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Die Kunst der Kehrtwende: 6 Musiker/innen, die ihren Sound erfolgreich neu erfunden haben

Die Kunst der Kehrtwende: 6 Musiker/innen, die ihren Sound erfolgreich neu erfunden haben

Musiker/innen können vor den Augen aller eine komplette Wende hinlegen. Erst ist es Rock, dann Rap, und dann Country.

Das passiert relativ häufig, und meistens aus gutem Grund.

Manchmal müssen Musiker/innen ihre Herangehensweise an die Musik komplett verändern, um sicherzustellen, dass sich ihr Prozess mit ihnen weiterentwickelt.

Falls es dir irgendwann schon mal schwer gefallen ist, neue, interessante Musik zu kreieren, du jedoch Angst hattest, aus deinem gewöhnlichen Prozess auszubrechen, bist du definitiv nicht allein.

Die folgenden Beispiele massiver musikalischer Wandlungen beweisen, dass große Veränderungen zwar schwierig sind, jedoch tolle neue musikalische Ideen mit sich bringen können.

Hier sind sechs Geschichten, die dir dabei helfen werden, Veränderungen – ob groß oder klein – in Hinblick auf deine Herangehensweise ans Musikmachen zu wagen.

Derek Miller – Vom Metal-Gitarrist zum Noise-Pop-Produzenten und Instrumentalisten

Was haben die Hardcore-Band Poison the Well und das erfolgreiche Indie-Noise-Pop-Duo Sleigh Bells gemeinsam?

Den hochbegabten Musiker, Songwriter und Produzenten Derek Miller.

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Der in Florida aufgewachsene Miller lernte Gitarre und schloss sich Ende der 90er Jahre Poison the Well an.

Schlussendlich vollzog Miller dank seiner Liebe für George Michael, Madonna und Michael Jackson in Form des Projekts Sleigh Bells einen musikalischen Wandel.

Die vier Alben von Sleigh Bells bewahren Millers energetische Hardcore-Wurzeln, während sie sich Tools wie Drum Machines und verzerrten Vocals bedienen, um Musik zu kreieren, die sowohl manisch als auch bereichernd ist. Hier haben wir den Beweis, dass Songwriting und musikalische Erfüllung an keine Genre-Grenzen gebunden sind.

Joni Mitchell – Von der Folk-Songwriterin zur experimentellen Jazz-Pionierin

Nachdem sie jahrzehntelang wundervolle Folk-Musik geschrieben hatte, gelangte Joni Mitchell Mitte der 70er Jahre zu massivem Erfolg. Sie gewann zwei Grammy Awards und veröffentlichte die hochgelobten Alben Ladies of The Canyon und Blue, , welches mittlerweile als eines der besten Alben aller Zeiten gehandelt wird.

Und dann, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, ließ sie Pop und Folk links liegen, um sich ihrer Liebe für Jazz zu widmen.

Mitchell erkundete Songs mit weniger konventionellen Strukturen und einer größeren Bandbreite an Instrumenten, die dem Sound ihrer Einflüsse näher kamen.

Da sie von ihrer bisherigen Musik-Formel gelangweilt war, wollte Mitchell Songs mit weniger konventionellen Strukturen und einer größeren Bandbreite an Instrumenten erkunden.

Währen ihrer Jazz-Phase setzte Mitchell furchtlos Verfahren wie das frühe Musik-Sampling ein und arbeitete mit Jazzgrößen wie Charles Mingus und Jaco Pastorius.

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Durch Mitchells Wandlung blieb sie stets kreativ und über jahrzehntelang für ein breites Publikum interessant. Über die darauffolgenden 30 Jahre hinweg erkundete sie in ihrem Schaffensprozess Genres wie experimentellen Pop, Rock, Folk und Jazz.

Bob Dylan – Von der Folk-Ikone zum umstrittenen E-Gitarren-Rocker

Bob Dylans Wechsel von akustisch zu elektronisch rief einen der legendärsten Momente der Rockgeschichte hervor: die berüchtigten Buhrufe auf dem Newport Festival von 1965, die um die Welt gingen.

Bob Dylans Wechsel von akustisch zu elektronisch rief einen der legendärsten Momente der Rockgeschichte hervor: die berüchtigten Buhrufe auf dem Newport Festival von 1965, die um die Welt gingen.

Mitte der 60er Jahre galt Dylan als der furcht- und kompromisslose Anführer des amerikanischen Folk-Revivals.

Viele seiner Fans waren dementsprechend wenig begeistert, als er anfing, unverzerrte E-Gitarren und wirbelnde Orgeln aufzunehmen – am Ende sogar mit einer kompletten Band.

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Dylans Wechsel von akustischen zu elektronischen Sounds mag aus heutiger Perspektive zahm wirken, doch in den 60ern stellte dies für große Teile seines Publikums einen unverzeihlichen Verrat dar.

Nichtsdestotrotz bleibt Dylans Bereitschaft, neue, moderne Sounds und Tools in seine Arbeit zu integrieren, ein inspirierender Move. Auch als er merkte, dass er seine Fans verärgerte, ließ er nicht locker und machte die Musik, die ihn interessierte, ohne sich um die Konsequenzen zu scheren.

Heutzutage werden Musiker/innen gerne dafür kritisiert, wenn sie Gitarren durch Synthesizer ersetzen, doch Dylans Wandel zeigt, dass es solche musikalischen Kontroversen schon seit langem gibt.

