen

Trotz alldem versuchen effiziente Ingenieur*innen, die Zeit, die sie damit verbringen, Mixing-Probleme zu beheben, so weit wie möglich zu reduzieren.

Und das klappt am besten, wenn man bereits vor dem Mixing-Prozess damit loslegt.

Während der Session stets aufmerksam zu bleiben und somit Fehler immer dann, wenn sie auftreten, sofort zu beheben, verlangt immens viel Konzentration, doch du solltest dein Bestes geben.

Widerstrebe dem Verlangen, das Beheben von Problemen aufzuschieben, selbst wenn dieser Vorgang deinen Arbeitsfluss unterbricht.

Wenn du die Probleme später mit suboptimalen Lösungen behebst, macht sich das im Endergebnis bemerkbar.

Wenn du Probleme später mit suboptimalen Lösungen behebst, macht sich das im Endergebnis bemerkbar.

Und im Falle, dass etwas ganz schief läuft, kann es sogar dazu kommen, dass du neu aufnehmen musst. Das macht dann doppelt soviel Arbeit!

Erstelle Schablonen

Problemen vorzubeugen, sodass sie gar nicht erst entstehen, ist extrem wichtig. Doch wie sieht es mit Tools aus, die deinen Workflow noch während des Mixing-Prozesses optimieren?

Eine hilfreiche Option besteht darin, Mix-Schablonen zu erstellen.

Mix-Schablonen sind ein heikles Thema. Manche Ingenieur*innen schwören auf sie, andere sind der Meinung, dass sie nicht wirklich nützlich sind.

Es mag diesbezüglich keinen Konsens in der professionellen Audio-Community geben, doch Schablonen können einen Teil deines Workflows durchaus vereinfachen.


Alle Aktionen, die sich in deinen Mixen häufig wiederholen, kannst du in einer zeitsparenden Schablone zusammenfassen, die du jederzeit abrufen kannst.

Die meisten Ingenieur*innen scheuen sich davor, Schablonen für individuelle Kanäle zu benutzen, doch falls du feststellst, dass du in jedem Mix den gleichen EQ und Kompressor für deine Kick-Drum verwendest, warum nicht?

Hinter den Kulissen

Es kann einem leicht so vorkommen, dass all diese zusätzliche Fitzelarbeit das Mischen sehr unglamourös macht. Doch hier kommt eine andere Wahrheit – je müheloser ein Track klingt, desto mehr Arbeit steckt dahinter.

Musiker*innen, Ingenieur*innen und Produzent*innen wollen, dass ihr Endprodukt wie pure musikalische Intuition klingt.

Doch tatsächlich handelt es sich meistens um ein Produkt, dass aus einer sehr berechneten Herangehensweise entstanden ist, bei der zunächst viel ausprobiert werden musste, bis man zum perfekten Endergebnis gelangt ist.

Ein gutes Beispiel dafür ist der “Lo-Fi”-Sound, der selbst in Produktionen mit großem Budget als Effekt eingesetzt wird.

Das kann einem auf den ersten Blick so vorkommen, als hätte die Ingenieurin oder der Ingenieur einfach einen Teil aus der Demo der Musikerin oder des Musikers eingebaut, um dieses “rohe” Feeling zu kreieren.

Tatsächlich ist es so, dass Lo-Fi-Sounds häufig zu den Sounds in einem Mix zählen, die am stärksten bearbeitet wurden.

Es braucht viel Mixing-Finesse, um diese Texturen so zu erzeugen, dass sie so klingen, wie sie wirklich klingen sollen.

Eins ist sicher – es handelt sich definitiv nicht um eine unbearbeitete, trockene Mikro-Aufnahme!

Bereite dich darauf vor, dass unkonventionelle, kreative Herangehensweisen eine größere Herausforderung darstellen als altbewährte Verfahren.

Davon solltest du dich jedoch nicht abschrecken lassen. Wie bei Innovation generell gilt auch hier: Man sieht immer nur die Spitze des Eisbergs!

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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