Dylans Bruch hat sein Vermächtnis als monolithische Figur des Rocks gefestigt, das bis heute anhält. Sein turbulenter Wechsel zur elektronischen Musik ist lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein seiner legendären und faszinierenden Karriere.

Taylor Swift: Von Nashville Country zum genreübergreifenden Popstar

Taylor Swifts Wandel von Country zu Pop mag einem wie ein meisterhaft geplanter und umgesetzter Karriere-Move vorkommen, doch für Swift war das Ganze eher eine natürliche Entwicklung.

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Dank Stadion füllender Synthesizer und 808-Beats klingt Swifts Album 1989 Welten entfernt von ihrem alten Pop-Country-Stil, und ihr Album Reputation von 2017 treibt ihre neue Pop-Identität noch weiter.

Sie mag zwar während ihres Wandels ein paar Fans verloren haben, doch Swifts Nummer-1-Pop kann objektiv wohl nur als erfolgreich bewertet werden.

Ob es sich dabei um eine bewusste Karriere-Entscheidung oder einen furchtlosen, intuitiven Wandel ihres Songwritings handelt, ist unwichtig – immer wieder das Gleiche zu tun, funktioniert in der Musik meistens sowieso nicht.

Damon Albarn – Vom Frontmann zum Comic-Buch

Damon Albarn hat dank seiner Bereitschaft, Risiken einzugehen und sich als Künstler weiterzuentwickeln, eine der interessantesten und erfolgreichsten Karrieren der Musikbranche hingelegt.

Sein erstes Projekt Blur entstand in den 90ern und war sofort ein riesiger Erfolg. Die gitarrenlastige Band mit Einflüssen wie The Beatles und The Kinks ernteten breite Anerkennung und eine passionierte Fanbase.

Doch 1998 machte Albarn eine Kehrtwende und gründete mit seinem Freund Jamie Hewlett, einem Comiczeichner, die Band Gorillaz.

Gorillaz präsentieren ihre Musik, in die sie Hip-Hop-, Electronica- und Funk-Sounds einbauen, in einem faszinierenden fiktionalen Universum, das das Publikum nicht nur durch die Musik, sondern auch durch Musikvideos, animierte Kurzfilme und Interviews erleben kann – ein Ansatz, der meilenweit vom geradlinigen Rock von Blur entfernt liegt.

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Zusammen mit eingängigen Synth-Elementen und meisterhaftem Beatmaking bestimmt die musikalische Zusammenarbeit den Sound der Band. Von Snoop Dogg bis Mavis Staples haben Gorillaz mittlerweile mit so ziemlich jedem zusammengearbeitet.

Albarns Bereitschaft zum Wandel hat seiner Musik nicht nur Zugang zu neuen Genres und Kollaborationen verschafft, sondern zudem neu definiert, was eine Band heutzutage sein kann.

Brian Wilson – Vom gesitteten Beach Boy zum Studio-Magier

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Es ist heutzutage schwer zu glauben, doch als Pet Sounds 1966 erschien, waren die Kritiker/innen nicht gerade begeistert. Mittlerweile weiß die Welt, dass Wilson ein Genie ist, doch in den 60ern war das noch nicht der Fall…

Mittlerweile weiß die Welt, dass Wilson ein Genie ist, doch in den 60ern war das noch nicht der Fall…

Pet Sounds war Wilsons Versuch, mit einem kompletten musikalischen Statement das beste Rockalbum aller Zeiten zu machen. Das führte dazu, dass es keine Füller-Tracks, sondern viel Experimentierung im Studio gab.

Seine Bandkollegen rieten ihm, alles recht simpel zu halten, um so mehr Platten zu verkaufen und die Live-Auftritte zu erleichtern, doch Wilson weigerte sich, Kompromisse einzugehen.

Stattdessen entschied er sich dazu, sich von auf Live-Auftritte zugeschnittener Musik zu entfernen und sich eingängiger mit den Möglichkeiten des modernen Aufnahmestudios zu beschäftigen.

Pet Sounds wird heutzutage als das erste Konzeptalbum der Musikproduktion angesehen. Wilsons Produktion des Albums, die stark vom “Wall of Sound”-Konzept von Phil Spector inspiriert wurde, sowie das Songwriting reflektiert eine Obsession mit Texturen, die durch die Kombination verschiedener Sounds sowie bahnbrechende Studio-Verfahren entstehen.

Pet Sounds bedient sich an allem, von Jazz bis hin zu Psychedelia, und legte somit den Grundstein für progressiven Chamber-Pop, der einen großen Teil der heutigen Musiklandschaft beeinflusst.

Wilsons unerschütterliches Bedürfnis, die Grenzen des Recording zu durchbrechen, initiierte die Idee des Studios als Instrument, die auch heute noch unabhängige Produzent/innen auf der ganzen Welt antreibt.

Neues wagen

Veränderung ist eine gute Sache. Du solltest dich nicht von Genres und Gewohnheiten davon abhalten lassen, alles zu erkunden, was Produktion und Songwriting zu bieten haben.

Die Geschichten, die hinter diesen Wandlungen stecken, beweisen, dass die Musik und der kreative Prozess dann und wann von einer kleinen Richtungsänderung profitieren können…

Veränderungen – ob groß oder klein – können einen Unterschied machen. Verändere selbst eine Kleinigkeit und schau dir an, wo dich das Ganze hinführt.

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Annika Wegerle

Annika liebt verquere Geschichten und schillernde Figuren. Sie schreibt über Musik und alles, was sie sonst in die Finger bekommt.

@Annika Wegerle

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